{"id":12447,"date":"2022-07-21T12:00:00","date_gmt":"2022-07-21T10:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dezernat-zukunft.org\/?p=12447"},"modified":"2024-03-26T15:07:00","modified_gmt":"2024-03-26T14:07:00","slug":"rechtliche-fragen-rund-um-einen-transmission-protection-mechanism-faq","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/en\/rechtliche-fragen-rund-um-einen-transmission-protection-mechanism-faq\/","title":{"rendered":"Rechtliche Fragen rund um einen Transmission Protection Mechanism: FAQ"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-normal-font-size\"><strong><a href=\"mailto:philipp.orphal@dezernatzukunft.org\">Philipp Orphal<\/a><\/strong>, Florian Kern<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">\u2013 den aktuellen <a href=\"#M1\">Medien- und Veranstaltungsbericht<\/a> des Dezernats findet Ihr am Ende des Geldbriefs \u2013<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">\u2013 der Geldbrief verabschiedet sich in die Sommerpause. Der n\u00e4chste Geldbrief kommt am 1. September \u2013<\/p>\n\n\n<p class=\"executivesum\" style=\"border-left: 8px solid #ee6174; text-align: left;\">Am heutigen Donnerstag (21. Juli 2022) trifft sich das oberste Entscheidungsgremium des Eurosystems, der EZB-Rat, um \u00fcber eine Zinserh\u00f6hung und einen m\u00f6glichen Einsatz eines sogenannten Anti-Fragmentierungstools (AFT) zu entscheiden. Mit einem AFT k\u00f6nnte das Eurosystem daf\u00fcr sorgen, dass die Zinsen f\u00fcr Staatsanleihen in der Eurozone nicht zu stark auseinander laufen (s. dazu unseren <a href=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/das-anti-fragmentierungstool-des-eurosystems-verstandlich-erklart\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Geldbrief #24<\/a> vom 07.07.). Schon zur Hochphase der Eurokrise hatte das Eurosystem ein letztlich nie eingesetztes Programm (Outright Monetary Transactions, OMT) angek\u00fcndigt, das ebenfalls daf\u00fcr sorgen sollte, dass Zinsen nicht zu stark voneinander abweichen. Das OMT zog bereits einige Klagen auf sich, bei welchen die Kl\u00e4ger argumentierten, das Eurosystem w\u00fcrde sein Mandat \u00fcberreizen und rechtswidrig handeln. Auch gegen den f\u00fcr heute erwarteten Transmission Protection Mechanism (das wird nach Presseberichten der Name des AFT sein) ist erneut mit Klagen zu rechnen. Wir haben daher ein FAQ \u00fcber die wesentlichen rechtlichen Fragen zusammengestellt, die im Kontext eines AFT aufgeworfen werden.<\/p>\n<h4>Inhaltsverzeichnis<\/h4>\n<ol>\n<li><a href=\"#U1\">Ist ein <em>Transmission Protection Mechanism<\/em> erforderlich, um die vorgeschriebenen Ziele des Eurosystems zu erreichen?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#U2\"> Nimmt ein <em>Transmission Protection Mechanism<\/em> den Handlungsdruck von der Fiskalpolitik?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#U3\">Greift das Eurosystem auf unzul\u00e4ssige Art in die Marktpreisbildung ein?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#U4\">\u201eEs gibt doch schon OMT\u201c<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#U5\">Muss der jeweilige Mitgliedstaat in ein ESM-Programm, bevor das Eurosystem t\u00e4tig Staatsanleihen kaufen darf, oder sind auch andere Formen der Konditionalit\u00e4t akzeptabel?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#U6\"> Ist ein Ankauf nur von bestimmten Staatsanleihen durch das Eurosystem mit einer (wenn dann nur vom Bundestag zu verabschiedenden) Finanzhilfe vergleichbar?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#U7\">Entstehen durch Ankaufprogramme Verlustrisiken f\u00fcr den Bundeshaushalt?