{"id":8968,"date":"2020-03-20T13:31:53","date_gmt":"2020-03-20T12:31:53","guid":{"rendered":"https:\/\/dezernat-zukunft.org\/?p=8968"},"modified":"2022-05-30T17:13:08","modified_gmt":"2022-05-30T15:13:08","slug":"der-wert-von-daten-liegt-in-der-moglichkeit-mit-ihnen-das-verhalten-einzelner-und-ganzer-gruppen-zu-steuern-katharina-pistor-im-interview-mit-dem-dezernat-zukunft-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/en\/der-wert-von-daten-liegt-in-der-moglichkeit-mit-ihnen-das-verhalten-einzelner-und-ganzer-gruppen-zu-steuern-katharina-pistor-im-interview-mit-dem-dezernat-zukunft-teil-2\/","title":{"rendered":"\u201eDer Wert von Daten liegt in der M\u00f6glichkeit, mit ihnen das Verhalten einzelner und ganzer Gruppen zu steuern.\u201c Katharina Pistor im Interview mit dem Dezernat Zukunft, Teil 2"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"font-size:12px\"><strong><a href=\"mailto:Max.Krahe@dezernatzukunft.org\" data-type=\"mailto\" data-id=\"mailto:Max.Krahe@dezernatzukunft.org\">MAX KRAH\u00c9<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n<p><em>Katharina Pistor (Twitter: <a href=\"https:\/\/twitter.com\/katharinapistor?lang=en\">@KatharinaPistor<\/a>) ist Professorin f\u00fcr vergleichende Rechtswissenschaft und Direktorin des <a href=\"http:\/\/blogs.law.columbia.edu\/global-legal-transformation\/\">Center on Global Legal Transformation<\/a> an der Columbia Universit\u00e4t in New York. Ihr neuestes Buch ist <a href=\"https:\/\/press.princeton.edu\/books\/hardcover\/9780691178974\/the-code-of-capital\">The Code of Capital<\/a>. <\/em><\/p>\n<p><em>Teil 1 des Interviews ist <a href=\"http:\/\/www.dezernatzukunft.de\/soll-das-staatliche-geldmonopol-gesichert-werden-ja-katharina-pistor-im-interview-mit-dem-dezernat-zukunft-teil-1\/\">hier<\/a> verf\u00fcgbar.<\/em><\/p>\n<p><strong>6. Daten sind das neue \u00d6l: ja, nein, oder falsche<\/strong> <strong>Frage?<\/strong><\/p>\n<p>Mit diesem Satz wird auf den materiellen Wert von Daten hingewiesen und insofern hat er seine Berechtigung. Aber dabei sollte man es dann auch belassen. Denn Daten unterscheiden sich von \u00d6l oder anderen G\u00fctern in entscheidenden Punkten.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst ist die Rohinformation, die zu durch Kategorisierung zu Daten werden, in unbegrenztem Ausma\u00df verf\u00fcgbar. Wir alle produzieren st\u00e4ndig Informationen \u00fcber uns selbst, ob wir wollen oder nicht, einfach dadurch, dass wir sind und uns verhalten. Andere G\u00fcter sind begrenzt, Daten sind es grunds\u00e4tzlich nicht; sie werden es erst in den spezifischen Anwendungen, die die Daten-Erheber (die Online Plattformen, Video\u00fcberwachungen, Smart Phone Anbieter etc.) bzw. deren Kunden ihnen zuordnen.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus gilt, dass der Wert der Daten jedes Einzelnen von uns relativ gering ist; die M\u00f6glichkeit, aus Daten Gewinn zu sch\u00f6pfen ergibt sich erst aus der Masse. Nicht der Grenzwert eines einzelnen Datums, sondern die Masse z\u00e4hlt. Und schlie\u00dflich wird der materielle Wert von Daten nicht wirklich durch deren Handel eruiert \u2013 auch wenn dies durch Metaphern wie Daten als neues \u00d6l suggeriert werden soll. Der Wert von Daten liegt in der M\u00f6glichkeit, mit ihnen das Verhalten einzelner und ganzer Gruppen zu steuern. Sie sind Kontrollinstrument und werden zu diesem Zweck gesch\u00f6pft, verkauft und eingesetzt. Es geht letztlich darum, das k\u00fcnftige Verhalten von B\u00fcrgern und Konsumenten f\u00fcr den Staat bzw. die Anbieter von Waren und Dienstleistern vorhersehbar zu machen um so gegen\u00fcber den B\u00fcrgern bzw. Konsumenten Vorteile zu erzielen. Die Informationsasymmetrien, die es in normalen Marktbeziehungen gibt, werden potenziert, denn das Gewinnspiel mit Daten besteht gerade darin, dass eine Seite (der Verk\u00e4ufer) sie hat, w\u00e4hrend der Konsument im Dunkeln tappt.