{"id":73482,"date":"2024-03-21T17:05:40","date_gmt":"2024-03-21T16:05:40","guid":{"rendered":"https:\/\/dezernat-zukunft.org\/?p=73482"},"modified":"2025-11-04T08:12:26","modified_gmt":"2025-11-04T07:12:26","slug":"kampfjets-statt-kitas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/en\/kampfjets-statt-kitas\/","title":{"rendered":"Kampfjets statt Kitas?"},"content":{"rendered":"\r\n<p class=\"has-normal-font-size\"><strong><a href=\"mailto:max.krahe@dezernatzukunft.org\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Max Krah\u00e9<\/a><\/strong>, Sara Schulte, Nils Kleimeier<\/p>\r\n\r\n<p class=\"executivesum\" style=\"border-left: 8px solid #ee6174; text-align: left;\">Die geopolitische Lage macht eine Steigerung der R\u00fcstungsproduktion notwendig. M\u00fcssen daf\u00fcr Sozialausgaben gek\u00fcrzt oder Steuern erhoben werden, um die entsprechenden realwirtschaftlichen Kapazit\u00e4ten freizulegen? Wir sind noch nicht \u00fcberzeugt, dass eine solche \u201eGuns vs. Butter\u201c \u2014 oder \u201eKampfjets statt Kitas\u201c \u2014 Debatte zum heutigen Zeitpunkt notwendig ist. Bevor wir uns in Verteilungskonflikten entzweien, sollte abgetastet werden, ob wirklich alle Wachstumspotenziale ausgesch\u00f6pft sind.<\/p>\r\n<h4><strong style=\"font-size: revert; color: initial;\">Neuer Anlass, alte Debatte<\/strong><\/h4>\r\n<p>Angesichts Russlands Angriff auf die Ukraine und der schwindenden Verl\u00e4sslichkeit der USA steht die Frage im Raum, wie wir mehr Ressourcen f\u00fcr Verteidigung mobilisieren k\u00f6nnen. <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/innenpolitik\/pistorius-nato-reise-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Manche reklamieren<\/a>, dass daf\u00fcr die Friedensdividende \u2014 also jene Wohlfahrts- und Sozialstaatsgewinne, die durch gesenkte Milit\u00e4rausgaben nach 1990 erm\u00f6glicht wurden \u2014 einkassiert werden muss. Die haush\u00e4lterische Seite der Debatte ist die <a href=\"https:\/\/www.econpol.eu\/publications\/policy_report_45\/european-defence-spending-in-2024-and-beyond\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">umstrittene Idee<\/a>, h\u00f6here Milit\u00e4rausgaben durch <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/politik\/maybrit-illner\/clemens-fuest-kanonen-und-butter-sind-schlaraffenland-maybrit-illner-22-februar-2024-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Einsparungen im sozialen Sektor zu decken<\/a>.<\/p>\r\n<p>Diese Debatte ist nicht neu. Historisch ist sie als \u201eGuns vs. Butter\u201c bekannt, sinngem\u00e4\u00df \u201e<a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2024-03\/aufruestung-bundeswehr-sozialausgaben-sparen-verteidigungspolitik\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bomben statt Butter<\/a>&#8221; oder \u201eKampfjets statt Kitas\u201c. Die Frage ist: Muss die Friedenswirtschaft weichen, also zum Beispiel die Porsche-Produktion zur\u00fcckgefahren werden, um Platz f\u00fcr die R\u00fcstungsproduktion zu schaffen?<\/p>\r\n<h4><strong>Blut, Schwei\u00df und Tr\u00e4nen <\/strong><\/h4>\r\n<p>Jedes Mal, wenn die geopolitische Lage mehr R\u00fcstungsausgaben notwendig macht, beginnt eine \u201eBomben statt Butter\u201c-Debatte. Es lohnt sich also ein Blick in die Geschichte.<\/p>\r\n<p>Der vielleicht ber\u00fchmteste Text zur Finanzierung von R\u00fcstungsausgaben stammt von John Maynard Keynes. Im Kontext des Zweiten Weltkriegs fragte er \u201e<a href=\"https:\/\/link.springer.com\/chapter\/10.1007\/978-1-349-59072-8_27\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">How to Pay for the War<\/a>\u201c? Seine Hypothese damals: Weil die britische Wirtschaft voll ausgelastet sei, m\u00fcsse die Friedensproduktion zur\u00fcckgefahren werden, um Platz f\u00fcr die Kriegsproduktion zu schaffen. Aber um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu bewahren, m\u00fcsse diese Reduktion als gerecht gesehen werden. Sonst w\u00e4re die Bev\u00f6lkerung kaum willens, Blut, Schwei\u00df und Tr\u00e4nen zu opfern, l\u00e4ngere Schichten einzulegen und sich voll an den Kriegsanstrengungen zu beteiligen.