{"id":1762,"date":"2020-06-25T10:09:00","date_gmt":"2020-06-25T08:09:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dezernatzukunft.de\/?p=1762"},"modified":"2025-01-09T09:56:08","modified_gmt":"2025-01-09T08:56:08","slug":"critical-macro-finance-eine-einfuehrung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/en\/critical-macro-finance-eine-einfuehrung\/","title":{"rendered":"Critical macro-finance: Eine Einf\u00fchrung"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"font-size:12px\"><strong>SAHIL JAI DUTTA, RUBEN KREMERS, FABIAN PAPE, JOHANNES PETRY<\/strong><\/p>\n\n\n<p><em>Der folgende Gastbeitrag basiert auf der Einleitung zu dem Forum \u201a<\/em><a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20230926200602\/http:\/\/financeandsociety.ed.ac.uk\/issue\/view\/331\"><em>Critical Macro-Finance<\/em><\/a><em>\u2018, ver\u00f6ffentlicht im Journal <\/em><a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20240127064731\/http:\/\/financeandsociety.ed.ac.uk\/\"><em>Finance &amp; Society<\/em><\/a><em>. <\/em><\/p>\n<p>Seit Beginn der COVID-19 Krise im M\u00e4rz 2020 hat die US-Zentralbank (Federal Reserve; Fed), Ma\u00dfnahmen von historischem Ausma\u00df ergriffen. Die Nervosit\u00e4t \u00fcber die wirtschaftlichen Konsequenzen der Pandemie l\u00f6ste an den Finanzm\u00e4rkten eine weltweite Flucht von Investoren in den US-Dollar aus. In Entwicklungsl\u00e4ndern hat dies zu einer beispiellosen Kapitalflucht gef\u00fchrt und kurzzeitig wurde dadurch sogar der Markt f\u00fcr US-Staatsanleihen destabilisiert. Angesichts dieser Entwicklung sah sich die Fed bereits fr\u00fch gezwungen, mit Interventionen in H\u00f6he von <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/finanzmarkt\/fed-pumpt-weitere-1-5-billionen-dollar-in-die-maerkte-16676916.html\">1,5 Billionen Dollar<\/a> einzuspringen.<\/p>\n<p>Dass solch eine dramatische Summe \u00f6ffentlicher Gelder zur Beruhigung privater Finanzm\u00e4rkte zur Verf\u00fcgung gestellt wird, unterstreicht die fundamentale politische Bedeutung globaler Geldm\u00e4rkte und des internationalen Kreditverkehrs. Die Interventionen\u2014teils ausgef\u00fchrt durch rapide neu geschaffene Zentralbankfazilit\u00e4ten\u2014zeigen insbesondere auch, dass kritische Analysen nicht nur die <em>Konsequenzen<\/em> des Finanzsystems, sondern auch die <em>internen Prozesse <\/em>der Finanzialisierung beleuchten sollten, sprich wie das Zahlungssystem funktioniert, wie Marktteilnehmer mit Liquidit\u00e4tszw\u00e4ngen umgehen, wie Geldpolitik umgesetzt wird und wie Zentralbanken in diese Prozesse eingebunden sind.<\/p>\n<p>Critical Macro-Finance (CMF) nimmt sich dieser Fragen an. Basierend auf einer von Hyman Minsky inspirierten Analyse versteht CMF die Wirtschaft als ein Netzwerk von Akteuren, die untereinander Zahlungen t\u00e4tigen und annehmen. Akteure mit unterschiedlichen Pr\u00e4ferenzen werden so als ein Netzwerk ineinandergreifender Bilanzen betrachtet. Prim\u00e4r im Blick sind aus dieser Perspektive nicht die realen wirtschaftlichen Aktivit\u00e4ten, sondern die kontinuierliche Entwicklung gegenseitiger finanzieller Verbindlichkeiten. Diese zutiefst finanzorientierte Analyse wirtschaftlicher Prozesse erlaubt es CMF, die politischen und \u00f6konomischen Dynamiken des globalen Zahlungssystems als eine bislang unterbeleuchtete Hauptproblematik sichtbar zu machen und zu analysieren.<\/p>\n<p><strong>Die Entstehungsgeschichte von CMF: 2008 als entscheidender Ansto\u00df<\/strong><\/p>\n<p>Die Entstehungsgeschichte von CMF ist vielf\u00e4ltig, doch die Finanzkrise von 2008 spielt eine zentrale Rolle. Die Krise wurde zun\u00e4chst aus konventionell makro\u00f6konomischer Perspektive analysiert, als ein Problem von Ungleichgewichten in nationalen Leistungsbilanzen. Diese Perspektive steht in der Tradition volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen und analysiert Netto-Kapitalfl\u00fcsse zwischen klar abgegrenzten Staaten. Sie argumentiert, dass Finanzkrisen aus Ungleichgewichten in der Realwirtschaft resultieren: <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20211129175433\/https:\/\/www.mpifg.de\/pu\/mpifg_ja\/SER_11_2012_Kalinowski.pdf\">Haushalts\u00fcbersch\u00fcsse im Osten h\u00e4tten den Finanzsektor im Westen <\/a>aufgebl\u00e4ht und zu einer toxischen Mischung aus <a href=\"https:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/10.1111\/j.1468-2346.2010.00903.x\">Deregulierung<\/a>, <a href=\"https:\/\/newleftreview.org\/issues\/II53\/articles\/robert-wade-financial-regime-change\">komplexen Finanzprodukten<\/a> und <a href=\"https:\/\/press.princeton.edu\/books\/paperback\/9780691173122\/irrational-exuberance\">spekulativen Exzessen <\/a>beigetragen, was schlie\u00dflich zur Krise gef\u00fchrt habe.