{"id":8667,"date":"2021-11-04T17:00:18","date_gmt":"2021-11-04T16:00:18","guid":{"rendered":"https:\/\/dezernat-zukunft.org\/?p=8667"},"modified":"2023-03-14T12:34:46","modified_gmt":"2023-03-14T11:34:46","slug":"nichts-ist-wie-es-scheint-fur-einen-praziseren-blick-auf-preissteigerungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/en\/nichts-ist-wie-es-scheint-fur-einen-praziseren-blick-auf-preissteigerungen\/","title":{"rendered":"Nichts ist, wie es scheint \u2013 F\u00fcr einen pr\u00e4ziseren Blick auf Preissteigerungen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-normal-font-size\"><strong><a href=\"mailto:florian.kern@dezernatzukunft.org\">Florian Kern<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Vorab<\/strong>: In den n\u00e4chsten Tagen wird ein Gutachten zur verfassungsrechtlichen Umsetzbarkeit unseres Reformvorschlags f\u00fcr die Konjunkturkomponente ver\u00f6ffentlicht.&nbsp;Stay&nbsp;tuned&nbsp;\ud83d\ude42&nbsp;<\/p>\n\n\n<div class=\"executivesum\" style=\"border-left: 8px solid #ee6174; text-align: left;\">\n<p><span class=\"TextRun SCXW131132309 BCX0\" lang=\"DE-DE\" xml:lang=\"DE-DE\" data-contrast=\"auto\"><span class=\"NormalTextRun SCXW131132309 BCX0\">Preisste<\/span><span class=\"NormalTextRun SCXW131132309 BCX0\">ige<\/span><span class=\"NormalTextRun SCXW131132309 BCX0\">rung ist nicht gleich Preissteigerung \u2013 obwohl Preissteigerungen immer zu Kaufkraftverlusten f\u00fchren, k\u00f6nnen sie unterschiedliche Ursachen haben und m\u00fcssen je nach Ursache bek\u00e4mpft werden. Angebotsseitige Preissteigerungen mit Zinserh\u00f6hungen bek\u00e4mpfen zu wollen w\u00e4re wie der Einsatz von Antibiotika<\/span><span class=\"NormalTextRun SCXW131132309 BCX0\">\u00a0gegen virenbedingte Erkrankungen<\/span><span class=\"NormalTextRun SCXW131132309 BCX0\">: Nicht nur unn\u00fctz, sondern sch\u00e4dlich. Es ist die Aufgabe von Zentralbankern, Politikern, \u00d6konomen und Journalisten, einen pr\u00e4ziseren Blick auf das Datenmaterial zu werfen, um Politikfehler zu vermeiden.<\/span><\/span><span class=\"EOP SCXW131132309 BCX0\" data-ccp-props=\"{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:360}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<\/div>\n<p>Am 28. Oktober verschickte das Statistische Bundesamt (Destatis) eine <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Presse\/Pressemitteilungen\/2021\/10\/PD21_500_611.html\">Pressemitteilung<\/a> (eigene Hervorhebung): \u201eDie Inflationsrate in Deutschland \u2013 <strong>gemessen als Ver\u00e4nderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat<\/strong> \u2013 wird im Oktober 2021 voraussichtlich +4,5 % betragen.\u201c Warum pr\u00e4zisiert Destatis hier mit \u201egemessen als Ver\u00e4nderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat\u201c? Die Pr\u00e4zisierung ist kein Zufall, denn anders als h\u00e4ufig dargestellt ist die j\u00e4hrliche Steigerungsrate des VPI nur eine Ann\u00e4herung an die eigentliche Inflation.<\/p>\n<p><strong>Was ist Inflation \u00fcberhaupt?<\/strong><\/p>\n<p>Destatis <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Themen\/Wirtschaft\/Preise\/Verbraucherpreisindex\/FAQ\/inflationsraten.html?nn=214056\">erkl\u00e4rt<\/a> hierzu (Hervorhebung durch mich): \u201eInflation ist kein feststehender Begriff, er bezeichnet im allgemeinen Sprachgebrauch einen \u00fcber mehrere Perioden anhaltenden Anstieg des<strong> Preisniveaus<\/strong>.