{"id":79240,"date":"2026-03-31T17:00:36","date_gmt":"2026-03-31T15:00:36","guid":{"rendered":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/?p=79240"},"modified":"2026-04-01T08:44:34","modified_gmt":"2026-04-01T06:44:34","slug":"wohnungspolitik-in-einer-teuren-sackgasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/en\/wohnungspolitik-in-einer-teuren-sackgasse\/","title":{"rendered":"Wohnungspolitik in einer teuren Sackgasse"},"content":{"rendered":"\r\n<p class=\"has-normal-font-size\"><strong><a href=\"mailto:sara.schulte@dezernatzukunft.org\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Sara Schulte<\/a><\/strong>, Dr. Max Krah\u00e9<\/p>\r\n<p class=\"executivesum\" style=\"border-left: 8px solid #ee6174; text-align: left;\">Wohnkosten belasten nicht nur private Haushalte, sondern auch den Staat. Unser neuer Datensatz zeigt, dass die staatlichen Ausgaben f\u00fcr Wohnen nahe ihrem historischen H\u00f6hepunkt sind. Gleichzeitig haben sich ihre Priorit\u00e4ten grundlegend gewandelt: Von Objektf\u00f6rderung, also der F\u00f6rderung von Bau, Erwerb oder Modernisierung von Wohnraum, zu Subjektf\u00f6rderung, also der finanziellen Unterst\u00fctzung von Haushalten, die sich Wohnen sonst nicht leisten k\u00f6nnen. Das bek\u00e4mpft Symptome, l\u00f6st aber keine strukturellen Probleme. Damit hat sich die Wohnungspolitik in eine teure Sackgasse man\u00f6vriert.<\/p>\r\n<h4>Teures Wohnen<\/h4>\r\n<p>Wohnen ist teuer. Dass das f\u00fcr immer mehr private Haushalte gilt, ist bekannt.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a> Dass es auch die \u00f6ffentliche Hand betrifft, wird schnell offensichtlich: Allein f\u00fcr die Kosten der Unterkunft (KdU), also die Miet- und Heizkosten, die der Staat f\u00fcr Grundsicherungsempf\u00e4nger:innen zahlt, sind 2026 rund 23 Milliarden Euro veranschlagt.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a><\/p>\r\n<p>Dazu kommen \u2013 teils auf Bundes-, teils auf Landes-, teils auf kommunaler Ebene \u2013 das Wohngeld, das (f\u00fcr Neuvertr\u00e4ge geschlossene) Baukindergeld, die F\u00f6rderung des sozialen Wohnungsbaus, die Wohnungsbaupr\u00e4mie sowie ein Konvolut an weiteren staatlichen Zusch\u00fcssen und Steuerverg\u00fcnstigungen.<\/p>\r\n<p>Schon qualitativ ist diese Lage un\u00fcbersichtlich. Quantitativ war sie bisher unbestimmt: Es gibt unseres Wissens bisher keine Datenquelle, die das fiskalische Gesamtbild erfasst.<\/p>\r\n<h4>Die Wohnungspolitik in Zahlen<\/h4>\r\n<p>Das wollten wir \u00e4ndern. Deswegen haben wir einen neuen Datensatz erstellt, der erstmals einen historischen \u00dcberblick \u00fcber die Wohnraumf\u00f6rderung bietet (<a href=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/eine-kurze-fiskalgeschichte-der-deutschen-wohnungspolitik\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schulte u.a. 2026<\/a>). Er fasst die wohnungspolitischen Ausgaben von Bund und L\u00e4ndern seit 1965 zusammen \u2013 bis 1990 f\u00fcr die Bundesrepublik Deutschland, ab 1991 f\u00fcr das gesamte Bundesgebiet. Daf\u00fcr haben wir die Subventionsberichterstattung, die relevanten Haushaltspl\u00e4ne und diverse statistische Publikationen ausgewertet. Alle <a href=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/eine-kurze-fiskalgeschichte-der-deutschen-wohnungspolitik\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Daten<\/a> sind \u00fcber unsere Website frei zug\u00e4nglich.<\/p>\r\n<p>Wir unterscheiden zwischen mehreren F\u00f6rderkategorien. Mit Subjektf\u00f6rderung werden direkt die Haushalte (\u201eSubjekte\u201c) gef\u00f6rdert, die sich Wohnen sonst kaum leisten k\u00f6nnten. Das Gegenst\u00fcck dazu ist die Objektf\u00f6rderung: Sie f\u00f6rdert den Bau, Erwerb oder die Modernisierung von Wohnraum (\u201eObjekten\u201c).