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu dieser makro\u00f6konomischen Sichtweise entwickelten heterodoxe \u00d6konomen der Bank f\u00fcr Internationalen Zahlungsausgleich (<a href=\"https:\/\/www.bis.org\/\">BIZ<\/a>) und anderer internationaler Finanzinstitutionen eine alternative, makro-finanzielle Perspektive (bspw. <a href=\"https:\/\/www.bis.org\/publ\/work763.htm\">Claudio Borio<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.imf.org\/en\/Publications\/WP\/Issues\/2016\/12\/31\/Institutional-Cash-Pools-and-the-Triffin-Dilemma-of-the-U-S-25155\">Zoltan Poszar<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/abs\/pii\/S1042957308000764\">Hyun Song Shin<\/a>). Dieser Ansatz konzentriert sich nicht auf Netto-Kapitalfl\u00fcsse zwischen nationalen Volkswirtschaften, sondern auf <em>Brutto<\/em>-Kapitalstr\u00f6me zwischen globalen <em>Banken<\/em>. Dieser Betrachtungsweise liegt das Argument zugrunde, dass Finanzkrisen aus Ungleichgewichten im internationalen Kreditverkehr entstehen. Da die Verbindlichkeiten der einen Bank zugleich die Verm\u00f6genswerte einer anderen Bank darstellen, sind insbesondere auch die Gl\u00e4ubiger den Konsequenzen von Kreditengp\u00e4ssen ausgesetzt.<\/p>\n<p>Als in 2007 Hypotheken an Kreditw\u00fcrdigkeit verloren und in 2008 die Nervosit\u00e4t an den Finanzm\u00e4rkten stieg, versuchten Finanzinstitute ihre Wertpapiere zu liquidieren. Der kollektive Notverkauf f\u00fchrte jedoch zu einem dramatischen Preisverfall der Verm\u00f6genswerte. So kam es zu Turbulenzen im weltweiten Interbankenhandel: Banken verloren das Vertrauen in Kreditsicherheiten, die kurz zuvor noch zur Absicherung kurzfristiger Anleihen akzeptiert wurden. Insbesondere europ\u00e4ische Banken, deren Gesch\u00e4ftsmodell darauf ausgerichtet war, sich schier unbeschr\u00e4nkte Summen in Dollar kurzfristig zu leihen und zu verleihen, standen pl\u00f6tzlich ohne private Refinanzierungsm\u00f6glichkeit da. Weil sie zudem nicht von den jeweiligen Zentralbanken mit US-Dollars versorgt werden konnten, entwickelte sich dies zu einer existenziellen Bedrohung. Aus einem lokalen Problem im US-Hypothekenmarkt wurde eine globale Finanzkrise.<\/p>\n<p>Die makro-finanzielle Analyse zeigt, dass\u2014trotz aller Verwerfungen und schwerwiegenden Auswirkungen der Krise in der Realwirtschaft\u2014eine wichtige Erkl\u00e4rung f\u00fcr das Ausma\u00df der Krise vor allem im Interbankenhandel und den Geldm\u00e4rkten zu finden ist.<\/p>\n<p>Finanzexperten der BIZ sowie einige heterodoxen \u00d6konomen am Rande des wissenschaftlichen Mainstreams hatten dies schon fr\u00fchzeitig identifiziert\u2014im Gegensatz zum akademischen Mainstream der Volkswirtschaftslehre. Dieser heterodoxe Ansatz wurde von Gruppen wie <a href=\"http:\/\/www.rethinkeconomics.org\/\">Rethinking Economics<\/a>, dem <a href=\"https:\/\/www.ineteconomics.org\/\">Institute for New Economic Thinking (INET)<\/a>, Perry Mehrlings Online-Kurs \u201e<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/playlist?list=PLSuwqsAnJMtwZEwkJgHZCod2xP9b7skF5\">Economics of Money and Banking<\/a>\u201c und durch den <a href=\"https:\/\/criticalfinance.org\/\">CMF-Blog<\/a> des Economics Department an der University of West England weiterentwickelt. Er fand schnell ein breiteres Publikum in der Finanzpresse, insbesondere im <a href=\"https:\/\/ftalphaville.ft.com\/2020\/05\/13\/1589383406000\/The-ECB-must-shift-to-a-wholesale-acceptance-of-junk-bonds\/\">Alphaville-Blog<\/a> der Financial Times.<\/p>\n<p>Kritische Stimmen in der Politischen \u00d6konomie verfolgten zeitgleich \u00e4hnliche Argumentationswege, so wurden zum Beispiel <a href=\"https:\/\/journals.sagepub.com\/doi\/10.1179\/1024529411Z.0000000003?icid=int.sj-full-text.similar-articles.2\">das Schattenbankensystem<\/a> und der Aufstieg <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20200421155349\/https:\/\/www.oxfordscholarship.com\/view\/10.1093\/acprof:oso\/9780199662289.001.0001\/acprof-9780199662289\">marktbasierter Bankprozesse<\/a> zum Thema. Die Arbeit von <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20230306135424\/https:\/\/people.uwe.ac.uk\/Person\/DanielaGabor\">Daniela Gabor <\/a>und ihren Koautoren erfuhr zudem wachsende Aufmerksamkeit. Der technische Unterbau (\u201eplumbing\u201c), insbesondere die <a href=\"https:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/09692290.2019.1625420\">infrastrukturellen und juristischen Rahmenbedingungen und -prozesse<\/a>, die das Finanzsystem erm\u00f6glichen und strukturieren, wurden von dieser Gruppe als Problematik identifiziert. Die Ver\u00f6ffentlichung von Adam Toozes Historie der Finanzkrise, <a href=\"https:\/\/www.penguinrandomhouse.com\/books\/301357\/crashed-by-adam-tooze\/\"><em>Crashed<\/em><\/a>, trug diese finanzzentrierte Perspektive schlie\u00dflich von der akademischen- und Fachwelt in eine breitere \u00d6ffentlichkeit. Makrofinanz, so Tooze, hatte begonnen die Makro\u00f6konomie als <a href=\"https:\/\/adamtooze.com\/2018\/07\/05\/framing-crashed-ii-2008-the-crisis-of-the-national-macroeconomics-and-the-revolution-of-macrofinance\/\">\u201elingua franca\u201c der Macht<\/a> abzul\u00f6sen.