\u201c Wichtig ist der Hinweis auf des Preisniveau und die Tatsache, dass es sich dabei um einen \u00fcber mehreren Perioden anhaltenden Anstieg handelt, den die Wirtschaftssubjekte antizipieren und in Lohnverhandlungen vorweg nehmen. Eine gro\u00dfartige Erkl\u00e4rung zum Thema liefert die Konrad-Adenauer-Stiftung, die den wichtigen Unterschied zwischen Preisniveaustabilit\u00e4t und Preisstabilit\u00e4t auf ihrer Homepage erkl\u00e4rt:<\/p>\n<p>\u201eWenn man im Zusammenhang mit wirtschaftspolitischen Zielen \u2013 wie etwa bei der Europ\u00e4ischen Zentralbank \u2013 die Formulierung \u201ePreisstabilit\u00e4t&#8221; findet, dann ist eigentlich die \u201eStabilit\u00e4t des Preisniveaus&#8221; gemeint, wie es zum Beispiel im deutschen Stabilit\u00e4ts- und Wachstumsgesetz von 1967 exakter formuliert ist. Es geht n\u00e4mlich nicht um Preisstabilit\u00e4t im Sinne von fehlender Flexibilit\u00e4t oder Reagibilit\u00e4t der Einzelpreise, sondern darum, Preis(niveau)steigerungen auf breiter Front zu vermeiden.\u201c<\/p>\n<p><strong>Warum ist diese Unterscheidung wichtig?<\/strong><\/p>\n<p>Die Unterscheidung in Preissteigerungen auf breiter Front (=Inflation) und relative Preis\u00e4nderungen in einzelnen Waren, die zu einer Steigerung des VPI f\u00fchren, ist deshalb so wichtig, weil Geldpolitik nur etwas gegen erstere unternehmen kann. Wie bei einer Lungenentz\u00fcndung, die viral oder bakteriell bedingt sein kann (und nur in letzterem Fall helfen Antibiotika), k\u00f6nnen und sollten Preissteigerungen auch nur dann durch Zinserh\u00f6hungen adressiert werden, wenn sie wirklich auf breiter Front erwartet werden.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a><\/p>\n<p><strong>Wie wirken Zinserh\u00f6hungen auf die Wirtschaft?<\/strong><\/p>\n<p>Zinserh\u00f6hungen wirken, indem sie Kredite verteuern und das Wirtschaftswachstum bremsen.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a> Zinserh\u00f6hungen sind daher eine Ma\u00dfnahme, die man dann umsetzt, wenn die Kapazit\u00e4ten ausgelastet sind und zus\u00e4tzliche Nachfrage nur noch zu Preissteigerungen f\u00fchren w\u00fcrde. Die h\u00f6heren Zinsen verteuern Investitionen und Kredite, Investitionen gehen zur\u00fcck und Arbeitspl\u00e4tze gehen verloren \u2013 dieser Druck auf den Arbeitsmarkt f\u00fchrt dazu, dass vorsichtigere Lohnabschl\u00fcsse verabredet werden und der Inflationsdruck abnimmt. W\u00fcrde man ohne Not die Zinsen anheben, w\u00fcrde man die Arbeitslosigkeit unn\u00f6tigerweise erh\u00f6hen, h\u00f6here Langzeitarbeitslosigkeit riskieren und so das Potenzialwachstum der Volkswirtschaft senken \u2013 was, wenn ansonsten alle Variablen der Volkswirtschaft gleich bleiben, geringeren Wohlstand f\u00fcr alle bedeutet.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a><\/p>\n<p><strong>W\u00fcrde der durchschnittliche Deutsche aber nicht als Sparer von Zinserh\u00f6hungen profitieren? \u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Laut der <a href=\"https:\/\/www.bundesbank.de\/resource\/blob\/794130\/d523cb34074622e1b4cfa729f12a1276\/mL\/2019-04-vermoegensbefragung-data.pdf\">Verm\u00f6gensbefragung der Deutschen Bundesbank<\/a>, die 2017 zum letzten Mal durchgef\u00fchrt wurde, lag das Medianfinanzverm\u00f6gen in Deutschland 2017 bei 16.900 EUR \u2013 \u00fcber so viel Finanzverm\u00f6gen verf\u00fcgt also der durchschnittliche Deutsche. Eine Zinserh\u00f6hung um einen Prozentpunkt, unterstellt man optimistischerweise eine vollst\u00e4ndige Durchleitung, w\u00fcrde beim durchschnittlichen Deutschen also zu zus\u00e4tzlichen Zinseinkommen in H\u00f6he von 169 Euro im Jahr f\u00fchren. Der durchschnittliche Deutsche w\u00fcrde jedoch viel mehr unter der durch die Zinserh\u00f6hung ausgel\u00f6sten Arbeitslosigkeit leiden \u2013 entweder, weil er seinen Job verliert, unter \u00c4ngsten leidet, diesen zu verlieren, oder weil die Lohnabschl\u00fcsse knapper ausfallen w\u00fcrden. Was der Pr\u00e4sident der Minneapolis Fed, Neel Kashkari, f\u00fcr die USA <a href=\"https:\/\/finance.yahoo.com\/news\/neel-kashkari-says-one-word-150900386.html\">erkl\u00e4rt<\/a> hat, gilt eben auch f\u00fcr Deutschland:<\/p>\n<p>&#8220;I simply point out that for most Americans the most valuable asset they have is not their 401(k) <em>(kapitalgedeckte Altersvorsorge)<\/em> if they have one, it\u2019s not their house, it\u2019s their job, by far&#8221;.