<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a><\/p>\r\n<p>Diese beiden F\u00f6rderarten schaffen unterschiedliche Anreize und Verteilungseffekte. Die Subjektf\u00f6rderung kann in angespannten Wohnungsm\u00e4rkten die Mietpreise in die H\u00f6he treiben.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><sup>[4]<\/sup><\/a> Objektf\u00f6rderung hingegen kann das Wohnraumangebot vergr\u00f6\u00dfern und so \u2013 im Idealfall \u2013 die Preise stabilisieren. Das gilt besonders f\u00fcr den sozialen Wohnungsbau, der gezielt das Angebot im preisg\u00fcnstigen Marktsegment f\u00f6rdert.<\/p>\r\n<h4>Von Objekt- zu Subjektf\u00f6rderung \u2026<\/h4>\r\n<p>Ein erster Blick in die Daten zeigt: Der Schwerpunkt der Wohnraumf\u00f6rderung hat sich von Objekt- zu Subjektf\u00f6rderung verschoben. Heute flie\u00dfen rund 80 Prozent der gesamten F\u00f6rdermittel in die Subjektf\u00f6rderung, 20 Prozent kommen der Objektf\u00f6rderung zu. Historisch war es lange Zeit umgekehrt (siehe Abbildung 1): Vor der Jahrtausendwende machte die Objektf\u00f6rderung etwa 80 Prozent des F\u00f6rdervolumens aus, die Subjektf\u00f6rderung nur 20 Prozent.<\/p>\r\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-79221\" src=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/260327_GB116_Abb1_KE.png\" alt=\"\" width=\"750\" height=\"590\" srcset=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/260327_GB116_Abb1_KE.png 1600w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/260327_GB116_Abb1_KE-300x236.png 300w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/260327_GB116_Abb1_KE-1024x806.png 1024w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/260327_GB116_Abb1_KE-768x604.png 768w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/260327_GB116_Abb1_KE-1536x1209.png 1536w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/260327_GB116_Abb1_KE-100x79.png 100w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/260327_GB116_Abb1_KE-1184x932.png 1184w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/p>\r\n<p>Entscheidend f\u00fcr diese Kehrtwende waren die fr\u00fchen 2000er Jahre. Einerseits geriet die Objektf\u00f6rderung in eine pr\u00e4zedenzlose Talfahrt. Der Bund zog sich aus dem sozialen Wohnungsbau zur\u00fcck. Zeitgleich wurde mit der Eigenheimzulage das wichtigste Instrument der Eigentumsf\u00f6rderung abgeschafft.<\/p>\r\n<p>Andererseits erlebte die Subjektf\u00f6rderung mit den Hartz-IV-Reformen einen Niveausprung. Das Grundsicherungssystem schuf mit der \u00dcbernahme der Kosten der Unterkunft ein neues Instrument der Subjektf\u00f6rderung. Fortan galt: Steigt die Miete, steigt auch die staatliche Leistung. Die durch das Arbeitslosengeld II ersetzte Arbeitslosenhilfe war als einkommensorientierte Individualleistung angelegt, aus der die Leistungsempf\u00e4nger:innen ihre Miete selbst bestreiten mussten. Stieg hier die Miete, blieb die staatliche Leistung unver\u00e4ndert.<\/p>\r\n<p>Die Mieten im Grundsicherungssystem stiegen in dem Zeitraum, in dem sie systematisch erfasst wurden, schneller als die allgemeinen Mieten (siehe Abbildung 2). Ein Teil dieses Anstiegs d\u00fcrfte sich dadurch erkl\u00e4ren, dass Haushalte in der Grundsicherung j\u00fcngere Mietvertr\u00e4ge als der Durchschnitt der Bev\u00f6lkerung haben.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\"><sup>[5]<\/sup><\/a> Doch selbst wenn man annimmt, dass KdU-Empf\u00e4nger:innen dreimal so oft umziehen wie der Durchschnitt (etwa 27,7\u00a0Prozent anstelle von regul\u00e4r 9,2 Prozent pro Jahr (<a href=\"https:\/\/www.postadress.de\/umzugsstudie.