<\/p>\r\n<p>Um das zu erreichen, schlug Keynes dreierlei vor: erstens, h\u00f6here Steuern f\u00fcr Reiche, um Luxuskonsum zu begrenzen; zweitens, Preiskontrollen und Rationierung f\u00fcr einige wenige lebensnotwendige G\u00fcter, um ihre Knappheit fair zu verteilen; drittens, weil die ersten beiden Ma\u00dfnahmen nicht ausreichen w\u00fcrden, um \u00dcberauslastung und eine nachfragegetriebene Inflation zu verhindern, eine breite Beschneidung der Kaufkraft der Bev\u00f6lkerung.<\/p>\r\n<p>Damit letztere fair erscheint, solle sie nicht \u00fcber die Besteuerung von mittleren und niedrigen Einkommen geschehen. Stattdessen solle ein Anteil des Lohns auf eingefrorene Sparkonten ausgezahlt werden, auf die erst nach Ende des Krieges zugegriffen werden k\u00f6nne. So w\u00fcrde kriegsbedingte Mehrarbeit entlohnt werden, ohne w\u00e4hrend des Krieges selbst mehr Konsumnachfrage auszul\u00f6sen.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a><\/p>\r\n<h4><strong>Brachliegende Potenziale mobilisieren<\/strong><\/h4>\r\n<p>Ein alternatives Szenario gab es in der amerikanischen Kriegswirtschaft im Zweiten Weltkrieg. Seit der Weltwirtschaftskrise von 1929 war die amerikanische Wirtschaft nicht mehr voll ausgelastet. Die Stagnation hielt so lange an, dass sie als Normallage angesehen wurde. Selbst Pr\u00e4sident Roosevelt, der den New Deal durchgesetzt hatte, war daher in Friedenszeiten nicht gewillt, die Wirtschaft mit Fiskaldefiziten im gro\u00dfen Stil zu stimulieren.<\/p>\r\n<p>Dies \u00e4nderte sich durch den Krieg. Die erforderlichen Mehranstrengungen wurden zum gro\u00dfen Teil schuldenfinanziert, mit Defiziten weit im zweistelligen Bereich. Wie in England wurden flankierende Preiskontrollen und vereinzelt Rationierung eingef\u00fchrt.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a> Doch das Gesamtresultat war ein beachtliches Wachstum (Abbildung 1). Milit\u00e4rger\u00e4t wurde nicht statt zivilen G\u00fctern, sondern zus\u00e4tzlich \u2014 durch die Mobilisierung ungenutzter Potentiale \u2014 produziert.<\/p>\r\n<p><strong>Abbildung 1<\/strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-73457  aligncenter\" src=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240321_GB60_Abb1_GS-1.png\" alt=\"\" width=\"750\" height=\"743\" srcset=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240321_GB60_Abb1_GS-1.png 1600w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240321_GB60_Abb1_GS-1-300x297.png 300w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240321_GB60_Abb1_GS-1-1024x1014.png 1024w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240321_GB60_Abb1_GS-1-150x150.png 150w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240321_GB60_Abb1_GS-1-768x760.png 768w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240321_GB60_Abb1_GS-1-1536x1521.png 1536w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240321_GB60_Abb1_GS-1-100x99.png 100w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240321_GB60_Abb1_GS-1-1184x1172.png 1184w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/p>\r\n<h4><strong>Ungehobene Potenziale?<\/strong><\/h4>\r\n<p>Die historischen Beispiele zeigen, dass der Auslastungsgrad der Wirtschaft bestimmt, ob eine \u201eBomben statt Butter\u201c-Debatte notwendig ist. In Gro\u00dfbritannien musste mangels verf\u00fcgbarer Potenziale umgeschichtet werden; in den USA konnte die Kriegsproduktion auf die zivile aufgesattelt werden. Bevor wir uns also in einer Verteilungsdebatte entzweien, sollten wir sicherstellen, dass wirklich alle Potenziale unserer Wirtschaft abgerufen sind.