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#U8\">Allgemeine Rechtm\u00e4\u00dfigkeitsvoraussetzungen f\u00fcr Anleihekaufprogramme.<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<h4><a name=\"U1\"><\/a>1. Ist ein <em>Transmission Protection Mechanism<\/em> erforderlich, um die vorgeschriebenen Ziele des Eurosystems zu erreichen?<\/h4>\n<p>Die Ziele des Eurosystems sind in Artikel 127 Absatz 1 des Vertrags \u00fcber die Arbeitsweise der Europ\u00e4ischen Union (AEUV) notiert. Danach ist es sein Ziel, Preisstabilit\u00e4t zu gew\u00e4hrleisten und, \u201esoweit dies ohne Beeintr\u00e4chtigung des Zieles der Preisstabilit\u00e4t m\u00f6glich ist\u201c, \u201edie allgemeine Wirtschaftspolitik in der Union\u201c zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Zur Erinnerung: Geldpolitik funktioniert, indem die Zentralbank \u00fcber die Beeinflussung kurz- und langfristiger Zinsen die Finanzierungskonditionen beeinflusst, welche wiederum Einfluss auf die gesamtwirtschaftliche Nachfrage haben. Und da Preise aus Angebot und Nachfrage entstehen, nimmt die Zentralbank auf diese Art und Weise Einfluss auf das Preisniveau. Wenn sich die Finanzierungskonditionen in einzelnen Mitgliedstaaten jedoch ganz anders verhalten als vom Eurosystem gew\u00fcnscht, wirkt die Geldpolitik nicht mehr. Wenn <em>Spread<\/em>-Anstiege f\u00fcr eine solche Entwicklung verantwortlich sind, dann w\u00e4re ein Eingreifen entsprechend erforderlich, um die Wirkung der Geldpolitik im Sinne des EU-Vertrags sicherzustellen.<\/p>\n<p>Ein R\u00fcckblick auf die Hochphase der Eurokrise zeigt, wie sich in den Mitgliedstaaten, die <em>Spread<\/em>-Anstiege erlebten, auch die Finanzierungskonditionen erheblich verschlechtert haben. Abbildung 1 zeigt, wie sich die Kosten f\u00fcr Bankkredite in einzelnen Mitgliedstaaten zwischen 2010 und 2012 entwickelten. Dazu wurden Unternehmen alle sechs Monate zu den Kosten f\u00fcr Neukredite im Vergleich zur Vorperiode befragt, wie sich die Finanzierungskosten ihrer Bankkredite entwickelten. Von 2010 bis 2012 wurden Bankkredite in Spanien permanent teurer, w\u00e4hrend sie in Deutschland mit Ausnahme eines Halbjahrs immer billiger wurden &#8211; trotz formal gleicher Geldpolitik des Eurosystems.&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Abbildung 1:<\/strong> Entwicklung der Kosten f\u00fcr Bankkredite, Quelle: <a href=\"https:\/\/www.ecb.europa.eu\/stats\/accesstofinancesofenterprises\/pdf\/accesstofinancesmallmediumsizedenterprises201311en.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Survey on the Access to Finance of Small and Medium-sized Enterprises in the Euro Area<\/a>, EZB, November 2013, S. 20<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-12289 aligncenter\" src=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-1-1-300x207.png\" alt=\"\" width=\"751\" height=\"518\" srcset=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-1-1-300x207.png 300w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-1-1-1024x708.png 1024w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-1-1-768x531.png 768w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-1-1-1536x1062.png 1536w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-1-1-2048x1416.png 2048w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-1-1-100x69.png 100w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-1-1-1184x819.png 1184w\" sizes=\"auto, (max-width: 751px) 100vw, 751px\" \/><\/p>\n<p>Das macht ein Anti-Fragmentierungstool zur Sicherung der Transmission und der Einheitlichkeit der Geldpolitik (Art.&nbsp;119 Abs.