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deutsche Post Adress 2024<\/a>)), l\u00e4gen die Mietsteigerungen seit 2012 im KdU-Segment immer noch um etwa 21 Prozentpunkte \u00fcber jenen im gesamten Wohnungsbestand.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\"><sup>[6]<\/sup><\/a> Dies deutet darauf hin, dass die massive Steigerung der Subjektf\u00f6rderung seit 2005 Folgen f\u00fcr das Preisgef\u00fcge im Mietmarkt hat.<\/p>\r\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-79223\" src=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/260327_GB116_Abb2_KE.png\" alt=\"\" width=\"750\" height=\"915\" srcset=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/260327_GB116_Abb2_KE.png 1600w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/260327_GB116_Abb2_KE-246x300.png 246w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/260327_GB116_Abb2_KE-840x1024.png 840w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/260327_GB116_Abb2_KE-768x936.png 768w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/260327_GB116_Abb2_KE-1260x1536.png 1260w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/260327_GB116_Abb2_KE-100x122.png 100w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/260327_GB116_Abb2_KE-1184x1444.png 1184w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/p>\r\n<h4>\u2026 und wieder zur\u00fcck?<\/h4>\r\n<p>Am aktuellen Rand zeichnet sich eine Trendwende ab: Die Objektf\u00f6rderung ist in den letzten Jahren wieder angestiegen. Insbesondere der soziale Wohnungsbau wird nun wieder verst\u00e4rkt gef\u00f6rdert.<\/p>\r\n<p>Dies ist eine positive Entwicklung. Der historische Blick zeigt jedoch, dass die Fiskalpolitik in einer Sackgasse steckt. Solange die Subjektf\u00f6rderung auf ihrer aktuellen H\u00f6he verbleibt, ist eine R\u00fcckkehr der Objektf\u00f6rderung auf ihren historischen Durchschnitt herausfordernd. Der Spielraum im Bundeshaushalt ist daf\u00fcr absehbar zu gering (<a href=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/nur-3-prozent-spielraum\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schuster-Johnson &amp; Sigl-Gl\u00f6ckner 2025<\/a>). Bei den L\u00e4ndern und Kommunen sieht das Bild nicht besser aus.<\/p>\r\n<p>Eine K\u00fcrzung der Subjektf\u00f6rderung scheint in der kurzen Frist genauso schwierig. Fiskalisch \u2013 und angesichts der politischen und gesellschaftlichen Bedeutung der Wohnungsfrage \u2013 w\u00e4re sie nur bei starken Begleitma\u00dfnahmen sinnvoll, denn die Folgekosten von Obdachlosigkeit \u00fcbersteigen sonst die direkten Ersparnisse. Doch w\u00e4hrend die Subjektf\u00f6rderung soziale H\u00e4rten abfedert und Symptome bek\u00e4mpft, l\u00f6st sie die strukturellen Schieflagen des Wohnungsmarkts nicht.<\/p>\r\n<p>Sich aus dieser Sackgasse herauszuman\u00f6vrieren ist schwierig. Die Trendwende weg vom historischen Tiefpunkt der Objektf\u00f6rderung ist zwar sinnvoll, kann aber nur ein erster Schritt sein. Wir wollen in Zukunft dar\u00fcber nachdenken, wie die Wohnungsfiskalpolitik so weiterentwickelt werden kann, dass sie dauerhaft bezahlbaren Wohnraum liefert \u2013 und dabei gleichzeitig selbst bezahlbar bleibt. \u00dcber alle Hinweise, Ideen und Diskussionen dazu freuen wir uns.<\/p>\r\n<h4><strong>Unsere Leseempfehlungen:<\/strong>\u00a0<\/h4>\r\n<ul>\r\n<li>Caterina Lobenstein und Vivien Serves <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2026-03\/wohnungskrise-mieten-ursachen-massnahmen-wohnungsmarkt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel<\/a> in der ZEIT, in dem sie den Clusterfuck der deutschen Wohnungspolitik anschaulich auf den Punkt bringt<\/li>\r\n<li>Unser neues <a href=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/eine-kurze-fiskalgeschichte-der-deutschen-wohnungspolitik\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hintergrundpapier<\/a> zur Fiskalgeschichte der deutschen Wohnungspolitik<\/li>\r\n<li>Die aktuelle <a href=\"https:\/\/www.impulse-fuer-den-wohnungsbau.de\/fileadmin\/images\/Wohnungsbautag\/2026\/pressemappe\/studie_zum_wohnungsbau_2026.