<\/p>\n<p><strong>7. Wenn Daten Kapital sind, was genau ist dann Datenauswertung? Sind die traditionellen Begriffe in denen wir Produktion bisher beschreiben hier anwendbar?<\/strong><\/p>\n<p>Ich denke, dass wir ein neues Vokabular ben\u00f6tigen, um den Ph\u00e4nomenen des digitalen Zeitalters gerecht zu werden. Wie oben ausgef\u00fchrt, lassen sich Daten nicht mit \u00d6l vergleich und auch hinsichtlich von Kapitalg\u00fctern muss man die gel\u00e4ufigen Begriffe anpassen.<\/p>\n<p>In meinem Buch argumentiere ich, dass Kapital rechtlich kodiert ist, d.h., dass einfache G\u00fcter erst durch eine besondere Form der Verrechtlichung wertschaffend werden, die ihnen bzw. ihren Inhabern relative Vorteile gegen den Rest der Welt gew\u00e4hren. Daten lassen sich anh\u00e4ufen und wirtschaftlich auswerten, ohne dass es eine explizite Zuordnung von Eigentumsrechten und dergleichen mehr br\u00e4uchte. Auch lassen sich Daten relativ effektiv ohne staatliche Hilfe gegen den Zugriff anderer sichern. Das Modell von Big Tech basiert auf der Monopolisierungen umfangreicher Datens\u00e4tze, die begrenzt anderen gegen Entgelt zur Verf\u00fcgung gestellt werden, damit sie Reklame, Informationen (echte und falsche) zielgerichtet an Konsumenten richten k\u00f6nnen. Mit Monopolen ist nat\u00fcrlich schon immer Reichtum geschaffen worden, aber andere G\u00fcter lassen Gewinnsch\u00f6pfung durch Handel zu. Der sogenannte \u201eHandel\u201c von Daten besteht demgegen\u00fcber aus zwei Schritten (\u00d6konomen sprechen hier auch von zweiseitigen M\u00e4rkten): der kostenlosen Akkumulation von Kundendaten und dem begrenzten Zugang zu den Algorithmen, die diese Daten auswerten. Bei jedem Schritt bestimmt Big Tech die Konditionen. Es ist fraglich, ob man dies noch als Markt bezeichnen soll.<\/p>\n<p>Die traditionelle Vorstellung von der Produktion von G\u00fctern passt auch nicht so einfach. Rohinformation wird laufend von uns allen \u201eproduziert\u201c. Das kann man als Arbeit bezeichnen, die unentgeltlich geleistet wird, aber die eigentliche Arbeit liegt wohl erst im n\u00e4chsten Schritt, wenn Rohinformationen ges\u00e4ubert, geordnet und klassifiziert werden um sie der Analyse zug\u00e4nglich zu machen. Mary Gray spricht hier ganz richtig in ihrem Buch von \u201eGhost Work\u201c oder Geisterarbeit. Die f\u00fcr das Tech-Unternehmen wesentliche Wertsch\u00f6pfung erfolgt dann durch die Datenanalyse, wobei derselbe Datensatz immer wieder und f\u00fcr die unterschiedlichsten Zwecke analysiert werden kann. Je gr\u00f6\u00dfer der Datensatz und je vielf\u00e4ltiger die Anwendung, desto h\u00f6her der Nutzen. Und solange Big Tech freien Zugang zu Nutzerdaten hat, wird sich diese Goldgrube nie ersch\u00f6pfen.<\/p>\n<p><strong>8. Wie ihr Kollege Tim Wu <\/strong><a href=\"https:\/\/www.amazon.com\/Attention-Merchants-Scramble-Inside-Heads\/dp\/0385352018\"><strong>beschrieben hat<\/strong><\/a><strong> werden viele Daten vor allem benutzt, um unsere Aufmerksamkeit zu binden und zu lenken. Handelt es sich hier um ein neues Ph\u00e4nomen?