<\/p>\n<p><strong>Was sind die aktuellen Treiber des Verbraucherpreisindex?<\/strong><\/p>\n<p>Abbildung 1 schl\u00fcsselt die Treiber der \u201eInflationsrate\u201c auf und zeigt, dass vor allem Preise f\u00fcr Energie und Fortbewegung neben der alle Preise erh\u00f6henden Mehrwertsteuerheraufsetzung f\u00fcr den aktuellen Anstieg des VPI verantwortlich sind. Es handelt sich also nicht um eine durch steigende L\u00f6hne angefeuerte Inflation, sondern um eine Verteuerung des Angebots \u2013 gegen das die Zentralbank wie oben erkl\u00e4rt nicht vorgehen kann oder es auch nicht versuchen sollte.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-6337 aligncenter\" src=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Chart1.png\" alt=\"\" width=\"2339\" height=\"1410\" srcset=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Chart1.png 2339w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Chart1-300x181.png 300w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Chart1-768x463.png 768w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Chart1-1024x617.png 1024w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Chart1-1536x926.png 1536w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Chart1-2048x1235.png 2048w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Chart1-100x60.png 100w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Chart1-1184x714.png 1184w\" sizes=\"auto, (max-width: 2339px) 100vw, 2339px\" \/>Dar\u00fcber hinaus gibt es noch weitere statistisch ausgereifte Techniken, die man zus\u00e4tzlich zum VPI heranziehen sollte, um festzustellen, mit welcher Art von Preissteigerungen man es zu tun hat.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><sup>[4]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>In der Eurozone wird neben der Preissteigerungsrate des harmonisierten Verbraucherpreisindex auch die sogenannte \u201eKerninflationsrate\u201c ver\u00f6ffentlicht, die um die besonders volatilen Nahrungs- und Energiepreise bereinigt ist. Die Kerninflationsrate hat den Nachteil, dass sie eben weiterhin alle Ausrei\u00dfer beeinhaltet, die nicht unter \u201eNahrung\u201c oder \u201eEnergie\u201c eingestuft werden.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\"><sup>[5]<\/sup><\/a> Abbildung 2 zeigt neben der \u201eInflationsrate\u201c des deutschen Verbraucherpreisindex auch die Steigerungsraten des HVPI der Eurozone sowie des HVPI ex food&amp;energy. Der Vergleich zeigt, dass die Kerninflationsrate f\u00fcr sich keine Anzeichen liefert, dass wir es in der Eurozone mit Inflation zu tun h\u00e4tten, gegen die die Notenbank mit Zinserh\u00f6hungen vorgehen sollte.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-6345 aligncenter\" src=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Chart2.png\" alt=\"\" width=\"2339\" height=\"1410\" srcset=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Chart2.png 2339w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Chart2-300x181.png 300w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Chart2-768x463.png 768w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Chart2-1024x617.png 1024w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Chart2-1536x926.png 1536w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Chart2-2048x1235.png 2048w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Chart2-100x60.png 100w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Chart2-1184x714.png 1184w\" sizes=\"auto, (max-width: 2339px) 100vw, 2339px\" \/><strong>\u201eDoch was ist, wenn sich die aktuell h\u00f6heren Steigerungsraten des VPI in h\u00f6here Inflationserwartungen verankern?