<\/p>\r\n<p>Sind sie das? Gro\u00dfe Teile der Wirtschaftswissenschaften sagen instinktiv: Ja. Denn laut dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Saysches_Theorem\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sayschen Theorem<\/a> kann es in der klassischen VWL keine Unterauslastung geben: Angebot schafft stets seine eigene Nachfrage. Auch die anhaltende Diskussion um Fachkr\u00e4ftemangel scheint in diese Richtung zu deuten.<\/p>\r\n<p>Andere Datenpunkte deuten hingegen auf ungehobene Potenziale hin. Die deutsche Wirtschaft ist seit Corona deutlich hinter dem Wachstumspfad zur\u00fcckgeblieben, auf dem sie zwischen den Jahren 2010 bis 2019 war (und selbst dieses Wachstum geh\u00f6rte zum niedrigsten in der Geschichte der Bundesrepublik). Auch hinken wir deutlich hinter dem j\u00fcngeren <a href=\"https:\/\/www.ft.com\/content\/22089f01-8468-4905-8e36-fd35d2b2293e?accessToken=zwAGE-sPxiiYkc8iCJ8BhGhJBdOONv010rIpPg.MEUCICr76TRIP0e7gdBL1mKZYoKz5BlbBLgiyB-ekYtBtzisAiEAuuAJkfqKnOtUnIrrJC9Ku9YMVWrd-PmOb39ktbCIN14&amp;sharetype=gift&amp;token=388ccd56-36fd-48ae-bd1b-d75d1a383bc1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wachstum der USA<\/a> her, wie Abbildung 2 (links) zeigt. \u00a0<\/p>\r\n<p><strong>Abbildung 2<\/strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-73460  aligncenter\" src=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240321_GB60_Abb2_GS-1.png\" alt=\"\" width=\"750\" height=\"836\" srcset=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240321_GB60_Abb2_GS-1.png 1600w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240321_GB60_Abb2_GS-1-269x300.png 269w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240321_GB60_Abb2_GS-1-919x1024.png 919w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240321_GB60_Abb2_GS-1-768x855.png 768w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240321_GB60_Abb2_GS-1-1379x1536.png 1379w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240321_GB60_Abb2_GS-1-100x111.png 100w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240321_GB60_Abb2_GS-1-1184x1319.png 1184w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/p>\r\n<p>Diese Wachstumsschw\u00e4che ist quantitativ und haush\u00e4lterisch signifikant. W\u00fcrde man im Rahmen der Schuldenbremse das Produktionspotenzial entweder anhand des vor-Corona-Trends oder anhand der US-Zahlen projizieren, zeigen sich enorme Produktionsl\u00fccken. \u00dcber die Konjunkturkomponente<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a> g\u00e4be es f\u00fcr 2025 ca. 60 Milliarden Euro an zus\u00e4tzlichem Haushaltsspielraum (Abbildung 2b; siehe auch <a href=\"https:\/\/www.boell.de\/de\/2024\/01\/16\/finanzierung-oeffentlicher-zukunftsinvestitionen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Krebs 2024<\/a>) \u2013 mehr als genug, um zumindest kurzfristig <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/bundeswehr-steuert-auf-56-milliarden-euro-loch-zu-a-86584203-0ca6-4781-9477-8ec32647f467\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">abzusehende Mehrbedarfe<\/a> im Verteidigungsbereich zu decken.<\/p>\r\n<h4><strong>(K)eine Frage der Energie<\/strong><\/h4>\r\n<p>Kann man diesen Zahlen Glauben schenken? Das Produktionspotenzial kann nicht direkt beobachtet werden. Seit 2021\/2022 leidet Deutschland unter h\u00f6heren Energiekosten, der chinesischen Wachstumsschw\u00e4che und einer Stagnation der privaten Investitionen. Wo soll also das Mehrwachstum herkommen? W\u00fcrde ein Nachfrageimpuls nicht inflation\u00e4r wirken, wie 1940 von Keynes f\u00fcr Gro\u00dfbritannien bef\u00fcrchtet?<\/p>\r\n<p>Ein sektoraler Blick auf das j\u00fcngste US-Wachstum gibt uns Hoffnung. Um gegen energiegetriebene Sondereffekte gewappnet zu sein, haben wir die Wachstumsbeitr\u00e4ge der fossilen Sektoren zum BIP herausgerechnet (Abbildung 3; in Abbildung 2 bereits ebenfalls).