<br><\/strong><\/p>\n<p>Es gibt selten etwas, was es noch nie gegeben hat. Doch manchmal gibt es Qualit\u00e4tsspr\u00fcnge. Der Umfang in dem Daten von uns allen heutzutage aufgenommen, gespeichert, verarbeitet und selektiv Verk\u00e4ufern und Anbietern von Dienstleistungen zug\u00e4nglich gemacht wird, ist neu. Das hat mit ein paar Minuten Reklame abends vor der Tagesschau nur noch wenig zu tun. Wir k\u00f6nnen versuchen, auf unseren Computern oder Tablets Reklame zu blockieren, bzw. Gesetzgeber k\u00f6nnen die Datensch\u00f6pfung von unserer Zustimmung abh\u00e4ngig machen. Aber wenn wir uns dieser M\u00f6glichkeiten bedienen, wird der Zugang zu Internetseiten bzw. digitalen Plattformen erheblich beschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p>Es ist auch nicht so einfach m\u00f6glich, stattdessen auf eine andere Plattform \u00fcberzuwechseln, denn die digitale Welt lebt von Netzwerken und damit auch von Netzwerkeffekten. Wenn ich soziale Kontakte mit Menschen, die auf der ganzen Welt verteilt sind, aufnehmen m\u00f6chte, n\u00fctzt es mir wenig, wenn es eine alternative zu Facebook gibt, wenn sich bereits 2.5 Milliarden Menschen f\u00fcr Facebook entschieden haben. Grunds\u00e4tzlich k\u00f6nnten alle wechseln; jeder einzelne aber steht vor der Frage, ob die anderen denn mitk\u00e4men \u2013 ein klassisches \u201ecollective action problem\u201c.<\/p>\n<p><strong>9. Informationsfreiheit im Zusammenspiel mit gro\u00dfen Datenspeichern und f\u00e4higen Suchmaschinen haben das \u201eorganische\u201c Vergessen mehr oder weniger abgeschafft. Ist die jetzige Regelung der EU Kommission, wie durch den EuGH interpretiert, eine gute L\u00f6sung?<\/strong><\/p>\n<p>Die EU Regelung greift meines Erachtens nach zu kurz. Da geht es ja vor allem um \u201epers\u00f6nliche\u201c Daten, d.h. Daten, die f\u00fcr eine unmittelbare Identifizierung einer Person benutzt werden k\u00f6nnen. Mittelbar lassen sich Personen aber auch durch die sogenannten Industriedaten identifizieren. Das hat die New York Times uns kurz vor Weihnachten 2019 vor Augen gef\u00fchrt, in dem sie eine ihr zugespielte Datenbank, die Lokalisationsdaten von Handies gespeichert hat, ausgewertet hat. Wo sich ein Handy zu irgendeinem Zeitpunkt befindet, mag ja zun\u00e4chst nicht bedenklich klingen. Aber es ist kein Zufall, dass sich mein Handy regelm\u00e4\u00dfig zwischen meiner Wohnung und meinem Arbeitsplatz hin und her bewegt. Da braucht es nicht viel mehr, um ein Individuum \u00fcber Lokalisationsdaten zu identifizieren. Das gilt \u00fcbrigens auch f\u00fcr den Pr\u00e4sidenten der USA, dessen Bewegungen erfasst werden konnten, da offenbar zumindest einer seiner Sicherheitspersonen sein ungesichertes Handy immer bei sich f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus ist die Zustimmungspflicht f\u00fcr bestimmte Datennutzung nicht sehr effektiv. Ohne wirkliche Alternativen werden die meisten Nutzern der Erhebung ihrer Daten zustimmen und selten, wenn \u00fcberhaupt, nachforschen, ob weitere Datenerhebungen, denen nicht zugestimmt wurde, auch wirklich \u201elegitim\u201c waren. Dieses nachzuweisen obliegt letztlich demjenigen, der die Legitimit\u00e4t anzweifelt. Letztlich liegt das Problem bei der Datenerhebung nicht lediglich bei der Sicherung einer minimalen Privatsph\u00e4re. Es geht um die Kontrolle menschlichen und sozialen Verhaltens in gro\u00dfem Stil und um dies zu verhindern bedarf es wesentlich einschneidender Ma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p><strong>10. Nach welchen Prinzipien k\u00f6nnte man bei der Regulierung von Datenhandel und &#8211; nutzung Ziele wie das Wahren der Privatsph\u00e4re, das Gemeinwohl, und Verteilungsgerechtigkeit abw\u00e4gen?