Deutschland investiert zu wenig in Bildung – diese Diagnose ist seit Jahren bekannt. Dennoch sinkt die Bildungsqualität und die Investitionsbedarfe steigen. Dieses Papier zeigt: Die Ursachen liegen weniger in mangelnder Einsicht, sondern in den zersplitterten Finanzstrukturen selbst. Wir analysieren die Finanzströme im Bildungs- und Betreuungssystem im Detail. Dadurch wird sichtbar: Ausgaben für Personal und Qualität werden überwiegend von Ländern und Kommunen getragen, während sich der Bund vor allem punktuell und meist befristet beteiligt – etwa über Umsatzsteueranteile oder Sondervermögen. Bei den Investitionen ist die Lastenverteilung noch klarer: Sie liegen zu großen Teilen auf kommunaler Ebene, also genau dort, wo die fiskalischen Spielräume aktuell am stärksten eingeschränkt sind.
Unser zentraler Befund ist entsprechend: Die Unterfinanzierung ist hausgemacht und resultiert aus einem komplexen Bildungsfinanzgeflecht. Zudem fallen die größten Finanzbedarfe in die Verantwortung der Kommunen. Durch Rekorddefizite und Haushaltsnotlagen können diese sie nicht stemmen. Für unsere künftige Arbeit skizzieren wir daher erste Ideen für einen gesamtstaatlichen Finanzierungsmechanismus, der vor allem den Bund stärker in die Verantwortung nimmt.