<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><sup>[4]<\/sup><\/a> Zwar haben Energieverbraucher:innen in den USA auch unter gestiegenen Energiekosten gelitten,<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\"><sup>[5]<\/sup><\/a> doch sind die USA gleichzeitig der gr\u00f6\u00dfte <a href=\"https:\/\/www.eia.gov\/tools\/faqs\/faq.php?id=709&amp;t=6\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00d6l<\/a>&#8211; und <a href=\"https:\/\/iea.blob.core.windows.net\/assets\/601bff14-5d9b-4fef-8ecc-d7b2e8e7449a\/GasMarketReportQ12024.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gasproduzent<\/a> der Welt, so dass viele dortige Produzent:innen von den Preisschocks profitieren konnten.<\/p>\r\n<p><strong>Abbildung 3<\/strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-73462  aligncenter\" src=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240321_GB60_Abb3_GS-1.png\" alt=\"\" width=\"749\" height=\"656\" srcset=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240321_GB60_Abb3_GS-1.png 1600w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240321_GB60_Abb3_GS-1-300x263.png 300w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240321_GB60_Abb3_GS-1-1024x897.png 1024w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240321_GB60_Abb3_GS-1-768x673.png 768w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240321_GB60_Abb3_GS-1-1536x1346.png 1536w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240321_GB60_Abb3_GS-1-100x88.png 100w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240321_GB60_Abb3_GS-1-1184x1037.png 1184w\" sizes=\"auto, (max-width: 749px) 100vw, 749px\" \/><\/p>\r\n<p>Die gro\u00dfen Wachstumstreiber waren die privaten und \u00f6ffentlichen Dienstleistungen (Abbildung 4). Bei Ersteren haben besonders die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen, die Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, das Wohnungswesen, sowie die Informations- und Kommunikationsbranche gro\u00dfe Beitr\u00e4ge geleistet. Bei Letzteren vor allem das Bildungs-, Gesundheits- und Sozialwesen.<\/p>\r\n<p><strong>Abbildung 4<\/strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-73477  aligncenter\" src=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240321_GB60_Abb4_GS-2.png\" alt=\"\" width=\"751\" height=\"927\" srcset=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240321_GB60_Abb4_GS-2.png 1600w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240321_GB60_Abb4_GS-2-243x300.png 243w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240321_GB60_Abb4_GS-2-829x1024.png 829w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240321_GB60_Abb4_GS-2-768x948.png 768w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240321_GB60_Abb4_GS-2-1244x1536.png 1244w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240321_GB60_Abb4_GS-2-100x124.png 100w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240321_GB60_Abb4_GS-2-1184x1462.png 1184w\" sizes=\"auto, (max-width: 751px) 100vw, 751px\" \/><\/p>\r\n<p>Dabei spielt vor allem die <a href=\"https:\/\/www.ft.com\/content\/b5fea80a-ca6e-4e07-a64b-d72f9989ad67\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">gesteigerte Produktivit\u00e4t<\/a> eine gro\u00dfe Rolle: von Q4 2019 zu Q4 2023 stieg das BIP pro geleisteter Arbeitsstunde um 6,4 Prozent in den USA.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\"><sup>[6]<\/sup><\/a> Zum Vergleich: In Deutschland betrug das Produktivit\u00e4tswachstum im selben Zeitraum nur 1,4 Prozent.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\"><sup>[7]<\/sup><\/a><\/p>\r\n<p>Ob \u00e4hnliche Produktivit\u00e4tsgewinne auch in Deutschland m\u00f6glich w\u00e4ren, kann im Voraus nicht mit vollst\u00e4ndiger Sicherheit bestimmt werden. Die Gr\u00f6\u00dfe des deutschen Niedriglohnsektors deutet aber auf ein gewisses Potenzial hin: W\u00e4hrend zum Beispiel in der Schweiz, Frankreich, Italien und Skandinavien nur weniger als zehn Prozent der Besch\u00e4ftigten in Niedriglohnverh\u00e4ltnissen sind, waren es in Deutschland im Jahr 2022 <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/Europa\/DE\/Thema\/Bevoelkerung-Arbeit-Soziales\/Arbeitsmarkt\/Qualitaet-der-Arbeit\/_dimension-2\/niedriglohnquote.