<\/strong><\/p>\n<p>Ich denke, dass wir hier wieder auf die alten Freiheitsrechte zur\u00fcckgreifen k\u00f6nnen und m\u00fcssen. Allerdings sollten diese nicht nur als Abwehrrechte gegen Staaten, sondern auch gegen Private einsetzbar sein. Ein besonderes Problem, das sich hier stellt, ist, dass sowohl staatliche also auch private Interessen die totale Erfassung menschlichen Verhaltens bef\u00fcrworten. So wie im milit\u00e4risch-industriellen Komplex sich private und \u00f6ffentliche Interessen treffen, gilt dies auch f\u00fcr den Daten-Sicherheit-Komplex.<\/p>\n<p>Edward Snowden hat dies f\u00fcr die USA eindr\u00fccklich dokumentiert: Private Anbieter entwickeln \u00dcberwachungssoftware, -sensoren etc., und erhalten lukrative Vertr\u00e4ge, diese durch ihre Mitarbeiter (nach entsprechendem <em>security clearing<\/em>) auszuwerten. Der Staat hat sich wiederholt Zugang auf von privaten Firmen gesammelte Daten verschafft, einschlie\u00dflich Daten, die ihm aus verfassungsrechtlichen Gr\u00fcnden selbst verwehrt gewesen w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Dabei sei nochmals betont, dass es nicht allein um die Privatsph\u00e4re des Einzelnen geht, sondern auch um die Sicherung eines \u00f6ffentlichen Raums, in dem Individuen miteinander diskutieren, handeln und agieren k\u00f6nnen, ohne konstant \u00fcberwacht, abgeh\u00f6rt bzw. digital abgetastet werden. Nur so kann der Wahrheitsgehalt von Fakten untersucht werden, ohne dass das Werturteil der Betrachter best\u00e4ndig durch <em>fake news<\/em> verunsichert wird. Ohne einen solchen \u00f6ffentlichen Raum kann es keine Demokratie geben. Das erleben wir heute t\u00e4glich in den USA, der bisher \u00e4ltesten Demokratie, wo dieser Raum zusehends schwindet.<\/p>\n<p><strong>11. Zum Abschluss: Wenn sie die legislative Allmacht h\u00e4tten, welche rechtlichen Ma\u00dfnahmen w\u00fcrden sie in den Bereichen Daten und digitale W\u00e4hrungen einf\u00fchren?<\/strong><\/p>\n<p>Die If-I-was-the-queen-of-the-universe-Frage&#8230;.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst zu den Daten. Die Rohinformationen, die wir alle Tag f\u00fcr Tag produzieren, sollten gegen unbefugten Zugriff gesch\u00fctzt werden \u2013 etwa mit Hilfe eines digitalen Passes, der es jedem Einzelnen erlauben w\u00fcrde zu bestimmen, wer und zu welchen Zwecken diese Informationen einsehen, bzw. welchen Datenbanken diese Informationen zur Verf\u00fcgung gestellt werden sollen \u2013 entweder umsonst (f\u00fcr gemeinn\u00fctzige Zwecke) oder aber im Gegenzug f\u00fcr eine Beteiligung an dem privaten Unternehmen, das die Daten ausbeutet. Es sollten nicht lediglich ein paar Cents f\u00fcr Rohinformationen gezahlt werden, denn der wirtschaftliche Wert der Daten ergibt sich erst aus der Ausbeutung von gro\u00dfen Datenbanken. Es g\u00e4be somit gemeinn\u00fctzliche Datenbanken, etwa f\u00fcr die Erforschung von Erbkrankheiten oder den Effekt von Nahrung etc. auf die Gesundheit. Es g\u00e4be aber auch private Datenbanken, aber die Produzenten dieser Daten w\u00fcrden am Gewinn der Datenbank beteiligt \u2013 vergleichbar mit Aktion\u00e4ren, die auch an den k\u00fcnftigen Profiten eines Unternehmens beteiligt sind.