\u201c <\/strong>\u2013 ist eine Frage, die h\u00e4ufig und nicht zu Unrecht gestellt wird. W\u00fcrden etwa Gewerkschaften versuchen, nun Lohnabschl\u00fcsse \u00fcber 5% anzustreben,<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\"><sup>[6]<\/sup><\/a> m\u00fcssten Unternehmen ihre Preise erh\u00f6hen, um einen zu starken Abfall ihrer Margen zu verhindern und der Start einer Lohn-Preis-Spirale w\u00e4re gegeben.<\/p>\n<p>Solche Entwicklungen sind jedoch nicht schicksalhaft vorgegeben. Und es gibt auch in Deutschland keinerlei Hinweise, dass wir uns auf einem solchen Weg befinden. Der Lohnabschluss in der nicht gerade von Langeweile geplagten Baubranche im Oktober lag etwa <a href=\"https:\/\/www.deutsche-handwerks-zeitung.de\/tarifverhandlungen-im-baugewerbe-so-viel-lohn-fordert-die-ig-bau-173930\/\">bei 2,2% im Westen und 2,8% im Osten<\/a> \u2013 also weit weg von Gr\u00f6\u00dfenordnungen, die auf das Entstehen einer Lohn- Preisspirale hindeuten w\u00fcrden. Der Job von \u00d6konomen und Zentralbankern in einer solchen Situation ist es, auf diese Hintergr\u00fcnde zu verweisen und \u00fcber \u00f6konomische Bildung dazu beizutragen, dass die angebotsseitig bedingten Preissteigerungen, die wir gerade erleben, nicht zu einer Verankerung der Inflationserwartungen auf h\u00f6heres Niveau f\u00fchren.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\"><sup>[7]<\/sup><\/a> Wir sollten uns also zun\u00e4chst an eine Devise halten, die der ehemalige Chef-Volkswirts der Bank of England, Andy Haldane, schon 2017 ausgab: <a href=\"https:\/\/www.bankofengland.co.uk\/speech\/2017\/a-little-more-conversation-a-little-less-action\">\u201eA little more conversation a little less action please\u201c.<\/a><a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\"><sup>[8]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Sollte diese Kommunikationsstrategie scheitern und sollten sich die Inflationserwartungen tats\u00e4chlich auf h\u00f6herem Niveau verankern, sodass unbotm\u00e4\u00dfige Lohnsteigerungen zu erwarten w\u00e4ren, m\u00fcssten dann nat\u00fcrlich trotz der auch dann zu erwartenden volkswirtschaftlichen Kosten Zinserh\u00f6hungen durchgesetzt werden.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\"><sup>[9]<\/sup><\/a> Aber dar\u00fcber sollte dann gesprochen werden, wenn die bessere Strategie, n\u00e4mlich gute Kommunikation, trotz allen Bem\u00fchungen gescheitert ist. <strong>Wer die wenige Aufmerksamkeit, die im \u00f6ffentlichen Diskurs zur Verf\u00fcgung steht, f\u00fcr das Einfordern einer Notl\u00f6sung verschwendet, tr\u00e4gt eben nicht dazu bei, dass die bessere L\u00f6sung erfolgreich wird. <\/strong><\/p>\n<p>Um die korrekte Reaktion einer Zentralbank zu ermitteln bleibt nichts anderes \u00fcbrig, als in disaggregierte Daten zu schauen und sich ein differenziertes Bild der Gr\u00fcnde zu verschaffen, die zu Preissteigerungen f\u00fchren. In der Debatte werden solche Forderungen nach mehr Differenzierung jedoch regelm\u00e4\u00dfig emotional und geradezu w\u00fctend zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n<p><strong>Droht uns die Stagflation? Nur wenn wir Putin einen Gefallen tun<\/strong><\/p>\n<p>Als Stagflation wird ein makro\u00f6konomisches Umfeld beschrieben, in dem Preise steigen, aber das Wachstum stagniert \u2013 indem sich also \u201eStagnation\u201c und \u201eInflation\u201c zu einer ungesunden Mischung verbinden. Am aktuellen Rand erleben wir wie beschrieben angebotsbedingte Preissteigerungen, aber keine Inflation des generellen Preisniveaus. Neben dem Basiseffekt durch die R\u00fccknahme der Mehrwertsteuersenkung sind es vor allem die Energie- und Strompreise, die die Verbraucherpreisindizes in Europa nach