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">neunzehn Prozent<\/a> (Abbildung 5 zeigt vergleichende Daten f\u00fcr 2018, die aktuellsten Werte, die f\u00fcr ganz Europa zur Verf\u00fcgung stehen).<\/p>\r\n<p><strong>Abbildung 5<\/strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-73412 aligncenter\" src=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240321_GB60_Abb5_GS.png\" alt=\"\" width=\"750\" height=\"659\" srcset=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240321_GB60_Abb5_GS.png 1600w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240321_GB60_Abb5_GS-300x263.png 300w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240321_GB60_Abb5_GS-1024x899.png 1024w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240321_GB60_Abb5_GS-768x674.png 768w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240321_GB60_Abb5_GS-1536x1349.png 1536w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240321_GB60_Abb5_GS-100x88.png 100w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240321_GB60_Abb5_GS-1184x1040.png 1184w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/p>\r\n<h4><strong>Die lange Frist<\/strong><\/h4>\r\n<p>Bevor wir also das \u201eBomben statt Butter\u201c Dilemma als alternativlos anerkennen, und die Diskussion darauf verengen, wo genau die Friedenswirtschaft gestutzt werden soll, w\u00e4re es sinnvoll, zun\u00e4chst unser volles Wirtschaftspotenzial abzurufen. Daf\u00fcr sind Sparhaushalte, wie vom <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/politik\/inland\/politik-inland\/haushalt-2025-lindner-verdonnert-ampel-zum-knallhart-sparkurs-87516418.bild.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Finanzminister f\u00fcr 2025 angestrebt<\/a>, kontraproduktiv. Zielf\u00fchrender w\u00e4re eine wachstumsorientierte Reform der Schuldenbremse, ob einfach- oder grundgesetzlich, sowie eine <a href=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/en\/angebotspolitik-ein-upgrade-ist-fallig\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">neue Angebotspolitik<\/a>, die Unsicherheiten reduziert und Planungssicherheit f\u00fcr Investitionen schafft.<\/p>\r\n<p>Dabei ist auch klar: Das genaue Ausma\u00df, in dem h\u00f6here Verteidigungsausgaben durch eine st\u00e4rker wachstumsorientierte Politik finanziert werden k\u00f6nnen, ist unklar. Ein schrittweises Herantasten w\u00e4re daher sinnvoll.<\/p>\r\n<p>Ebenso klar: Verteidigung sollte nicht dauerhaft \u00fcber Neuverschuldung finanziert werden. Denn dann w\u00e4re die Finanzierung nur so lange gesichert, wie es eine nennenswerte Unterauslastung gibt, die gr\u00f6\u00dfere Neuverschuldung makro\u00f6konomisch sinnvoll macht.<\/p>\r\n<p>In der langen Frist gilt es also zu sehen, ob dauerhafte Mehreinnahmen bzw. ein dauerhaft unterdurchschnittliches Ausgabenwachstum an anderer Stelle die L\u00fccke schlie\u00dfen k\u00f6nnen. Was dabei helfen k\u00f6nnte: Eine Reform der europ\u00e4ischen Beschaffungs- und R\u00fcstungsindustriepolitik. Denn heute gehen 78 Prozent der europ\u00e4ischen Beschaffungsausgaben ins au\u00dfereurop\u00e4ische Ausland (Maulnay <a href=\"https:\/\/ihedn.fr\/en\/2023\/09\/26\/the-impact-of-the-war-in-ukraine-on-the-european-defence-market\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">2023<\/a>, S. 15). W\u00fcrden diese Auftr\u00e4ge an europ\u00e4ische Firmen gehen, k\u00f6nnten allein in Deutschland j\u00e4hrliche Steuermehreinnahmen von ca. 7 Milliarden Euro anfallen \u2014 in etwa die L\u00fccke, die das Bundesverteidigungsministerium f\u00fcr n\u00e4chstes Jahr zum NATO 2 Prozent Ziel <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/neues-milliardenloch-in-pistorius-etat-union-befurchtet-investitionsruine-bundeswehr-11340130.