<\/p>\n<p>Die gemeinn\u00fctzigen Datenbanken w\u00fcrden durch unabh\u00e4ngige Gremien verwaltet (\u00e4hnlich wie das Internet durch das <a href=\"https:\/\/www.intgovforum.org\/multilingual\/\"><em>Internet Governance Forum<\/em><\/a> verwaltet wird). Die Satzungen dieser Datenbanken w\u00fcrden bestimmen, f\u00fcr welche Zwecke Zugang zu den Daten erteilt werden kann. Bei den Unternehmen, die private Datenbanken erstellen, w\u00fcrde ein Treuh\u00e4nder eingerichtet werden, der die Interessen der Datenproduzenten vertreten und deren Beteiligung an der Unternehmensf\u00fchrung und den Gewinnen sicherstellen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Was digital W\u00e4hrungen angeht, gehen meine Gedanken in eine ganz \u00e4hnliche Richtung. Die neuen Technologien machen es grunds\u00e4tzlich m\u00f6glich, Geldsysteme zu schaffen, die allen Menschen und Unternehmen zu relativ geringen Kosten zug\u00e4nglich sind und sie an effizienten und stabilen Zahlungssystemen teilhaben zu lassen. Ich spreche bewusst von Geld bzw. Zahlungssystemen im Plural, denn es scheint mir sinnvoll Zahlungssysteme nicht zu monopolisieren, sondern eine Vielzahl allerdings inter-operable Systeme zu schaffen. Ein einziges globales System w\u00e4re zu st\u00f6ranf\u00e4llig und w\u00fcrde auch nicht den Bed\u00fcrfnissen verschiedener Nutzergruppen gerecht werden.<\/p>\n<p>Es erscheint mir durchaus sinnvoll, dass die Zentralbanken ein digitales Zahlungssystem als \u00f6ffentliches Gut erstellen und es kostenlos zur Verf\u00fcgung zu stellen. Die Zahlungssysteme der Zentralbanken sollten inter-operabel sein, aber auch mit von privaten oder gemeinn\u00fctzigen Organisationen entwickelten Zahlungssystemen. Die Ankoppelung an die von Zentralbanken gesteuerten Zahlungssystemen k\u00f6nnte von bestimmten Kriterien abh\u00e4ngig gemacht werden, wie beispielsweise Kontrolle der Geldw\u00e4sche, aber auch davon, wie robust und inklusiv dies Systeme w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Ein solches Gesamtsystem w\u00fcrde die private Kreditvergabe nicht ausschlie\u00dfen, aber durch den vereinfachten Zugang zu Geld und Zahlungssystemen w\u00fcrden wesentlich mehr Verbraucher in den Genuss von Liquidit\u00e4t kommen und die Abh\u00e4ngigkeit von teuren Krediten verringert werden. Auch k\u00f6nnten Missbr\u00e4uchen in Kreditgesch\u00e4ften, wie exzessiv hohe Zinss\u00e4tze bzw. Geb\u00fchren, entgegengewirkt werden, indem die Nutzung des allgemeinen Zahlungssystems der Zentralbanken an Normen gekn\u00fcpft w\u00fcrde, die solchen Missbr\u00e4uchen entgegenwirken.<\/p>\n<p><strong>Wir danken Ihnen f\u00fcr das Interview, Frau Professor Pistor!<\/strong><\/p>\n<p><em>Picture credit: Columbia University and Princeton University Press<\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>MAX KRAH\u00c9 Katharina Pistor (Twitter: @KatharinaPistor) ist Professorin f\u00fcr vergleichende Rechtswissenschaft und Direktorin des Center on Global Legal Transformation an der Columbia Universit\u00e4t in New York. Ihr neuestes Buch ist The Code of Capital. Teil 1 des Interviews ist hier verf\u00fcgbar. 6. Daten sind das neue \u00d6l: ja, nein, oder falsche Frage? Mit diesem Satz wird auf den materiellen Wert &#8230; <a href=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/en\/der-wert-von-daten-liegt-in-der-moglichkeit-mit-ihnen-das-verhalten-einzelner-und-ganzer-gruppen-zu-steuern-katharina-pistor-im-interview-mit-dem-dezernat-zukunft-teil-2\/\" class=\"more-link\">Read More<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":41,"featured_media":71027,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":"","_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[192],"tags":[184,283,278,280,60],"class_list":["post-8968","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-archive","tag-financial-markets","tag-finanzmaerkte","tag-mk","tag-mk-en","tag-monetary-policy"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v26.8 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>\u201eDer Wert von Daten liegt in der 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