oben treiben. Die Energie- und Strompreise wiederum steigen wegen eines <a href=\"https:\/\/www.ft.com\/content\/e5f74353-73e5-4273-ae13-cc3d0985e606\">Erpressungsversuchs Putins<\/a>, der eine besondere Situation am Energiemarkt ausnutzt: Da US-amerikanische Gasbohrungen w\u00e4hrend der Pandemie mangels Nachfrage eingestellt wurden und aufgrund der grunds\u00e4tzlich positiven Bestrebungen von US-Finanzierern, ihre Portfolios zu vergr\u00fcnen, auch nur vereinzelt Finanzierungen erhalten und daher nur langsam wieder anlaufen, fehlt am Gasmarkt aktuell die Alternative zu russischen Gaslieferungen. Putins Regierung nutzt diese Situation aus, schickt aktuell gut <a href=\"https:\/\/background.tagesspiegel.de\/energie-klima\/die-europaeische-gaskrise-woher-kommt-sie-und-was-ist-zu-tun\">40% weniger Gas durch die zertifizierten Pipelines als vor einem Jahr<\/a> und erpresst Europa, Nordstream 2 zertifizieren zu lassen und in Betrieb zu nehmen.<\/p>\n<p><strong>W\u00fcrden wir nun auf die steigenden Energiepreise mit Zinserh\u00f6hungen reagieren, w\u00fcrde das an den Energiepreisen \u00fcberhaupt nichts \u00e4ndern, aber zu einer deflatorischen Entwicklung mit entsprechender Arbeitslosigkeit in anderen M\u00e4rkten sorgen \u2013 die Stagflation w\u00e4re geboren und der politische Druck, der putinschen Erpressung nachzugeben, w\u00e4re noch gr\u00f6\u00dfer.<\/strong> Sinnvoller w\u00e4re daher, wie Hanns Koenig von Aurora Energy Research in seinem <a href=\"https:\/\/background.tagesspiegel.de\/energie-klima\/die-europaeische-gaskrise-woher-kommt-sie-und-was-ist-zu-tun\">Gastbeitrag<\/a> im Tagesspiegel ausf\u00fchrt, kurzfristig die Preisspitzen bei Strom und Gas z. B. durch eine Abschaffung der EEG-Umlage und eine vorr\u00fcbergehende Senkung der Stromsteuer abzufedern und nat\u00fcrlich mittelfristig durch einen schnellstm\u00f6glichen Ausbau der Erneubaren Energien und Stromtrassen f\u00fcr Alternativen zu sorgen \u2013 was eben nicht nur f\u00fcr die Energiewende unerl\u00e4sslich ist, sondern auch unsere Abh\u00e4ngigkeit von autokratischen Regimen mindert.<\/p>\n<p><strong>Woher kommt die Wut gegen den Wunsch nach mehr Differenzierung in der Inflationsdebatte?<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\"><sup>[10]<\/sup><\/a><\/strong><\/p>\n<p>Eine m\u00f6gliche Erkl\u00e4rung f\u00fcr die Emp\u00f6rung, die niedrige Zinsen hervorrufen, k\u00f6nnte man im Einfluss des Calvinismus auf unsere Sprache und Kultur finden.\u00a0 \u201eWer sch\u00f6n sein will, muss Leiden\u201c, \u201eMorgenstund hat Gold im Mund\u201c, \u201eOhne Flei\u00df kein Preis\u201c \u2013 der deutschen Sprache mangelt es jedenfalls nicht an Sprichw\u00f6rtern, die Flei\u00df, Uneigennutz und Leidensbereitschaft f\u00fcr ein gr\u00f6\u00dferes Ziel glorifizieren. <strong>Doch so sehr diese Eigenschaften im richtigen Moment Tugenden sein k\u00f6nnen, so vernebeln sie auch in manchen Debatten den Sinn f\u00fcr eine bessere L\u00f6sung, die mit weniger Leid daherkommt.<\/strong> Wer fest daran glaubt, dass ein hehres Ziel nicht ohne Leidensbereitschaft erreichbar ist, der vermutet hinter Ideen, die eine L\u00f6sung eines Problems mit weniger Leid vorschlagen h\u00e4ufig eine Manipulation, die nur vorgibt, das Problem wirklich l\u00f6sen zu wollen. Im Gegensatz dazu werden Politikideen in Deutschland vergleichsweise h\u00e4ufig nicht mit dem zu l\u00f6senden Problem beworben, sondern mit dem Martyrium, das vermeintlich notwendig ist, um das gar nicht explizit genannte Problem zu l\u00f6sen: Fleisch m\u00fcsste teurer, Inlandsfl\u00fcge verboten und Urlaubsreisen limitiert werden \u2013 wir sprechen also regelm\u00e4\u00dfig nicht \u00fcber die Ziele der Politik, sondern \u00fcber das Martyrium, zu dem wir uns vermeintlich verpflichten m\u00fcssen. Ideen, die einen Beitrag zur L\u00f6sung von Problemen versprechen und dabei ohne Martyrium auskommen, etwa k\u00fcnstliches Fleisch, Gr\u00fcne Gentechnik oder CO2-Speichertechnologien, treffen jedoch immer wieder auf Skepsis oder sogar Ablehnung. Im Fall von CO2-Speichertechnologien erfolgen dabei regelm\u00e4\u00dfig aufgebrachte Unterstellungen, man w\u00fcrde das Problem eigentlich gar nicht l\u00f6sen wollen und nach einer unanst\u00e4ndigen Abk\u00fcrzung suchen, die aus einer Intuition heraus gar nicht die L\u00f6sung sein k\u00f6nne.