<\/p>\n<p><strong>Eine geldpolitische Analyse als theoretische Grundlage<\/strong><\/p>\n<p>CMF basiert auf einer geldpolitischen Analyse, die ihre Urspr\u00fcnge in Keynes, Schumpeter und vor allem Minsky findet. Im Gegensatz zu volkswirtschaftlichen Textb\u00fcchern geht dieser Ansatz davon aus, dass realwirtschaftliche Akteure fundamental von monet\u00e4ren Fragen beeinflusst werden. Im Kontext von Unsicherheit ziehen Marktteilnehmer (liquides) Geld langfristigen (illiquiden) Investitionen vor. Diese Pr\u00e4ferenz f\u00fcr Liquidit\u00e4t ist sowohl absichernd\u2014liquide Reserven erlauben Zahlungsf\u00e4higkeit, selbst wenn Investitionen fehlschlagen\u2014und spekulativ, wenn etwa Reserven gehalten werden, um sp\u00e4ter zu lukrativeren Bedingungen verliehen zu werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Hyman_Minsky\">Minsky<\/a> \u00fcbertrug dieses keynesianische Verst\u00e4ndnis von Liquidit\u00e4t auf die USA in der Nachkriegszeit. F\u00fcr Minsky wird Liquidit\u00e4t zu einem Problem der Bilanzierung. Beide Seiten der Bilanzposition sind hierbei wichtig: Geldabfl\u00fcsse m\u00fcssen von Geldeinnahmen gedeckt werden k\u00f6nnen. Diese Einfluss-Abfluss-Dynamik stellt einen t\u00e4glichen Zahlungs- oder \u201e<a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/abs\/pii\/S0167268199000293\">\u00dcberlebenszwang<\/a>\u201c dar. Der Zugriff auf Liquidit\u00e4t wird somit die <a href=\"https:\/\/politybooks.com\/bookdetail\/?isbn=9781509528493\">axiomatische Grundlage des Kapitalismus<\/a>, der h\u00f6chste Zwang wirtschaftlichen Handelns und das <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20230926194233\/http:\/\/financeandsociety.ed.ac.uk\/article\/view\/1935\">fundamentale Prinzip des globalen Finanzsystems<\/a>.<\/p>\n<p>Dieser Fokus erm\u00f6glicht es CMF, einen substanziellen Bruch mit der neoklassischen Wirtschaftstheorie zu vollziehen. Dies unterscheidet CMF allerdings auch in wichtigen Punkten von der bisherigen Finanzialisierungsforschung. Diese Forschungsrichtung hat seit den 1990er Jahren gezeigt, wie der Finanzkapitalismus zunehmend abgekoppelt von der Realwirtschaft operiert, wobei der analytische Fokus vornehmlich auf Verm\u00f6genswerten lag. Forscher haben analysiert wie die <a href=\"https:\/\/journals.sagepub.com\/doi\/10.1177\/0263276407084699\">Erschaffung neuer Verm\u00f6genswerte<\/a> die wachsende Macht von Kreditgebern gest\u00e4rkt, <a href=\"https:\/\/journals.sagepub.com\/doi\/10.1179\/102452906X114393\">Haushalten<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/abs\/10.1080\/030851400360541\">Firmen<\/a>, und <a href=\"https:\/\/www.suhrkamp.de\/buecher\/gekaufte_zeit-wolfgang_streeck_29733.html\">Regierungen<\/a> neue Zw\u00e4nge auferlegt und diese dem Finanzsektor untergeordnet hat. Diese Analysen haben wichtige Betr\u00e4ge zu unserem Verst\u00e4ndnis von Unsicherheit und Ungleichheit in heutigen Gesellschaften geleistet. Gleichzeitig aber hat die Finanzialisierungsforschung selten die soziale und technische Konstruktion von Finanzm\u00e4rkten <a href=\"https:\/\/journals.sagepub.com\/doi\/10.1177\/2043820615588153\">im Detail analysiert<\/a>. Das Finanzsystem wird hier h\u00e4ufig funktional als Instrument der Kreditgeber verstanden, als \u00fcberm\u00e4chtiger Mechanismus der die Realwirtschaft den Zw\u00e4ngen der Finanzm\u00e4rkte unterwirft.<\/p>\n<p>CMF stellt sich gegen diese Fokussierung auf die Resultate von Finanzm\u00e4rkten und lenkt den Fokus zur\u00fcck auf die Prozesse, denen Finanzm\u00e4rkten unterliegen, insbesondere auf die Methoden des Bilanzstrukturmanagements (liability management), durch die t\u00e4gliche Zahlungszw\u00e4nge bedient werden. Diese Analyse erlaubt eine andere Perspektive auf die Finanzialisierung. W\u00e4hrend <a href=\"https:\/\/journals.sagepub.com\/doi\/10.1177\/0896920513513964\">vorherige Studien<\/a> soziale Risiken und die Gefahr der Insolvenz f\u00fcr Schuldner hervorgehoben haben, betont das auf Verbindlichkeiten fokussierte CMF die Zentralit\u00e4t von Liquidit\u00e4t: solange eine Institution sich weiter im Markt finanzieren kann, bleibt die Qualit\u00e4t von Verm\u00f6genswerten zweitranging. Anstelle von Zahlungsf\u00e4higkeit ist Zahlungsliquidit\u00e4t zentral f\u00fcr das Handeln wirtschaftlicher Akteure.