&nbsp;2 AEUV) erforderlich, das die H\u00f6he der <strong><em>Spreads<\/em> auf ein H\u00f6chstma\u00df begrenzen<\/strong> kann, unter dem die geldpolitische Transmission noch gew\u00e4hrleistet ist.<\/p>\n<p>Bei einer Staatsquote von \u00fcber 50&nbsp;% in der Eurozone ist dabei auch klar, dass geringere \u00f6ffentliche Ausgaben einen nicht irrelevanten Effekt auf die Wirtschaftsleistung, die gesamtwirtschaftliche Nachfrage und die Konjunkturerwartungen haben. Liegt der <em>Fiscal Multiplier<\/em> f\u00fcr Ausgaben der \u00f6ffentlichen Hand dabei \u00fcber 1, <a href=\"https:\/\/academic.oup.com\/oep\/article\/74\/2\/359\/6320898?login=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">wie es etwa im Falle Italiens angenommen wird<\/a>, w\u00fcrden Ausgabek\u00fcrzungen zu einer Verschlechterung der Schuldenquote f\u00fchren.<\/p>\n<p>Auch das f\u00fcr die Zentralbanken bindende Ziel <strong>gesunder und nachhaltiger \u00f6ffentlicher Finanzen<\/strong> (Art.&nbsp;127 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 und&nbsp;3, Art.&nbsp;282 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3, Art.&nbsp;119 Abs.&nbsp;3 AEUV) spricht daher f\u00fcr den Einsatz eines Anti-Fragmentierungstools.<\/p>\n<h4><a name=\"U2\"><\/a>2. Nimmt ein <em>Transmission Protection Mechanism<\/em> den Handlungsdruck von der Fiskalpolitik?<\/h4>\n<p>Teilweise wird vorgebracht, das Eurosystem nehme mit dem <em>Transmission Protection Mechanism <\/em>den Handlungsdruck von der Fiskalpolitik. Implizit schwingt die Bef\u00fcrchtung mit, dass das Eurosystem damit f\u00fcr die Fiskalpolitik Anreize setze, unt\u00e4tig zu bleiben.<\/p>\n<p>Anders als die Mitgliedstaaten hat das Eurosystem aber ein <strong>verbindliches Prim\u00e4rmandat<\/strong> und dementsprechend einen \u201e<em>bias to act<\/em>\u201c, wenn es mit seinem Instrumentarium auf Preisstabilit\u00e4t hinwirken kann. Dass der Druck zu politischen L\u00f6sungen, die ein Handeln des Eurosystems redundant werden lie\u00dfen, nach einem T\u00e4tigwerden des Eurosystems abnehmen k\u00f6nnte, kann daher f\u00fcr das Eurosystem kein relevantes Argument sein, unt\u00e4tig zu bleiben. Es darf nicht sein Mandat ignorieren, um damit Druck auf demokratische Regierungen aufzubauen, sondern muss den von der Politik vorgegebenen gesetzlichen und wirtschaftlichen <strong>Rahmen akzeptieren<\/strong> und innerhalb dessen mit den ihm zur Verf\u00fcgung stehenden Instrumenten <strong>auf die Erf\u00fcllung seines Mandats hinarbeiten<\/strong>.<\/p>\n<h4><a name=\"U3\"><\/a>3. Greift das Eurosystem auf unzul\u00e4ssige Art in die Marktpreisbildung ein?<\/h4>\n<p>Rechtlich herrscht zurzeit in Europa die Idee vor, dass die Preise f\u00fcr Staatsanleihen nicht von den Staaten oder den Zentralbanken gestaltet werden sollten, sondern im Spiel von Angebot und Nachfrage ausschlie\u00dflich auf den Finanzm\u00e4rkten gebildet werden. Vertreter:innen der EZB argumentieren, dass die Preisbildung an M\u00e4rkten teilweise nicht fundamental gerechtfertigt sei. Dass Finanzm\u00e4rkte zu \u00dcbertreibungen neigen und zu nicht fundamental begr\u00fcndbaren Ergebnissen kommen, war <a href=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/das-anti-fragmentierungstool-des-eurosystems-verstandlich-erklart\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">bereits vor dem Start der W\u00e4hrungsunion bekannt<\/a>. Zu Beginn der Pandemie kam es selbst am liquidesten Markt weltweit, <a href=\"https:\/\/www.nber.org\/system\/files\/working_papers\/w29128\/w29128.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">dem Markt f\u00fcr US-Staatsanleihen, zu nicht fundamental begr\u00fcndbaren Preisbewegungen<\/a>.