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ausweist<\/a>.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\"><sup>[8]<\/sup><\/a><\/p>\r\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\r\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong style=\"font-size: revert; color: initial;\">Unsere Leseempfehlungen:<\/strong><span style=\"font-size: revert; color: initial;\">\u00a0<\/span><\/p>\r\n<ul>\r\n<li>Der Kurzbericht \u201e<a href=\"https:\/\/www.ifw-kiel.de\/fileadmin\/Dateiverwaltung\/Events\/_texte_other_events\/Guns-vs-Butter_Kiel_Institute_Debate_MSC.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Guns vs Butter in the 21st Century<\/a>\u201c vom Kiel Institut f\u00fcr Weltwirtschaft gibt einen \u00dcberblick \u00fcber den Anteil von Milit\u00e4r- und Sozialausgaben in G7 L\u00e4ndern von 1872 bis heute. Wir sind gespannt auf das zugrundeliegende Papier von Marzian und Trebesch, aus dem die Daten stammen und im Laufe diesen Jahres erscheinen soll.<\/li>\r\n<li>In ihrem 2020 erschienen <a href=\"https:\/\/www.google.com\/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=&amp;esrc=s&amp;source=web&amp;cd=&amp;cad=rja&amp;uact=8&amp;ved=2ahUKEwiyh7vMtv2EAxWlcPEDHZgaCDMQFnoECBAQAQ&amp;url=https%3A%2F%2Frooseveltinstitute.org%2Fwp-content%2Fuploads%2F2020%2F09%2FRI_LessonsfromWWIIPart2_WorkingPaper_202009.pdf&amp;usg=AOvVaw2hiVhSOQ_2LZAfLJezfv1x&amp;opi=89978449\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Papier<\/a> beschreiben JW Mason und Andrew Bossie, wie den USA der Umbau von Friedens- auf Kriegswirtschaft im Zweiten Weltkrieg gelang. Die Kernbotschaft: Durch eine stark expansive Finanzpolitik, flankiert von Preiskontrollen und strategischen Direkteingriffen, konnte eine Reallokation von Arbeitskr\u00e4ften aus wenig- in hochproduktive Sektoren forciert werden.<\/li>\r\n<li>Mark Schieritz erkl\u00e4rt in der <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2024-03\/aufruestung-bundeswehr-sozialausgaben-sparen-verteidigungspolitik\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ZEIT<\/a>, warum es bei der \u201eBomben statt Butter\u201c Debatte um die Knappheit realer Ressourcen geht, nicht um die Knappheit von Finanzmitteln. Wie hier geschrieben, sind wir noch nicht \u00fcberzeugt, dass diese Debatte heute schon notwendig ist. Aber wir stimmen zu: <em>Wenn<\/em> sie notwendig ist, dann geht es um reale, nicht finanzielle, Knappheiten.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<hr \/>\r\n<h4><strong>Fu\u00dfnoten<\/strong><\/h4>\r\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Diese Idee wurde im sogenannten \u201ePost-war credit\u201c System von 1941 bis 1944 umgesetzt, mit dem die extra Einkommenssteuer, die ab 1941 erhoben wurde, nach dem Krieg zur\u00fcckerstattet werden sollte (<a href=\"https:\/\/www.taxation.co.uk\/articles\/2007-11-08-210231-post-war-credits\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Jeffrey-Cook 2007<\/a>). Die R\u00fcckzahlungen nach dem Krieg beschr\u00e4nkten sich zun\u00e4chst auf M\u00e4nner und Frauen im Rentenalter, sp\u00e4ter auch auf Arbeitslose und Witwen sowie H\u00e4rtef\u00e4lle. Dadurch, dass sie bis 1959 zinsfrei waren, wurde ein Gro\u00dfteil ihres Wertes durch Inflation aufgezehrt.<\/p>\r\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Der Bau ziviler Geb\u00e4ude wurde zum Beispiel schlicht verboten.<\/p>\r\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Die Konjunkturkomponente ist Teil der Schuldenbremse und erm\u00f6glicht Neuverschuldung in Abh\u00e4ngigkeit zur gesch\u00e4tzten Produktionsl\u00fccke. Die Methodik der Sch\u00e4tzung f\u00fcr die Produktionsl\u00fccke bestimmt somit die Grenzen der Neuverschuldung. Mehr dazu auf <a href=\"https:\/\/schuldenbremse.info\/kapitel-2\/#warum-die-schuldenbremse-atmet\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schuldenbremse.info<\/a>.