<\/p>\n<p><strong>Die politische Relevanz von CMF: Machtverh\u00e4ltnisse verst\u00e4ndlich machen<\/strong><\/p>\n<p>CMF bedient sich derselben Sprache und Kategorien, die auch von Finanzexperten in Wirtschaft und Politik verwendet werden. Dies erleichtert es dem Ansatz erheblich, in finanzpolitischen Debatten au\u00dferhalb des wissenschaftlichen Diskurses Geh\u00f6r zu finden. Ein wichtiger Bereich in dem dies besonders sichtbar wird, ist die \u00f6ffentliche Debatte um die Krisenpolitik der Zentralbanken. W\u00e4hrend sich die <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20230505095728\/https:\/\/www.press.umich.edu\/158731\/capitalism_not_globalism\">kritische Forschung der Politischen \u00d6konomie <\/a>zuvor vor allem gegen die <a href=\"https:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/abs\/10.1080\/09692290110101153\">Delegation geldpolitischer Entscheidungsmacht<\/a> an nicht gew\u00e4hlte Technokraten richtete, r\u00fcckt CMF die <a href=\"https:\/\/scholarship.law.cornell.edu\/cgi\/viewcontent.cgi?article=2660&amp;context=facpub\">gegenseitigen Abh\u00e4ngigkeiten<\/a> von politischen und technokratischen Akteuren\u2014von Regierungen, Zentralbanken und privater Finanzwirtschaft\u2014<a href=\"https:\/\/papers.ssrn.com\/sol3\/papers.cfm?abstract_id=2262936\">in den Vordergrund<\/a>. Dabei wird deutlich, dass Zentralbanken, indem sie den Liquidit\u00e4tsbedarf der gro\u00dfen Gesch\u00e4ftsbanken decken, nicht nur staatliche Geldpolitik betreiben, sondern (ob sie es wollen oder nicht) auch erheblichen Einfluss auf die <a href=\"https:\/\/papers.ssrn.com\/sol3\/papers.cfm?abstract_id=3432365\">private Kreditvergabe<\/a> aus\u00fcben. Eine brisante Beobachtung dabei ist, dass durch den Versuch, wirtschaftspolitische Ziele <em>durch<\/em> M\u00e4rkte zu erreichen, <a href=\"https:\/\/academic.oup.com\/ser\/advance-article-abstract\/doi\/10.1093\/ser\/mwy008\/4883362?redirectedFrom=fulltext\">gewisse Abh\u00e4ngigkeiten<\/a> zwischen <a href=\"https:\/\/academic.oup.com\/ser\/advance-article\/doi\/10.1093\/ser\/mwz011\/5418589\">Zentralbanken und der privaten Finanzwirtschaft<\/a> entstehen.<\/p>\n<p>Diese Dynamiken sind bei weitem keine rein technokratische Angelegenheit, die sich blo\u00df um die effektive Kontrolle der Finanzmarktstabilit\u04d3t drehen. Sie betreffen vielmehr grunds\u00e4tzlich die politische und normative Ausrichtung der <a href=\"https:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/13563467.2017.1240670\">gegenw\u00e4rtigen Geld- und Fiskalpolitik<\/a>. So geraten scheinbar technische Regelungen, wie etwa die Zulassung bestimmter Schuldtitel als Sicherheiten in den Kreditsicherheitsrahmen (collateral framework) der Zentralbanken in den Fokus (z.B. <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20240509004048\/https:\/\/transparency.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/TI-EU-Eurogroup-report.pdf\">Braun und H\u00fcbner<\/a>, <a href=\"https:\/\/ftalphaville.ft.com\/2020\/05\/13\/1589383406000\/The-ECB-must-shift-to-a-wholesale-acceptance-of-junk-bonds\/\">van \u2019t Klooster<\/a>). Welche Schuldtitel akzeptiert werden ist wichtig in der privaten Kreditvergabe, da bestehende Regelungen beispielsweise die \u00d6lindustrie <a href=\"http:\/\/www.lse.ac.uk\/GranthamInstitute\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/ClimateImpactQuantEasing_Matikainen-et-al-1.pdf\">massiv beg\u00fcnstigen<\/a>.<\/p>\n<p>Ein anderer Bereich, in dem sich der Einfluss von CMF deutlich bemerkbar macht, ist in der politischen Auseinandersetzung mit der anhaltenden Abh\u00e4ngigkeit der Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4nder von Offshore-Dollar-M\u00e4rkten. W\u00e4hrend sich die <a href=\"https:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/09692290.2014.931873\">wissenschaftliche Debatte<\/a> zuvor h\u00e4ufig um die Problematik <a href=\"https:\/\/www.foreignaffairs.com\/reviews\/capsule-review\/1986-12-01\/casino-capitalism\">volatiler W\u00e4hrungskurse<\/a> und pl\u00f6tzlicher <a href=\"https:\/\/www.e-elgar.com\/shop\/gbp\/capital-flight-and-capital-controls-in-developing-countries-9781843769316.html\">Kapitalflucht <\/a>drehte, richtet CMF die Aufmerksamkeit auf das grundlegende Problem, dass L\u00e4nder\u2014oder systemrelevante Akteure in diesen L\u00e4ndern\u2014Schulden in Dollar aufnehmen, <a href=\"https:\/\/www.routledge.com\/Money-Power-and-Financial-Capital-in-Emerging-Markets-Facing-the-Liquidity\/Alami\/p\/book\/9780367276478\">um Kredite in lokaler W\u00e4hrung zu finanzieren<\/a>. Dies betrifft unter anderem ostasiatische Pensionsfonds und Lebensversicherer, die europ\u00e4ische Banken seit der Finanzkrise von 2007\/8 als gr\u00f6\u00dfte Kreditnehmer auf den Offshore-Dollar-M\u00e4rkten abgel\u00f6st haben. Diese neuen globalen \u2018cash-pools\u2018 sind damit zu einem zumindest ebenb\u00fcrtigen Faktor in Fragen der <a href=\"https:\/\/www.cfr.org\/blog\/are-asian-insurers-new-european-banks\">globalen Finanzmarktstabilit\u00e4t<\/a> geworden und veranschaulichen die zunehmend <a href=\"https:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/abs\/10.1111\/dech.12387\">marktbasierte Organisation nationaler Finanzsysteme<\/a>.