<\/p>\n<p>Schon im OMT-Verfahren war die Neutralisierung \u201eirrationaler\u201c Zinsaufschl\u00e4ge anvisiert. Auch dort wurde mit der wirksamen Transmission der Geldpolitik argumentiert, die bei zu hohen <em>Spreads<\/em> nicht mehr gew\u00e4hrleistet sei.<\/p>\n<p>Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) zeigte sich in seinem OMT-Beschluss insbesondere zur Abgrenzung anhand des Kriteriums der \u201eIrrationalit\u00e4t\u201c sehr kritisch, akzeptierte aber schlie\u00dflich die Argumentation des EuGH (Europ\u00e4ischen Gerichtshofs), der darauf abstellte, dass die Neutralisierung von <em>S<\/em><em>preads<\/em> <strong>auf das<\/strong> \u201ef\u00fcr die Erhaltung des geldpolitischen Transmissionsmechanismus und der Einheitlichkeit der Geldpolitik\u201c <strong>erforderliche begrenzt<\/strong> war und dabei den Mitgliedstaaten der <strong>Anreiz zu gesunden \u00f6ffentlichen Finanzen nicht genommen<\/strong> werde.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Das ESZB d\u00fcrfte dagegen wohl Zinsaufschl\u00e4ge nicht ausgleichen, die daraus resultieren, dass ein Mitgliedstaat seine Verpflichtungen aus dem Stabilit\u00e4ts- und Wachstumspakt oder Empfehlungen der Kommission oder des Rats ignoriert, da ansonsten der aus erh\u00f6hten Risikoaufschl\u00e4gen kommende Anreiz zu gesunden \u00f6ffentlichen Finanzen genommen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Auf die Abgrenzung \u201erational\/irrational\u201c oder \u201edurch Fundamentaldaten gerechtfertigt\/nicht gerechtfertigt\u201c sollte es dabei gar nicht ankommen. Die zentrale Frage lautet, ob die <strong>Begrenzung von <em>Spreads<\/em><\/strong> zur Verfolgung eines Mandats <strong>erforderlich<\/strong> ist und in der Praxis die wirtschaftspolitischen Ziele in der Union <strong>nicht konterkariert<\/strong>.<\/p>\n<h4><a name=\"U4\"><\/a>4. \u201eEs gibt doch schon OMT\u201c<\/h4>\n<p>Die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit eines Anleihekaufprogramms sollte nicht davon abh\u00e4ngen, ob schon ein anderes existiert, nach dem zu anderen Bedingungen Anleihen gekauft werden. Die Erforderlichkeit von Ma\u00dfnahmen des ESZB ist <strong>nach den konkreten Umst\u00e4nden<\/strong> zu beurteilen und <strong>nicht <\/strong>danach,<strong> ob sie unter einem anderen Programm durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnten<\/strong> (oder auch nicht)<strong>, dessen Rechtm\u00e4\u00dfigkeit best\u00e4tigt wurde<\/strong>.<\/p>\n<p>Die rechtliche Pr\u00fcfung bezieht sich auf den Ankauf von Anleihen. Auf diesen beziehen sich Art.&nbsp;123 AEUV und die Frage nach wirtschaftspolitischen Auswirkungen und den Bedingungen, unter denen Ank\u00e4ufe rechtm\u00e4\u00dfig durchgef\u00fchrt werden (k\u00f6nnen).<\/p>\n<h4><a name=\"U5\"><\/a>5. Muss der jeweilige Mitgliedstaat in ein ESM-Programm, bevor das Eurosystem Staatsanleihen kaufen darf?<\/h4>\n<p>In der Diskussion geht es oft darum, ob Anleihek\u00e4ufe davon abh\u00e4ngig gemacht werden sollten, dass der betreffende Mitgliedstaat an einem ESM-Programm teilnimmt und dessen Bedingungen einh\u00e4lt (Konditionalit\u00e4t). Rechtlich hat Konditionalit\u00e4t eine doppelte Bedeutung:<\/p>\n<ul>\n<li><a name=\"U4\"><\/a>auf der einen Seite kann sie ein <strong>Indiz f\u00fcr eine wirtschaftspolitische Zielsetzung<\/strong> sein,<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a> und<\/li>\n<li>auf der anderen Seite gew\u00e4hrleistet sie, dass das ESZB durch sein Handeln <strong>nicht die Wirtschaftspolitik in der Union konterkariert<\/strong>.