<\/p>\r\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Wir haben das US-Wachstum um die Beitr\u00e4ge der folgenden Sektoren bereinigt: \u00d6l- und Gasproduktion (<em>oil and gas extraction)<\/em>, Energie- und Wasserversorgung (<em>utilities<\/em>), \u00d6l- und Kohleprodukte (<em>petroleum and coal products<\/em>), \u00d6l- und \u00d6lproduktegro\u00dfhandel (<em>petroleum and petroleum products merchant wholesalers<\/em>), Pipelinetransport (<em>pipeline transportation<\/em>).<\/p>\r\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Dies gilt vollumf\u00e4nglich f\u00fcr \u00d6l, dessen Preis sich am Weltmarkt bildet. Im Fall von Gas ergaben sich (aufgrund begrenzter Transportkapazit\u00e4ten) zeitweise gro\u00dfe Preisdifferenziale zwischen dem US-Leitpreis (dem sogenannten \u201eHenry Hub\u201c Preis) und dem EU-Leitpreis (dem TTF-Preis), sodass europ\u00e4ische Verbraucher:innen deutlich h\u00f6here Preise zahlen mussten.<\/p>\r\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Unsere Berechnung auf Grundlage von <a href=\"https:\/\/www.bls.gov\/productivity\/tables\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">BLS-Daten<\/a>. Wie wir in einem <a href=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/en\/frischer-wind-in-washington\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">vorherigen Geldbrief<\/a> untersucht haben, sind f\u00fcr dieses Wachstum die drei gro\u00dfen Fiskal- und Wirtschaftsgesetze der Biden-Regierung ma\u00dfgeblich verantwortlich: Der <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Infrastructure_Investment_and_Jobs_Act\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Bipartisan Infrastructure Act<\/em><\/a>, der <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/CHIPS_and_Science_Act\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>CHIPS and Science Act<\/em><\/a> und der <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Inflation_Reduction_Act\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Inflation Reduction Act<\/em><\/a>. Diese haben massive Nachfrageimpulse ausgel\u00f6st, wodurch private Investitionen, der Wechsel von niedrig- in h\u00f6her-produktive Jobs und damit Lohnwachstum angetrieben wurden. Gleichzeitig waren sie nicht der Haupttreiber der amerikanischen Inflation, wie Ben Bernanke und Olivier Blanchard <a href=\"https:\/\/www.brookings.edu\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/WP86-Bernanke-Blanchard_6.13.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">feststellten<\/a>.<\/p>\r\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Unsere Berechnung auf Grundlage von <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/eurostat\/databrowser\/view\/namq_10_lp_ulc__custom_10493445\/default\/table?lang=en\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Eurostat-Daten<\/a>.<\/p>\r\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Von Februar 2022 bis Juni 2023 haben EU-Mitgliedsstaaten 100 Milliarden Euro f\u00fcr milit\u00e4rische Beschaffung ausgegeben (<a href=\"https:\/\/ihedn.fr\/en\/2023\/09\/26\/the-impact-of-the-war-in-ukraine-on-the-european-defence-market\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Maulnay 2023<\/a>, S. 15), wovon gut 78 Prozent auf au\u00dfereurop\u00e4ische Importe entfiel. W\u00e4ren die entsprechenden 78 Milliarden Euro an europ\u00e4ische Firmen geflossen, w\u00e4ren bei einem BIP-Multiplikator f\u00fcr Verteidigungsausgaben von 1 und einer <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/eurostat\/databrowser\/bookmark\/ac5c456b-9ebd-46eb-8f85-015d5d8f627d?lang=en\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Steuerquote von ca. 41 Prozent<\/a> europaweite Mehreinnahmen von ca. 32 Milliarden Euro entstanden. N\u00e4hme man an, dass diese grob im Verh\u00e4ltnis zum BIP anfallen, k\u00f6nnte Deutschland aufgrund seines Anteils am EU-BIP (knapp 22 Prozent) mit Mehreinnahmen in H\u00f6he von gut 7 Milliarden pro Jahr rechnen. Dieser Wert ist konservativ gesch\u00e4tzt, da heute ca. 50 Prozent der innereurop\u00e4ischen Beschaffungsausgaben an Deutschland gehen (<a href=\"https:\/\/ihedn.fr\/en\/2023\/09\/26\/the-impact-of-the-war-in-ukraine-on-the-european-defence-market\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Maulnay 2023<\/a>, S. 2). W\u00fcrde dieses Verh\u00e4ltnis auch in Zukunft greifen, betr\u00fcgen die Mehreinnahmen 16 Milliarden Euro.