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund problematisiert CMF auch den rapiden Bedeutungs- und Machtgewinn <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1017\/bap.2017.6\">privater Verm\u00f6gensverwalter<\/a> (asset manager), welcher in der <a href=\"https:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/09692290.2019.1699147\">wissenschaftlichen Debatte<\/a> aufmerksam verfolgt wird. Seit 2008 haben sich diese privaten Unternehmen zu einer m\u00e4chtigen wirtschaftlichen und politischen Instanz entwickelt. Nicht nur, weil sie enorme Verm\u00f6genswerte kontrollieren, sondern auch, weil sie eine zentrale Rolle in den Offshore-Gesch\u00e4ften sowohl von Banken als auch der neuen globalen cash-pools spielen. Dar\u00fcber hinaus sind diese zunehmend in wichtige politische Entscheidungen involviert, indem sie Regierungen und Zentralbanken weltweit beraten. Dies f\u00fchrte bereits zu einer Reihe von eindeutigen Interessenskonflikten. Zum Beispiel sicherte sich der weltweit gr\u00f6\u00dfte Verm\u00f6gensverwalter BlackRock eine Schl\u00fcsselrolle als Berater der Fed in deren Anleiheankaufprogrammen im Zuge von COVID-19; eine Rolle in der BlackRock etwa zum Kauf seiner eigenen Verm\u00f6genswerte raten konnte. Wenig \u00fcberraschend lockte BlackRocks Vorzeige-Corporate Bond ETF (<a href=\"https:\/\/www.bloomberg.com\/quote\/LQD:US\">LQD:US<\/a>) im folgenden Monat <a href=\"https:\/\/www.ft.com\/content\/7091a2a5-7eef-4c78-8331-9fd986925f8a\">Investitionen in H\u00f6he von 4,3 Milliarden USD an<\/a>. Vergleichbare Produkte der Konkurrenten Vanguard und State Street erhielten lediglich 22 Millionen USD, bzw. 15 Millionen USD, also nur knapp ein Hundertstel dessen, was auf Blackrocks ETF entfiel. Zus\u00e4tzlich zu der Erforschung sogenannter \u201aregulatory capture\u2018, also der Vereinnahmung von Regulierungsakteuren durch die zu regulierende Branche, macht CMF daher neue komplexe <a href=\"https:\/\/academic.oup.com\/ser\/advance-article-abstract\/doi\/10.1093\/ser\/mwy008\/4883362?redirectedFrom=fulltext\">Verflechtungen zwischen privaten und \u00f6ffentlichen Akteure<\/a> sichtbar und der \u00f6ffentlichen Debatte zug\u00e4nglich.<\/p>\n<p>Kurzum, CMF analysiert die vielseitigen Wechselwirkungen unterschiedlicher politischer und wirtschaftlicher Akteure innerhalb der Finanzwelt sowie deren Auswirkungen auf globale Marktprozesse und deren Regulierung. Damit erm\u00f6glicht der Ansatz ein besseres Verst\u00e4ndnis der Machtverh\u00e4ltnisse im Zentrum der Finanzwirtschaft, der Frage, wie Kreditforderungen politisch ausgehandelt und instrumentalisiert werden, sowie der Akteure oder Branchen, welche durch diese Prozesse \u00fcber die Zeit an Bedeutung und Macht gewinnen.<\/p>\n<p><strong>Was ist \u201akritisch\u2018 an CMF?<\/strong><\/p>\n<p>CMF ist eher ein \u00f6konomischer als ein polit\u00f6konomischer Analyserahmen. Der Vorteil daran ist, dass CMF einen klaren analytischen Standpunkt vertritt, der als Grundlage zum Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Wirtschaftsprozesse dient. Jedoch birgt die bilanz-zentrierte Sichtweise des Ansatzes auch Grenzen, die es zu benennen und zu hinterfragen gilt.<\/p>\n<p>Politisch gesehen ist es genau dieser analytische Standpunkt, welcher CMF das Geh\u00f6r von Experten und Regulatoren verschafft. Allerdings mag es sein, dass CMF dadurch auch an den intellektuellen Analyserahmen und die politischen Gestaltungsvorstellungen dieser Experten gebunden wird. Methodisch gesehen stellt CMF grunds\u00e4tzlich alle Institutionen gleich und l\u00f6st diese dadurch aus ihrem spezifischen Kontext heraus. Obwohl alle bank\u00e4hnlichen Institutionen individuelle Strategien haben, ist das \u201eZahlungsproblem\u201c (payments problem) der axiomatische Grundsatz der Analyse, wodurch CMF eine grundlegend deduktive Forschungsmethode nahelegt. Die Politische \u00d6konomie hat sich jedoch immer mit deduktiven Methodologien schwergetan, da diese bestimmte Forschungsfragen ausschlie\u00dfen. Wie kann CMF beispielsweise erkl\u00e4ren, dass Praktiken des cash-flow management in einer Handelsabteilung der US-Investmentbank Bankers Trust entstand und nicht etwa bei der britischen Barclays Bank? Oder wieso etwa ausgerechnet <a href=\"http:\/\/sro.sussex.ac.uk\/id\/eprint\/87831\/\">deutsche Banken <\/a>Probleme hatten diese Praktiken anzuwenden, und welche Auswirkungen dies auf die Eurokrise hatte? CMF k\u00f6nnte Probleme haben, zu konzeptualisieren inwiefern solche historischen und geographischen Entwicklungen und Zusammenh\u00e4nge Zahlungsproblematiken beeinflussen.