
Der Sanierungskostendeckel
Levi Henze, Theresia Stahl, Valentin Kölzer, Janek Steitz
Dieses Papier analysiert die Verteilungswirkung der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Es fließt ein großer Teil der Mittel in ohnehin wirtschaftliche Maßnahmen, während Haushalte mit Spitzenbelastungen trotz Einkommensstaffel oft nicht ausreichend erreicht werden. Eine reine Investitionsförderung setzt damit falsche Prioritäten und begünstigt Mitnahmeeffekte, statt Härtefälle verlässlich abzusichern. Deshalb schlagen wir den deutlich effizienteren Sanierungskostendeckel vor: Die Förderung richtet sich nach der individuellen Wirtschaftlichkeitslücke und berücksichtigt künftige Heizkostenersparnisse, sodass die Mittel gezielter bei stark belasteten Haushalten ankommen, Mitnahmeeffekte sinken und die Reform auch bei mehr Sanierungen ohne zusätzliche Mittel gegenüber dem BEG auskommt.
Warum haben wir dieses Papier geschrieben?
Die Emissionen im Gebäudesektor sinken zu langsam. Gleichzeitig plant die Bundesregierung, das Gebäudeenergiegesetz (GEG) zu lockern, um private Haushalte zu entlasten. Eine Reform der Gebäudeförderung wird damit unausweichlich. Doch angesichts des schrumpfenden fiskalischen Spielraums kann ein reines Aufstocken keine Lösung sein. Gefragt ist ein umsetzbarer Vorschlag, der effektiver fördert, ohne mehr zu kosten. Wir präsentieren: den Sanierungskostendeckel.
Was haben wir gelernt?
Die aktuelle Gebäudeförderung ist schlecht abgestimmt auf die politischen Rahmenbedingungen des GEG und den Preisdruck, der durch den geplanten Emissionshandel für Gebäude und Verkehr zu erwarten ist. Rund die Hälfte der Förderung fließt in Maßnahmen, die ohnehin wirtschaftlich sind, während Haushalte mit sehr hohen Belastungen nicht ausreichend gefördert werden. Unser Reformvorschlag verbindet den Abbau dieser sozialen Schieflage mit schnelleren Emissionsminderungen im Gebäudesektor. Er fördert gezielt Spitzenbelastungen, minimiert Mitnahmeeffekte und wäre selbst bei deutlich höherer Sanierungsrate kostenneutral.
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