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wohnungsbau-Studie<\/a> im Auftrag des Verb\u00e4ndeb\u00fcndnisses Wohnungsbau<\/li>\r\n<li>Zu den historischen Entwicklungen der Wohnungspolitik in Deutschland und den USA: \u201e<a href=\"https:\/\/www.cambridge.org\/core\/books\/through-the-roof\/7E8011C9F7D390817A5CAC6EF76F78C5#fndtn-information\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Through the Roof<\/a>\u201c von Alexander Reisenbichler<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<hr \/>\r\n<h4>Fu\u00dfnoten<\/h4>\r\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> 2025 lag die durchschnittliche Wohnkostenbelastung in Deutschland bei 24 Prozent des verf\u00fcgbaren Haushaltseinkommens (<a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Themen\/Gesellschaft-Umwelt\/Wohnen\/Tabellen\/eurostat-anteil-wohnkosten-haushaltseinkommen-mz-silc.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Destatis 2026a<\/a>). Hinter diesem Durchschnitt steht eine gro\u00dfe Spannbreite. So verwenden armutsgef\u00e4hrdete Haushalte im Schnitt rund 44 Prozent ihres verf\u00fcgbaren Einkommens auf Wohnkosten; auch die Wohnbelastung von Alleinlebenden und Alleinerziehenden liegt deutlich \u00fcber diesem Durchschnitt. Besonders in den St\u00e4dten liegt au\u00dferdem die Wohnkostenbelastung vieler Haushalte deutlich \u00fcber der Marke von 30 Prozent, die weithin als Grenze zur \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Belastung gilt (<a href=\"https:\/\/www.boeckler.de\/de\/faust-detail.htm?sync_id=HBS-008039\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Holm u.a. 2021<\/a>). Auch die, deren aktuelle Wohnkostenbelastung unter dieser Marke liegt, sind betroffen. In den letzten zehn Jahren sind die Angebotsmieten in Deutschland um insgesamt 48 Prozent gestiegen; die Immobilienpreise lagen 2024 um 74 Prozent \u00fcber den Preisen von 2015 (<a href=\"https:\/\/www.econtribute.de\/RePEc\/ajk\/ajkdps\/ECONtribute_231_2023.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Amaral et al. 2023<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.kielinstitut.de\/de\/institut\/forschungszentren\/makrooekonomie\/makrofinanzen\/mietpreisindex\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">IfW Kiel 2026<\/a>). In den Gro\u00dfst\u00e4dten spitzen sich die Preissteigerungen zu, sie bahnen sich aber zunehmend ihren Weg in die Fl\u00e4che (<a href=\"https:\/\/www.empirica-institut.de\/nachrichten\/details\/nachricht\/empirica-wohnungsmarktbericht-2026-4\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Simons &amp; Grade 2026<\/a>). Damit hat sich insbesondere Umziehen, ob freiwillig oder durch K\u00fcndigung, deutlich st\u00e4rker verteuert als die gesamten Verbraucherpreise, die zwischen 2015 und 2025 um 30 Prozent anstiegen (<a href=\"https:\/\/www-genesis.destatis.de\/datenbank\/online\/url\/fc6e9d10\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Destatis 2026b<\/a>). Selbst Haushalte mit niedriger aktueller Wohnkostenbelastung stehen im Schatten dieser Kosten, sodass die subjektive Sorge gr\u00f6\u00dfer sein kann als die aktuelle Belastung (<a href=\"https:\/\/mieterbund.de\/app\/uploads\/2025\/11\/Mietenreport_2025_final03Nov.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stilling 2025<\/a>)\u00a0.