Wir analysieren die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) und ihre Verteilungswirkung in einer Mikrosimulation und entwickeln einen Reformvorschlag, der gezielt die individuelle Wirtschaftlichkeitslücke schließt.
Private Haushalte werden bei der Umstellung auf klimaneutrale Beheizung trotz Förderung mit bis zu 900 Euro jährlich oder 5 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens belastet. Für eine Mehrheit der Haushalte stellt die BEG-Förderung hingegen eine “Überförderung” im wirtschaftlichen Sinn dar und impliziert einen Vermögenstransfer von bis zu 35.000 Euro. Gleichzeitig ist die Finanzierbarkeit bisher nicht für alle Haushalte gewährleistet.
Wir schlagen vor, die Förderhöhe an der konkreten Nettobelastung durch Sanierung und Heizungswechsel auszurichten. Haushalte werden so gefördert, dass sie vor und nach der Umsetzung die gleichen Kosten haben. Dies geschieht anhand einer standardisierten Benchmarkberechnung, die leicht mit einer Einkommensstaffel kombiniert werden kann. Ergänzt wird dies durch eine Kreditgarantie für Haushalte, die sonst keinen Zugang zu Krediten hätten. Durch unser Modell entstehen für den Bund nur geringe zusätzliche Förderkosten. Mittelfristig kostet der Sanierungskostendeckel 7,3 Mrd. Euro jährlich, langfristig etwa 17,7 Mrd. Euro.