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Konditionalit\u00e4t sollte sich an von den politischen Organen (Kommission, Rat und Mitgliedstaaten) beschlossenen wirtschaftspolitischen (rechtlichen) Vorgaben, Beschl\u00fcssen und Empfehlungen orientieren, da das ESZB keine eigenen wirtschaftspolitischen Ziele verfolgen darf.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><sup>[4]<\/sup><\/a> Dar\u00fcber hinaus sollte aber <strong>unerheblich<\/strong> sein, <strong>wie streng<\/strong> diese Vorgaben, Beschl\u00fcsse und Empfehlungen sind, sofern dadurch die Wirtschaftspolitik in der Union <strong><em>nicht konterkariert<\/em><\/strong> und <strong><em>nur unterst\u00fctzt<\/em><\/strong> wird.<\/p>\n<p>Eine Konditionalit\u00e4t nach ESM-Programmen ist daher nicht alternativlos. Entsprechend erscheint es zielf\u00fchrend, die Konditionalit\u00e4t auf m\u00f6glichst viele politisch beschlossene wirtschaftspolitische Ziele und Ma\u00dfnahmen zu beziehen, denen ein Anleihekaufprogramm nicht entgegenwirken darf. Hierzu empfehlen sich dynamische Verweisungen auf einschl\u00e4gige Entscheidungen durch die politischen Organe wie etwa die Feststellung des Rats, dass in einem Defizitverfahren keine wirksamen Ma\u00dfnahmen ergriffen wurden (Art.&nbsp;126 Abs.&nbsp;9 AEUV), erfolgreiche fiskalische oder makro\u00f6konomische Koordination (Art.&nbsp;121,&nbsp;136 AEUV und VO&nbsp;(EG)&nbsp;1466\/97, VO&nbsp;(EU)&nbsp;1174\/2011), Vorgaben im Rahmen der Aufbau- und Resilienzfazilit\u00e4t (VO&nbsp;(EU)&nbsp;2021\/241), des EU-Rechtsstaatsmechanismus (VO&nbsp;(EU, Euratom) 2020\/2092) und anderen.<\/p>\n<h4><a name=\"U6\"><\/a>6. Ist ein Ankauf nur von bestimmten Staatsanleihen durch das Eurosystem mit einer (wenn dann nur vom Bundestag zu verabschiedenden) Finanzhilfe vergleichbar?<\/h4>\n<p>Schon bei vorherigen Ankaufprogrammen wurde diskutiert, ob das Eurosystem verst\u00e4rkt oder ausschlie\u00dflich Staatsanleihen einzelner Mitgliedsstaaten kaufen kann (\u201eSelektivit\u00e4t\u201c).<\/p>\n<p>Eine Selektivit\u00e4t von Anleihek\u00e4ufen hat ebenfalls eine mehrfache Bedeutung:<\/p>\n<ul>\n<li>auf der einen Seite k\u00f6nnte sie Anzeichen f\u00fcr eine (wirtschaftspolitische) <strong>Zielsetzung als Finanzhilfe<\/strong> und eine Umgehung des Verbots monet\u00e4rer Staatsfinanzierung gem\u00e4\u00df Art. 123 AEUV<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\"><sup>[5]<\/sup><\/a><\/li>\n<li>auf der anderen Seite k\u00f6nnen durch selektive Ank\u00e4ufe die <strong>wirtschaftspolitischen Auswirkungen <\/strong>auf das erforderliche Mindestma\u00df<strong> beschr\u00e4nkt<\/strong> und zugleich die Wirksamkeit etwa f\u00fcr die <strong>geldpolitische Transmission verbessert<\/strong><a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\"><sup>[6]<\/sup><\/a> M\u00fcsste das Eurosystem etwa auch deutsche Anleihen kaufen, wenn es zu hohe Zinsen in Italien vermeiden will, w\u00fcrde es die Zinsen in Deutschland wohl zu weit nach unten dr\u00fccken, als f\u00fcr die Erzielung von Preisstabilit\u00e4t angemessen w\u00e4re.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Auch hier kommt es eigentlich vor allem auf die Begr\u00fcndbarkeit mit dem verfolgten Ziel an. St\u00fctzt sich das Eurosystem auf sein geldpolitisches Mandat, sprechen bei entsprechender Darlegung der Erforderlichkeit etwa zur geldpolitischen Transmission gute Gr\u00fcnde f\u00fcr die Zul\u00e4ssigkeit selektiver Ank\u00e4ufe.<\/p>\n<h4><a name=\"U7\"><\/a>7. Entstehen durch Ankaufprogramme Verlustrisiken f\u00fcr den Bundeshaushalt?