<\/p>\n<p>In der Debatte um Preissteigerungen ist ein \u00e4hnliches Ph\u00e4nomen erkennbar: Die Aufforderung, zwischen angebotsseitigen und nachfragebedingen Preissteigerungen zu unterscheiden, f\u00fchrt immer wieder zu w\u00fctenden Vorw\u00fcrfen, <span class=\"TrackChangeTextInsertion TrackedChange  BCX0 SCXW222143982\"><span class=\"TextRun  BCX0 SCXW222143982\" lang=\"DE-DE\" xml:lang=\"DE-DE\" data-contrast=\"auto\"><span class=\"NormalTextRun  BCX0 SCXW222143982\">man w\u00fcrde Inflation nicht ernst nehmen, aus niederen Motiven gegen eine Zinserh\u00f6hung eintreten und damit gesetzeswidrig den Auftrag aus dem EU-Vertrag missachten.<\/span><\/span><\/span> Auch hier wird von einigen Stimmen die L\u00f6sung<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\"><sup>[11]<\/sup><\/a> die mit weniger Leid einherkommt, ohne inhaltliche Begr\u00fcndung als unanst\u00e4ndig bezeichnet und stattdessen eine L\u00f6sung<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\"><sup>[12]<\/sup><\/a> gefordert, die eine gr\u00f6\u00dfere Opferbereitschaft impliziert.<\/p>\n<p>W\u00fcrden wir unsere Entscheidungen von fehlgeleiteten Calvinismus beeinflussen lassen, w\u00e4re das jedoch ein Fehler, der unseren Wohlstand gef\u00e4hrdet und damit letztlich auch die Zustimmung zu Politik und Institutionen. Widerspruch ist in einer lebhaften Demokratie unverzichtbar. Unsere inneren Alarmglocken sollten jedoch immer dann l\u00e4uten, wenn Menschen einen Blick auf Details ablehnen und anderen pauschal unterstellen, sie h\u00e4tten eigentlich b\u00f6sartige Intentionen, sodass man sich mit ihren Argumenten gar nicht befassen d\u00fcrfe. Das gleiche gilt, wenn die Komplexit\u00e4t von Sachverhalten geleugnet wird und daf\u00fcr die Bedeutung einzelner Akteure und deren vermeintliche Absichten ins Zentrum ger\u00fcckt werden. Eine gute (Geld-)Politik ist m\u00f6glich, aber wir m\u00fcssen sie wollen und erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<h4><strong> Fu\u00dfnoten<\/strong><\/h4>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Preissteigerungen in einzelnen G\u00fctern k\u00f6nnen, wenn sie wie Energiepreise einen relevanten Teil des Warenkorbs ausmachen, durchaus zu Kaufkraftverlusten f\u00fchren und sind daher politisch wichtig. Doch Forderungen nach politischen Ma\u00dfnahmen, um diese Kaufkraftverluste zu adressieren, sollten sich an die Fiskalpolitik und nicht an die Zentralbank richten.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> F\u00fcr eine anschauliche Erkl\u00e4rung des Wirkungsmechanismus von einer Leitzinssenkung bis hin zu Preisver\u00e4nderungen lohnt ein Blick in den Bundesbank <a href=\"https:\/\/www.bundesbank.de\/resource\/blob\/614448\/c0acb63e33120467bbb3615c63dc7e1a\/mL\/2017-04-geldschoepfungsprozess-data.pdf\">Monatsbericht April 2017<\/a>, S. 28.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Vgl.: Davis, S. J., &amp; Von Wachter, T. M. (2011). Recessions and the cost of job loss (No. w17638). National Bureau of Economic Research.