Fußnoten
Auf diese Weise wurde etwa die IWF-Position zu Kapitalverkehrskontrollen in Schwellenländern angepasst. Während in den 90er-Jahren Kapitalverkehrskontrollen grundsätzlich abgelehnt wurden, sind die heutigen Positionen deutlich nuancierter, wie zwei MangerInnen in diesem Podcast erklären.
Als “Falke” gilt, wer sich eher für eine striktere Geldpolitik einsetzt und tendenziell für höhere Zinsen argumentiert. Als “Taube” gilt, er sich eher für eine lockere Geldpolitik ausspricht.
Heinemann, F./ Kemper, J.(2021):The ECB Under the Threat of Fiscal Dominance – The Individual Central Banker Dimension ftp.zew.de/pub/zew-docs/div/ZEW_Fiscal%20Dominance_20210906.pdf.
Wichtig ist auch: Wir behaupten nicht, dass ein Einfluss der Finanzminister nicht vorhanden ist. Wir stellen lediglich fest, dass die ZEW-Studie aufgrund methodischer Mängel nicht geeignet ist, die Aussage Prof. Dr. Heinemanns zu stützen, nach welcher die Finanzminister im EZB-Rat “mit am Tisch” säßen und die Unabhängigkeit der Notenbank kompromittiert sei.
Besonders offensichtlich wird das, wenn man sich vergegenwärtigt, dass die Zinsen in der Türkei aktuell bei 19% liegen – wobei kaum jemand behaupten würde, dass die Türkische Zentralbank eine strengere Geldpolitik fährt als die Fed oder das Eurosystem (die Inflation liegt in der Türkei liegt ebenfalls bei knapp 20%).
Der Dezernats- und der Geldbrief sind unsere Newsletter zu aktuellen ökonomischen Fragen in Deutschland und Europa. Über Feedback und Anregungen freuen wir uns und erbitten deren Zusendung an florian.kern[at]dezernatzukunft.org
Veranstaltungen und Veröffentlichungen:
- Am 7.9 haben wir ein von Henrika Meyer und Philippa geschriebenes Papier zu den Kosten der Dekarbonisierung von 2021 bis 2030 veröffentlicht. Es kommt zu dem Schluss, dass ca. 47 Mrd. Pro Jahr an staatlichen Geldern für die Erreichung der Klimaziele nötig sind. Das Papier findet sich hier.
- Ein am 6.9 veröffentlichter FAZ-Artikel mit dem Titel „Schrauben an der Schuldenbremse“ hat unseren Reformvorschlag (dezernatzukunft.de/warum-die-konjunkturkomponente-ihren-zweck-nicht-mehr-erfuellt-analyse-und-ein-reformvorschlag) für die Konjunkturkomponente erwähnt.
- Die Diskussion zwischen Philippa und Anja Hajduk (Bündnis 90/Die Grünen) zum Thema der Grünen Position zur Schuldenbremse beim Forum New Economy vom 8.9 gibt es jetzt hier zu sehen.
- Für die Sonderausgabe des DGB-Newsletters haben Philippa und Pola aufgeschrieben, weshalb es für solide Staatsfinanzen eine Reform des europäischen Stabilitäts- und Wachstumspakt geben muss und Arbeitsmarkt- und Finanzpolitik hierfür an einem Strang ziehen müssen.
- Philippa wurde letzte Woche von The Times interviewt für deren Profil von Kanzlerkandidat Olaf Scholz. Den Artikel findet man hier.
- Am 16.9 präsentiert Philippa im Rahmen des jährlichen Einführungsseminars des Mercator Kolleg einen Beitrag zum Thema „Zukunftsfähige Finanzpolitik: Chancen und Herausforderungen.“.
- Florian Kern erklärt in einem 1O1 Text, warum Finanzmärkte keine Luftballons sind wie sich Geldpolitik auf Vermögenspreise auswirkt.
- Philippa kommt im FAZ-Ökonomenranking in der Kategorie Politik auf Rang 15.
- Die Stiftung Open Philantropy, die uns bereits seit 2019 unterstützt, wird uns in den kommenden beiden Jahren mit insgesamt 4 Mio. USD unterstützen.