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22. January 2026
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Florian Schuster-Johnson

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Papers

Bang for the buck – Wie effizient sind die Subventionen im Bundeshaushalt?

2 min Lesezeit
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Dr. Florian Schuster-Johnson, Philippa Sigl-Glöckner

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Der fiskalische Spielraum im Bundeshaushalt schwindet. Dennoch steigen die Subventionen. Aktuell fließen rund zehn Prozent des Haushalts oder 60 Milliarden Euro in Finanzhilfen an Unternehmen. Sie werden zumeist mit der Sicherung von Arbeitsplätzen begründet. In Zeiten knapper Kassen sollten sie einer systematischen Kosten-Nutzen-Analyse unterzogen werden. Obwohl die Bundeshaushaltsordnung bereits Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen vorschreibt, scheitern diese am Fehlen eines hinreichend einfachen, ökonomisch fundierten Indikators.

Einen solchen Indikator schlagen wir in diesem Papier vor: die Fiskalische Kosten-Arbeitsplatz-Relation (FisKAR). Sie setzt die fiskalischen Kosten von Finanzhilfen ins Verhältnis zu ihren erwartbaren Beschäftigungseffekten – dem impliziten Ziel der meisten Finanzhilfen. Angewendet auf den Bundeshaushalt 2026 zeigen wir, dass vor allem Steuerprivilegien zugunsten der Automobilhersteller und Strompreissubventionen für die energieintensive Industrie teuer ausfallen. Investitionszuschüsse für die Dekarbonisierung der Industrie und zur Förderung von Innovationen haben dagegen gemessen an Arbeitsplatzeffekten geringe Kosten.

Wir folgern: Der Bundeshaushalt sollte einer grundlegenden Review unterzogen werden.

  • Finanzhilfen im Bundeshaushalt konsequent auf Wachstum und unsubventionierte Arbeitsplätze ausrichten
  • Subventionen weniger am Erhalt des Status quo orientieren, sondern an Ziele knüpfen, etwa das Ausrollen der Elektromobilität, eine treffsichere Förderung der Gebäudesanierung oder die Schaffung von Sockelkapazitäten in der Grundstoffindustrie
  • Innovationsförderprogramme zusammenlegen und auf erfolgreichen Transfer in neue Geschäftsmodelle trimmen, bei der Dekarbonisierung nicht nachlassen

Warum haben wir dieses Papier geschrieben?

Trotz sinkenden Spielraums im Bundeshaushalt steigen die Subventionen an Unternehmen. Das Ziel ist der Erhalt von Arbeitsplätzen. Doch wie effizient wirken die Finanzhilfen wirklich? Um diese Frage zu beantworten, haben wir einen einfachen, ökonomisch fundierten Indikator entwickelt: FisKAR – die Fiskalische Kosten-Arbeitsplatz-Relation. FisKAR setzt die fiskalischen Kosten von Finanzhilfen ins Verhältnis zu deren erwartbaren Beschäftigungseffekten. So lassen sich staatliche Subventionen schnell in Bezug auf ihre Wirksamkeit bewerten.

Was haben wir gelernt?

Auf den Bundeshaushalt 2026 angewendet zeigt FisKAR: Steuerprivilegien zugunsten der Automobilhersteller sowie Strompreissubventionen für die energieintensive Industrie sind teuer. Gemessen an ihren Beschäftigungseffekten haben Investitionszuschüsse für die Dekarbonisierung der Industrie und zur Förderung von Innovationen hingegen geringe Kosten. Aus unserer Analyse erwächst eine klare Forderung an die Politik: Der Bundeshaushalt muss einer grundlegenden Review unterzogen werden – anhand klarer Zielvorgaben und messbarer Effekte.

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