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Die Dallas Fed ver\u00f6ffentlicht beispielsweise einen <a href=\"https:\/\/www.dallasfed.org\/research\/pce\">\u201etrimmed mean\u201c<\/a> des US-amerikansichen Warenkorbs, der Ausrei\u00dfer herausfiltert. Die Cleveland Fed ver\u00f6ffentlicht mit der <a href=\"https:\/\/www.clevelandfed.org\/our-research\/indicators-and-data\/median-pce-inflation\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Median PCE Inflation rate<\/a> den Preisanstieg des Medianwerts im Warenkorb. Beide Methoden eignen sich, um festzustellen, ob sich tats\u00e4chlich das gesamte Preisniveau verschiebt, oder ob eine Bewegung in der gesamten \u201eInflationsrate\u201c am nur durch Ausrei\u00dfer bedingt ist.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a>[5] Preissteigerungen durch aktuell <a href=\"https:\/\/www.springerprofessional.de\/en\/halbleiter\/halbleitertechnik\/das-muessen-sie-zur-halbleiter-krise-wissen\/19356172\">knappe Halbleiter<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.dvz.de\/rubriken\/see\/detail\/news\/containermarkt-naehert-sich-dem-limit.html\">pandemiebedingt teurere Containerraten<\/a>, bei denen keine Anzeichen daf\u00fcr vorliegen, dass sie im n\u00e4chsten Jahr erneut im gleichen Ma\u00dfe zulegen, sind also weiterhin in der Kerninflationsrate enthalten.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> F\u00fcr November ist mit einer Inflationsrate von ca. 5,5% zu rechnen, da der VPI im vergangen Jahr von Oktober auf November von 105,9 auf 105,0 gefallen ist und daher alleine aufgrund dieses Basiseffekts (die \u201eInflationsrate\u201c des VPI wird ja im Vergleich zum Vorjahresmonat berechnet) ist bei exakt gleichem Preisniveau ein Anstieg der \u201eInflationsrate\u201c von 4,5% auf 5,5% zu erwarten.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Zum Thema Inflationserwartungen und ihr Einfluss auf die Geldpolitik gibt es auch eine grunds\u00e4tzliche Debatte. Die Fed hat erst k\u00fcrzlich ein discussion paper von Jeremy Rudd <a href=\"https:\/\/www.federalreserve.gov\/econres\/feds\/why-do-we-think-that-inflation-expectations-matter-for-Inflation-and-should-we.htm\">ver\u00f6ffentlicht<\/a>, in dem der Autor nicht nur die aktuelle Interpretation von Inflationserwartungen in Frage stellte, sondern vor allem kritisierte, dass in der volkswirtschaftlichen Debatte viele Axiome gesetzt und nicht regelm\u00e4\u00dfig genug daraufhin \u00fcberpr\u00fcft werden, ob sie einer sich ver\u00e4nderten Welt standhalten. Der Vollst\u00e4ndigkeit sei auch der <a href=\"https:\/\/twitter.com\/R2Rsquared\/status\/1443902934186663937?s=20\">sehr guten Thread<\/a> von Ricardo Reis (LSE) zum Thema erw\u00e4hnt, der erkl\u00e4rt, weshalb Inflationserwartungen seiner Ansicht nach zurecht eine sehr wichtige Rolle in der Geldpolitik spielen.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Dass die Zentralbank einen Auftrag zur \u00f6konomischen Bildung aus ihrem Preisstabilit\u00e4tsmandat hat, ist in Deutschland auch unbestritten. Burkhard Balz, Mitglied des Vorstands der Bundesbank, erkl\u00e4rte dazu in einer <a href=\"https:\/\/www.bundesbank.de\/de\/presse\/reden\/chancen-und-herausforderungen-der-oekonomischen-bildung-in-zeiten-der-digitalisierung-878846\">Rede<\/a> am 25. Oktober 2021 in Berlin: \u201ein der Deutschen Bundesbank konzentrieren wir uns deshalb darauf, \u201eZentralbankwissen\u201c zu vermitteln. Dies umfasst grundlegende Sachverhalte zu Geld, W\u00e4hrung, Finanzsystem und Zentralbankhandeln. Konkrete Fragestellungen sind beispielweise: Was ist Geld und warum benutzen wir es? Wovon h\u00e4ngt der Geldwert ab und warum ist Geldwertstabilit\u00e4t wichtig? Und weshalb spielt die Zentralbank dabei eine wichtige Rolle? Der Auftrag, dieses Wissen zu vermitteln, leitet sich aus unserem Mandat f\u00fcr Preisstabilit\u00e4t ab. Um Preisstabilit\u00e4t dauerhaft zu gew\u00e4hrleisten, kommt es darauf an, dass die Bev\u00f6lkerung die Entscheidungen der Bundesbank einordnen kann, die Vorteile der Stabilit\u00e4tsorientierung versteht und Vertrauen in ihre Arbeit hat.