<\/h4>\n<p>In den bisherigen Ankaufprogrammen sind Staatsanleihen immer nur von der jeweiligen nationalen Zentralbank erworben worden, d.h. italienische Anleihen kauft nur die italienische Notenbank. Nach unserem Verst\u00e4ndnis steht eine \u2013 verfassungsrechtlich eventuell problematische \u2013 abweichende Verteilung bei der Ausgestaltung des <em>Transmission Protection Mechanism <\/em>auch nicht im Raum.<\/p>\n<p>Verlustrisiken auch f\u00fcr die Bundesbank und letztlich den Bundeshaushalt w\u00e4ren nur in einem \u201eArmageddon\u201c-Szenario denkbar, in dem beim (in den europ\u00e4ischen Vertr\u00e4gen nicht geregelten) Ausscheiden eines Mitgliedstaats aus der Eurozone eine Notenbank ihre Verbindlichkeiten gegen\u00fcber dem Eurosystem nicht mehr begleicht. Das betrifft vor allem sogenannte Target-Verbindlichkeiten einer anderen Notenbank gegen\u00fcber der Bundesbank, die entstehen, wenn auf Konten der Bundesbank mehr Notenbankguthaben liegen, als der Kapitalschl\u00fcssel des EZB vermuten lie\u00dfe. Damit die Bundesbank f\u00fcr die Zinsen auf diese Guthaben nicht alleine aufkommen muss, w\u00e4hrend die Ertr\u00e4ge im Eurosystem verteilt werden, m\u00fcssen die nationalen Zentralbanken, die Target-Verbindlichkeiten haben, (bei positiven Zinsen) einen Anteil ihrer Zinseinnahmen an die EZB \u00fcberweisen, welche diese den Staaten mit Target-Forderungen (etwa der Bundesbank) zukommen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>W\u00fcrde nun ein Staat aus dem Euro austreten und sich weigern, die Verbindlichkeiten gegen\u00fcber der EZB zu bedienen, h\u00e4tte diese zuk\u00fcnftig weniger Gewinne zu verteilen und w\u00fcrde zun\u00e4chst ihre Verluste tilgen. Entsprechend entst\u00fcnden in einem solchen Szenario fiktive Kosten f\u00fcr den Bundeshaushalt in Form entgangener Notenbankgewinne.<\/p>\n<p>Allerdings sind solche m\u00f6glichen Kosten in einem Katastrophenszenario inh\u00e4renter Bestandteil einer W\u00e4hrungsunion. Das war auch allen Beteiligten in Deutschland bewusst, nachdem die Bundesbank im Oktober 1990 erkl\u00e4rte, eine W\u00e4hrungsunion w\u00fcrde die beteiligten Staaten im W\u00e4hrungsbereich \u201eauf Gedeih und Verderb\u201d aneinanderbinden und stelle eine \u201enicht mehr k\u00fcndbare Solidargemeinschaft\u201d dar.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\"><sup>[7]<\/sup><\/a> Dass sehr hohe Kosten entstehen k\u00f6nnen, wenn ein Mitgliedstaat die W\u00e4hrungsunion verl\u00e4sst, kann aber nicht mit einer tats\u00e4chlich gemeinsamen Tragung von Verlustrisiken gleichgesetzt werden. Dieses Risiko ist kein nachtr\u00e4glich kollektiviertes, sondern ein mit der Teilnahme an der W\u00e4hrungsunion bewusst eingegangenes.<\/p>\n<h4><a name=\"U8\"><\/a>8. Allgemeine Rechtm\u00e4\u00dfigkeitsvoraussetzungen f\u00fcr Anleihekaufprogramme<\/h4>\n<p>Die <strong>Kriterien<\/strong>, denen ein Anleihekaufprogramm nach der bisherigen Rechtsprechung <u>immer<\/u> gen\u00fcgen muss, sind:<\/p>\n<ol>\n<li>Das ESZB darf sich der Prim\u00e4rmarktk\u00e4ufer nicht als einer \u201everl\u00e4ngerten Hand\u201c bedienen;<\/li>\n<li>Ank\u00e4ufe m\u00fcssen zur Verfolgung des gesetzten (geldpolitischen oder Unterst\u00fctzungs-) Ziels <strong>geeignet und erforderlich<\/strong> sein;<\/li>\n<li>Ank\u00e4ufe d\u00fcrfen die Grenze der <strong><em>Unterst\u00fctzung<\/em><\/strong> der Wirtschaftspolitik <strong>nicht \u00fcberschreiten<\/strong>;<\/li>\n<li>die Auswirkungen auf die in mitgliedstaatlicher Kompetenz verbliebene Wirtschaftspolitik m\u00fcssen mit Blick auf die erhofften erzielten Wirkungen <strong>verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig<\/strong> sein;<\/li>\n<li>sie d\u00fcrfen die Ziele der Wirtschaftspolitik in der Union <strong>nicht konterkarieren<\/strong>; und<\/li>\n<li>Risiken f\u00fcr <strong>Haushalte<\/strong> <strong>anderer<\/strong> <strong>Mitgliedstaaten<\/strong> m\u00fcssen ausgeschlossen sein.