<\/p>\n<p>Wof\u00fcr steht also das \u201akritische\u2018 in kritischer Makrofinanz? Es steht f\u00fcr die Politisierung des technischen Unterbaus, die angeblich apolitischen Infrastrukturen und Prozesse von Finanzm\u00e4rkten. Aber ohne eine bestimmte methodologische Vorgehensweise, die sich vom Makrofinanz-Mainstream abhebt, stellt \u201akritisch\u2018 lediglich eine Selbstverpflichtung zu ebensolchen normativen Fragen dar. Trotz aller Aufmerksamkeit, die Finanzprozesse dabei erfahren, besch\u00e4ftigt sich CMF letztlich mit den gleichen Sachverhalten und Fragen wie die Finanzialisierungsforschung, insbesondere den demokratischen Implikationen des \u201aRegierens durch M\u00e4rkte\u2018 sowie den sozialen Auswirkungen \u201aungeduldigen\u2018 Kapitals. Grundlegend teilen CMF und die Finanzialisierungsforschung eine Frustration mit der Art und Weise, wie realwirtschaftliche Prozesse untergraben werden durch die neoliberale Wende in globalen Finanzm\u00e4rkten.<\/p>\n<p>Die entscheidende Frage\u2014welche in der <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20230926200602\/http:\/\/financeandsociety.ed.ac.uk\/issue\/view\/331\">aktuellen Ausgabe<\/a> der Fachzeitschrift <em>Finance &amp; Society<\/em> im Detail (auf Englisch) behandelt wird\u2014ist daher, wie genau uns eine solche \u201akritische\u2018 Makrofinanz hilft, die ungleichen polit\u00f6konomischen Entwicklungen des zeitgen\u00f6ssischen Kapitalismus zu erforschen.<\/p>\n<p>Die Finanzkrise 2008 hat eindrucksvoll bewiesen, dass Forscher die technischen Aspekte und Prozesse globaler Finanzm\u00e4rkte n\u00e4her beleuchten m\u00fcssen. Teil dieser gro\u00dfen intellektuellen Herausforderung f\u00fcr die politische \u00d6konomie und Finanzialisierungsforschung ist dabei, Finanzm\u00e4rkte selbst zu analysieren, und nicht lediglich im Hinblick auf realwirtschaftliche Prozesse und Konsequenzen. Den analytischen Fokus von Solvenz zu Liquidit\u00e4t und von den Konsequenzen von Finanzm\u00e4rkten zu deren konstituierenden Prozessen zu verschieben, ist ein vielversprechender Untersuchungsansatz, der durch CMF m\u00f6glich wird. Um diesen Perspektivenwechsel zu vollziehen muss analysiert werden, inwiefern Finanzprozesse wie Fremdkapitalaufnahme, Liquidit\u00e4tsprovision oder Verbindlichkeiten- und Kreditsicherheits-management im globalen Kapitalismus erm\u00f6glicht, verbreitet und reproduziert werden.<\/p>\n<hr>\n<p><em>Picture credit<\/em>: <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Euro_M%C3%BCnzgeld_und_Portmonee_-_Nahaufnahme_(Geld,_Kleingeld,_M%C3%BCnzen).jpg\">Elbpresse<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>SAHIL JAI DUTTA, RUBEN KREMERS, FABIAN PAPE, JOHANNES PETRY Der folgende Gastbeitrag basiert auf der Einleitung zu dem Forum \u201aCritical Macro-Finance\u2018, ver\u00f6ffentlicht im Journal Finance &amp; Society. Seit Beginn der COVID-19 Krise im M\u00e4rz 2020 hat die US-Zentralbank (Federal Reserve; Fed), Ma\u00dfnahmen von historischem Ausma\u00df ergriffen. Die Nervosit\u00e4t \u00fcber die wirtschaftlichen Konsequenzen der Pandemie l\u00f6ste an den Finanzm\u00e4rkten eine weltweite &#8230; <a href=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/en\/critical-macro-finance-eine-einfuehrung\/\" class=\"more-link\">Read More<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":13,"featured_media":70751,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":"","_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[191],"tags":[60],"class_list":["post-1762","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-archiv","tag-monetary-policy"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v26.8 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Critical macro-finance: Eine Einf\u00fchrung - Dezernat Zukunft<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Institut f\u00fcr Makrofinanzen\" \/>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/critical-macro-finance-eine-einfuehrung\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_US\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Critical macro-finance: Eine Einf\u00fchrung - Dezernat Zukunft\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Institut f\u00fcr Makrofinanzen\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/critical-macro-finance-eine-einfuehrung\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Dezernat Zukunft\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2020-06-25T08:09:00+00:00\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2025-01-09T08:56:08+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/critical-macro.png\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"1600\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"933\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/png\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"Sahil Jai Dutta\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:creator\" content=\"@DezernatZ\" \/>\n<meta