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22. April 2026
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Mediha Inan

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Fachtexte

Eigenkapital für die Energiewende

2 min Lesezeit
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Ein „Deutschland-Standard“ zur Stärkung der Kapitalbasis kommunaler Energieversorger 

Johannes Schröten, Mediha Inan, Janek Steitz, Niels Wauer, Max Ostermayer, Frederik Digulla

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Deutschlands knapp 900 Energieversorgungsunternehmen (EVU) müssen 647 Milliarden Euro in Strom- und Wärmenetze investieren. Dafür fehlen bis zu 68 Milliarden Euro an Eigenkapital. Nach Ausschöpfung bestehender Spielräume verbleiben rund 13 Milliarden Euro, vor allem bei kommunalen Stadtwerken. Ohne diese Mittel reicht die Bonität vieler EVU nicht aus, um genügend Fremdkapital für die Finanzierung der Netzinvestitionen aufzunehmen – eine Gefahr für Energiewende und Wirtschaftsstandort.

Die Lösung liegt in hybridem Kapital: nachrangige und staatlich abgesicherte Kredite können die Bonität der EVU stärken, ohne die angespannten öffentlichen Haushalte zu belasten. Einzelne Vorreiter wie Hannover und Hessen zeigen, dass es funktioniert. Was fehlt, ist ein einheitlicher Rahmen.

Diese Studie liefert die Blaupause für einen „Deutschland-Standard”: Kommunen stellen über Konzernkredite wirtschaftliches Eigenkapital bereit. Länder erweitern die Investitionsmöglichkeiten von Kommunen und unterstützen mit eigenen Programmen. Der Bund setzt mit Kredit- und Absicherungsprogrammen unter dem Dach des Deutschlandfonds einheitliche Standards und mobilisiert privates Kapital über einen Private-Investor-Pool .

Warum haben wir dieses Papier geschrieben?

Deutschlands knapp 900 Energieversorgungsunternehmen (EVU) müssen bis 2045 rund 647 Milliarden Euro in Strom- und Wärmenetze investieren. Unsere Studie mit Agora Energiewende und der Stiftung Klimaneutralität aus dem letzten Dezember hat gezeigt: Dafür fehlen ihnen bis zu 68 Milliarden Euro an Eigenkapital. Betroffen sind vor allem kommunale Energieversorger, denn viele Kommunen haben knappe Kassen und können das Kapital aus den laufenden Haushalten nicht bereitstellen. Die Bundesregierung hat das Problem erkannt und angekündigt unter dem Dach des Deutschlandfonds gemeinsam mit den Ländern einen „Deutschland-Standard“ für die Schließung der Eigenkapitallücke der Energieversorger zu entwickeln. In der vorliegenden Studie untersuchen wir mit welchen Instrumenten das gelingen kann. Die Analyse stützt sich dabei auf innovative Ansätze, die schon heute von einzelnen Kommunen und Ländern umgesetzt werden.

Was haben wir gelernt?

Die Lösung für die Eigenkapitalproblematik der kommunalen Energieversorger liegt vor allem in hybridem Kapital: nachrangige und staatlich abgesicherte Kredite können die  Bonität der EVU stärken, ohne die angespannten öffentlichen Haushalte zu belasten. Einzelne Vorreiter wie Hannover und Hessen zeigen, dass es funktioniert. Was fehlt, ist ein einheitlicher Rahmen. Diese Studie liefert die Blaupause für einen „Deutschland-Standard”: Kommunen stellen über Konzernkredite wirtschaftliches Eigenkapital bereit. Länder erweitern die Investitionsmöglichkeiten von Kommunen durch einheitliche Rahmenbedingungen und unterstützen mit eigenen Programmen. Der Bund setzt mit Kredit- und Absicherungsprogrammen unter dem Dach des Deutschlandfonds einheitliche Standards für die Länder und mobilisiert privates Kapital über einen Private-Investor-Pool.


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