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Das w\u00e4re dann auch kein \u201eEinknicken\u201c derer, die aktuell von Zinserh\u00f6hungen abraten. Wer im Sommer vorschl\u00e4gt, die Winterstiefel anzuziehen, kann sich im Winter auch nicht darauf berufen, dass er ja schon vor Monaten diese gute Idee hatte.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> An dieser Stelle wird das Ende des diesw\u00f6chigen Geldbriefs zu einem Kommentar und Debattenbeitrag, der explizit nicht als wissenschaftlicher Beitrag verstanden werden soll.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Appelle an Gewerkschaften, auf unbotm\u00e4\u00dfige Lohnsteigerungen zu verzichten bei gleichzeitiger Abfederung sozialer H\u00e4rten durch die Fiskalpolitik\u00a0<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Zinserh\u00f6hungen, die \u00fcber h\u00f6here Arbeitslosigkeit zu geringeren Lohnabschl\u00fcssen letztlich zu niedrigerer Inflation beitragen w\u00fcrden<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n\n\n<\/p>\n<hr>\n<p><strong>Termine, Veranstaltungen und Medienberichte<\/strong><\/p>\n<p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Das RND hat Philippa zu einem am 18.10 erschienen Artikel mit Titel \u201e<a href=\"https:\/\/www.rnd.de\/wirtschaft\/ampelkoalition-mehr-staatsschulden-mehr-investitionen-wie-oekonomen-unter-die-arme-greifen-353EPG36ZVBFNI7QEQ7O4W3IXM.html\">Mehr Staatsschulden, mehr Investitionen: Wie \u00d6konomen der Ampelkoalition unter die Arme greifen<\/a>\u201c interviewt.<\/li>\n\n\n\n<li>Am 24.10 wurde unser fiskalischer Reformvorschlag in einem Financial Times mit dem Titel \u201e<a href=\"https:\/\/www.ft.com\/content\/da522afd-08d4-4f4d-860c-64fb0af443cd\">Germany and Europe face the same challenges in upending fiscal status quo<\/a>\u201c verlinkt.<\/li>\n\n\n\n<li>Florian Kern gab am 27.10 bei <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Weidmann-ist-eine-Projektionsflaeche-article22889450.html\">NTV ein Interview<\/a>, zu Inflation sowie zur medialen Wahrnehmung Jens Weidmanns.<\/li>\n\n\n\n<li>Am 4.11 nimmt Philippa im Rahmen einer Veranstaltungsreihe des Netzwerks \u201ePlurale \u00d6konomik\u201c an einer Podiumsdiskussion mit Lars Feld zum Thema \u201eDie Zukunft der Deutschen Finanzpolitik\u201c teil. Alle Infos findet ihr <a href=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/de\/veranstaltungskalender\/prod\/ausgabe\/termine.php?layout=toptermin-detail&amp;id=32305&amp;einrichtungsid=43\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">hier.<\/a>&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Am 18.11 spricht Philippa zum Thema: \u201eStaatsverschuldung: Gefahr oder Chance?\u201c beim&nbsp;Peutinger&nbsp;Collegium in M\u00fcnchen&nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n\n\n<p><\/p>\n<p class=\"executivesum\" style=\"border-left: 8px solid #ee6174; text-align: center;\"><em>Der <strong>Dezernats- und der Geldbrief<\/strong> sind unsere Newsletter zu aktuellen \u00f6konomischen Fragen in Deutschland und Europa. \u00dcber Feedback und Anregungen freuen wir uns und erbitten deren Zusendung an florian.kern[at]dezernatzukunft.org<\/em><\/p>\n<hr>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Preissteigerung ist nicht gleich Preissteigerung \u2013 obwohl Preissteigerungen immer zu Kaufkraftverlusten f\u00fchren, k\u00f6nnen sie unterschiedliche Ursachen haben und m\u00fcssen je nach Ursache bek\u00e4mpft werden. Angebotsseitige Preissteigerungen mit Zinserh\u00f6hungen bek\u00e4mpfen zu wollen w\u00e4re wie der Einsatz von Antibiotika\u00a0gegen virenbedingte Erkrankungen: Nicht nur unn\u00fctz, sondern sch\u00e4dlich. 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