name=\"twitter:site\" content=\"@DezernatZ\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Written by\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"Sahil Jai Dutta\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Est. reading time\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"10 minutes\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"Article\",\"@id\":\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/critical-macro-finance-eine-einfuehrung\/#article\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/critical-macro-finance-eine-einfuehrung\/\"},\"author\":{\"name\":\"Sahil Jai Dutta\",\"@id\":\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/#\/schema\/person\/d33159e039ac1bad628996386ecee86f\"},\"headline\":\"Critical macro-finance: Eine Einf\u00fchrung\",\"datePublished\":\"2020-06-25T08:09:00+00:00\",\"dateModified\":\"2025-01-09T08:56:08+00:00\",\"mainEntityOfPage\":{\"@id\":\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/critical-macro-finance-eine-einfuehrung\/\"},\"wordCount\":2402,\"publisher\":{\"@id\":\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/#organization\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/critical-macro-finance-eine-einfuehrung\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/critical-macro.png\",\"keywords\":[\"Monetary Policy\"],\"articleSection\":[\"Archiv\"],\"inLanguage\":\"en-US\"},{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/critical-macro-finance-eine-einfuehrung\/\",\"url\":\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/critical-macro-finance-eine-einfuehrung\/\",\"name\":\"Critical macro-finance: Eine Einf\u00fchrung - Dezernat Zukunft\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/critical-macro-finance-eine-einfuehrung\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/critical-macro-finance-eine-einfuehrung\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/critical-macro.png\",\"datePublished\":\"2020-06-25T08:09:00+00:00\",\"dateModified\":\"2025-01-09T08:56:08+00:00\",\"description\":\"Institut f\u00fcr Makrofinanzen\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/critical-macro-finance-eine-einfuehrung\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"en-US\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/critical-macro-finance-eine-einfuehrung\/\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-US\",\"@id\":\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/critical-macro-finance-eine-einfuehrung\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/critical-macro.png\",\"contentUrl\":\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/critical-macro.png\",\"width\":1600,\"height\":933},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/critical-macro-finance-eine-einfuehrung\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Home\",\"item\":\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/en\/home_en\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Critical macro-finance: Eine Einf\u00fchrung\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/#website\",\"url\":\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/\",\"name\":\"Dezernat Zukunft\",\"description\":\"Institut f\u00fcr Makrofinanzen\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"en-US\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/#organization\",\"name\":\"Dezernat Zukunft\",\"url\":\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-US\",\"@id\":\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/#\/schema\/logo\/image\/\",\"url\":\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Dezernat_Zukunft-01_Zeichenfla\u0308che-1.png\",\"contentUrl\":\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Dezernat_Zukunft-01_Zeichenfla\u0308che-1.png\",\"width\":966,\"height\":167,\"caption\":\"Dezernat Zukunft\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/#\/schema\/logo\/image\/\"},\"sameAs\":[\"https:\/\/x.com\/DezernatZ\"]},{\"@type\":\"Person\",\"@id\":\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/#\/schema\/person\/d33159e039ac1bad628996386ecee86f\",\"name\":\"Sahil Jai Dutta\",\"sameAs\":[\"http:\/\/twitter.com\/sahildutta\"],\"url\":\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/en\/author\/sahiljaidutta\/\"}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Critical macro-finance: Eine Einf\u00fchrung - Dezernat Zukunft","description":"Institut f\u00fcr Makrofinanzen","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/critical-macro-finance-eine-einfuehrung\/","og_locale":"en_US","og_type":"article","og_title":"Critical macro-finance: Eine Einf\u00fchrung - Dezernat Zukunft","og_description":"Institut f\u00fcr Makrofinanzen","og_url":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/critical-macro-finance-eine-einfuehrung\/","og_site_name":"Dezernat