<\/p>\r\n<hr \/>\r\n<h4><strong>Medien- und Veranstaltungsbericht 21.03.2024<\/strong><\/h4>\r\n<p><strong>Medienerw\u00e4hnungen und Auftritte<\/strong><\/p>\r\n<ul>\r\n<li>Am 08.03.24 wurde Felix im <a href=\"https:\/\/background.tagesspiegel.de\/energie-klima\/warum-der-bund-die-kws-auf-zehn-gigawatt-begrenzt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Tagesspiegel Background<\/a> zitiert.<\/li>\r\n<li>Am 12.03.24 wurde in der Sendung <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/comedy\/die-anstalt\/die-anstalt-vom-12-maerz-2024-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die Anstalt<\/a> die Schuldenbremse behandelt. Daf\u00fcr wurden einige unserer Erkl\u00e4rungen zur Funktionsweise der Schuldenbremse und unserer Argumente f\u00fcr eine Reform verwendet, wie in dem <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/assets\/faktencheck-vom-12-maerz-2024-100~original?cb=1710512367559\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Faktencheck<\/a> zur Sendung sichtbar wird.<\/li>\r\n<li>Am 20.03.24 nahm Felix als Sachverst\u00e4ndiger an einer Anh\u00f6rung zu globalen Gasm\u00e4rkten und LNG-Kapazit\u00e4ten im Bundestag teil. Einen Mitschnitt der Sitzung des Unterausschusses Internationale Klimapolitik gibt es <a href=\"https:\/\/www.bundestag.de\/dokumente\/textarchiv\/2024\/kw12-pa-ua-klimapolitik-993898\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>.<\/li>\r\n<li>Am 21.03.24 ist unser Geldbrief \u201eInvestitionshemmnis Unsicherheit\u201c auch bei <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/10-2024\/investitionshemmnis-unsicherheit\/#_ftn1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Makroskop<\/a> erschienen.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<p><strong>Veranstaltungen<\/strong><\/p>\r\n<ul>\r\n<li><span style=\"color: initial;\">Am 25.03.24 von 17-18 Uhr findet unser Webinar zur aktuellen Lage im Baugewerbe und bei Klimainvestitionen statt. Als Gast begr\u00fc\u00dfen wir Prof. Dr. Moritz Schularick, Pr\u00e4sident des Kiel Institut f\u00fcr Wir beginnen mit einem kurzen Input durch Moritz Schularick, gefolgt von einem moderierten Q&amp;A bei dem Max Ihre und Eure Fragen mit einbindet. Zur Anmeldung geht es <\/span><a href=\"https:\/\/us02web.zoom.us\/webinar\/register\/WN_Ah7DjiuvR56wJjZfYhMmQQ#\/registration\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a><span style=\"color: initial;\">.<\/span><\/li>\r\n<\/ul>\r\n<p class=\"executivesum\" style=\"border-left: 8px solid #ee6174; text-align: center;\"><em><i data-stringify-type=\"italic\">The\u00a0<b data-stringify-type=\"bold\">Geldbrief<\/b>\u00a0is our newsletter on current developments in economic, fiscal, and monetary policy. We appreciate your feedback and suggestions. Send it to<\/i> max.krahe[at]dezernatzukunft.org<\/em><\/p>\r\n<hr \/>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die geopolitische Lage macht eine Steigerung der R\u00fcstungsproduktion notwendig. M\u00fcssen daf\u00fcr Sozialausgaben gek\u00fcrzt oder Steuern erhoben werden, um die entsprechenden realwirtschaftlichen Kapazit\u00e4ten freizulegen? Wir sind noch nicht \u00fcberzeugt, dass eine solche \u201eGuns versus Butter\u201c \u2014 oder \u201eKampfjets statt Kitas\u201c \u2014 Debatte zum heutigen Zeitpunkt notwendig ist. 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