<\/p>\r\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Davon entfallen circa 17 Milliarden Euro auf den Bund und die restlichen 6 Milliarden Euro auf die Kommunen (<a href=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/eine-kurze-fiskalgeschichte-der-deutschen-wohnungspolitik\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schulte u.a. 2026<\/a>). Neben den KdU nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch (SGB II) ber\u00fccksichtigen wir hier auch die KdU nach SGB XII.<\/p>\r\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Innerhalb der Objektf\u00f6rderung differenzieren wir zus\u00e4tzlich zwischen Subventionen f\u00fcr Neubau und f\u00fcr den Erwerb von Bestandsimmobilien. Diese Unterscheidung f\u00fchren wir im Hintergrundpapier (<a href=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/eine-kurze-fiskalgeschichte-der-deutschen-wohnungspolitik\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schulte &amp; Krah\u00e9 2026<\/a>) weiter aus.<\/p>\r\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Letztlich garantiert hier die \u00f6ffentliche Hand die kaufkr\u00e4ftige Nachfrage. Das er\u00f6ffnet Spielr\u00e4ume f\u00fcr Preiserh\u00f6hungen, von denen am Ende Vermieter:innen profitieren.<\/p>\r\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Einerseits gehen dem Leistungsbezug oft Lebensumbr\u00fcche wie Trennungen voraus, die h\u00e4ufig mit einem Umzug einhergehen. Andererseits legt das Leistungssystem selbst Umz\u00fcge nahe, wenn die bisherigen Wohnkosten nicht als angeftnmessen anerkannt und deswegen nicht vollst\u00e4ndig \u00fcbernommen werden. Quantitative Daten zur Umzugsh\u00e4ufigkeit bzw. zum Mietvertragsalter von KdU-Haushalten werden jedoch \u2013 unseres Wissens \u2013 nicht erhoben.<\/p>\r\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Ein weiterer Faktor f\u00fcr die Mietsteigerungen von KdU-Empf\u00e4nger:innen d\u00fcrften Ver\u00e4nderungen in der Komposition der KdU-Haushalte sein. Vor allem seit 2016 sind teilweise Gefl\u00fcchtete in den Grundleistungsbezug gewechselt, die weiterhin in Sammelunterk\u00fcnften leben (<a href=\"https:\/\/statistik.arbeitsagentur.de\/DE\/Statischer-Content\/Grundlagen\/Methodik-Qualitaet\/Methodenberichte\/Grundsicherung-Arbeitsuchende-SGBII\/Generische-Publikationen\/Hintergrundinfo-Interpretationshinweise-Kosten-der-Unterkunft.pdf?__blob=publicationFile\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bundesagentur f\u00fcr Arbeit 2019<\/a>). Die Geb\u00fchren f\u00fcr die Sammelunterk\u00fcnfte werden in diesen F\u00e4llen als KdU abgerechnet und k\u00f6nnen die ausgewiesenen Durchschnittsmieten beeinflussen.<\/p>\r\n<p class=\"executivesum\" style=\"border-left: 8px solid #ee6174; text-align: center;\"><em><i data-stringify-type=\"italic\">Der <strong>Geldbrief<\/strong> ist unser Newsletter zu aktuellen Fragen der Wirtschafts-, Fiskal- und Geldpolitik. \u00dcber Feedback und Anregungen freuen wir uns. Zusendung an sara.schulte[at]dezernatzukunft.org<\/i><\/em><\/p>\r\n<hr \/>\r\n<p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die staatlichen Ausgaben f\u00fcr Wohnen sind nahe ihrem historischen H\u00f6hepunkt. <\/p>\n","protected":false},"author":64,"featured_media":79226,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":"","_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[161],"tags":[55,228,230,280,60,185,233,266],"class_list":["post-79240","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-geldbrief-en","tag-fiscal-policy","tag-fiskalpolitik-en","tag-geldpolitik-en","tag-mk-en","tag-monetary-policy","tag-social-policy","tag-soziales-en","tag-wirtschaftspolitik-en"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v26.8 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Wohnungspolitik in einer teuren Sackgasse - 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