Zukunft","article_published_time":"2020-06-25T08:09:00+00:00","article_modified_time":"2025-01-09T08:56:08+00:00","og_image":[{"width":1600,"height":933,"url":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/critical-macro.png","type":"image\/png"}],"author":"Sahil Jai Dutta","twitter_card":"summary_large_image","twitter_creator":"@DezernatZ","twitter_site":"@DezernatZ","twitter_misc":{"Written by":"Sahil Jai Dutta","Est. reading time":"10 minutes"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"Article","@id":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/critical-macro-finance-eine-einfuehrung\/#article","isPartOf":{"@id":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/critical-macro-finance-eine-einfuehrung\/"},"author":{"name":"Sahil Jai Dutta","@id":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/#\/schema\/person\/d33159e039ac1bad628996386ecee86f"},"headline":"Critical macro-finance: Eine Einf\u00fchrung","datePublished":"2020-06-25T08:09:00+00:00","dateModified":"2025-01-09T08:56:08+00:00","mainEntityOfPage":{"@id":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/critical-macro-finance-eine-einfuehrung\/"},"wordCount":2402,"publisher":{"@id":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/#organization"},"image":{"@id":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/critical-macro-finance-eine-einfuehrung\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/critical-macro.png","keywords":["Monetary Policy"],"articleSection":["Archiv"],"inLanguage":"en-US"},{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/critical-macro-finance-eine-einfuehrung\/","url":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/critical-macro-finance-eine-einfuehrung\/","name":"Critical macro-finance: Eine Einf\u00fchrung - Dezernat Zukunft","isPartOf":{"@id":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/critical-macro-finance-eine-einfuehrung\/#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/critical-macro-finance-eine-einfuehrung\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/critical-macro.png","datePublished":"2020-06-25T08:09:00+00:00","dateModified":"2025-01-09T08:56:08+00:00","description":"Institut f\u00fcr Makrofinanzen","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/critical-macro-finance-eine-einfuehrung\/#breadcrumb"},"inLanguage":"en-US","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/dezernatzukunft.org\/critical-macro-finance-eine-einfuehrung\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-US","@id":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/critical-macro-finance-eine-einfuehrung\/#primaryimage","url":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/critical-macro.png","contentUrl":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/critical-macro.png","width":1600,"height":933},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/critical-macro-finance-eine-einfuehrung\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Home","item":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/en\/home_en\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Critical macro-finance: Eine Einf\u00fchrung"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/#website","url":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/","name":"Dezernat Zukunft","description":"Institut f\u00fcr Makrofinanzen","publisher":{"@id":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"en-US"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/#organization","name":"Dezernat Zukunft","url":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-US","@id":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Dezernat_Zukunft-01_Zeichenfla\u0308che-1.png","contentUrl":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Dezernat_Zukunft-01_Zeichenfla\u0308che-1.png","width":966,"height":167,"caption":"Dezernat Zukunft"},"image":{"@id":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/x.com\/DezernatZ"]},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/#\/schema\/person\/d33159e039ac1bad628996386ecee86f","name":"Sahil Jai Dutta","sameAs":["http:\/\/twitter.com\/sahildutta"],"url":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/en\/author\/sahiljaidutta\/"}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1762","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/13"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1762"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1762\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":75798,"href":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1762\/revisions\/75798"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/70751"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1762"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1762"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1762"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}