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Wichtig ist dabei immer eine <strong>Begr\u00fcndung mit einem der vom Prim\u00e4r- (Preisstabilit\u00e4t) oder Sekund\u00e4rmandat (Unterst\u00fctzung der Wirtschaftspolitik der Union) vorgegebenen Ziele<\/strong> und eine nachvollziehbare Darlegung der <strong>Eignung, Erforderlichkeit und Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit des gew\u00e4hlten Mittels<\/strong> im Hinblick auf seine Wirksamkeit und seine kompetenzabgrenzungsrelevanten \u2013 d.h. vor allem wirtschaftspolitischen \u2013 Auswirkungen.<\/p>\n<hr>\n<h4><strong> Fu\u00dfnoten<\/strong><\/h4>\n<p><a name=\" u8\"><\/a><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> EuGH-Urteil vom 16.6.2015, C-62\/14 \u2013 Gauweiler, ECLI:EU:C:2015:400, Rn.&nbsp;112 ff.; BVerfGE&nbsp;142, 123 Rn.&nbsp;194 f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> BVerfGE\u202f134, 366 Rn.\u202f80 ff.; BVerfGE\u202f142, 123 Rn.\u202f182; s.a.&nbsp;Schlussantrag GA\u202f<em>Cruz Villal\u00f3n<\/em> vom 14.1.2015, C-62\/14 \u2013 Gauweiler, ECLI:EU:C:2015:7, Rn.\u202f143 ff. und BVerfGE\u202f146, 216 Rn.\u202f112.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> EuGH-Urteil vom 16.6.2015, C-62\/14 \u2013 Gauweiler, ECLI:EU:C:2015:400, Rn.&nbsp;60; BVerfGE\u202f142, 123 Rn.\u202f203.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> BVerfGE\u202f134, 366 Rn.\u202f39,\u202f82.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> BVerfGE\u202f134, 366 Rn.\u202f80 ff.; BVerfGE\u202f142, 123 Rn.\u202f182; BVerfGE\u202f154, 17 Rn.\u202f217.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> EuGH-Urteil vom 16.6.2015, C-62\/14 \u2013 Gauweiler, ECLI:EU:C:2015:400, Rn.\u202f89.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Deutsche Bundesbank, <a href=\"https:\/\/www.bundesbank.de\/resource\/blob\/691220\/b9a8d31ad2e89d5bebc5c31e38d44888\/mL\/1990-10-monatsbericht-data.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Monatsbericht Oktober 1990<\/a>, S. 41.<\/p>\n<hr>\n<h4><strong><a name=\"M1\"><\/a>Medien- und Veranstaltungsbericht 21.07.2022<\/strong><\/h4>\n<ul>\n<li>Wie Philippa am 29.06. im Hessischen Rundfunk erkl\u00e4rte, weshalb die Kosten der Inflation von Arbeitnehmern und Arbeitgebern zusammen getragen werden m\u00fcssen, kann man <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20221129103246\/https:\/\/www.ardmediathek.de\/video\/past-forward\/bedroht-inflation-die-demokratie\/hr-fernsehen\/Y3JpZDovL2hyLW9ubGluZS8xNzM0Nzg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ab sofort in der ARD Mediathek<\/a> nachsehen.<\/li>\n<li>.Vom 06. bis 08.07. haben wir unsere <a href=\"https:\/\/twitter.com\/PhilippaSigl\/status\/1546960327459438595?s=20&amp;t=SRGaSExVUoAqq7SPynRGdQ\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Teamtage auf dem Herzogstand<\/a> Wetter flop, Stimmung top! (Wer aufgepasst hat: richtig, den <a href=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/das-anti-fragmentierungstool-des-eurosystems-verstandlich-erklart\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Geldbrief #24 vom 07.07. zum Anti-Fragmentierungstool<\/a> konnten wir euch nat\u00fcrlich trotzdem nicht vorenthalten!).<\/li>\n<li>Auf der <a href=\"https:\/\/www.apb-tutzing.de\/news\/2022-07-04\/neoliberalismus-neodirigismus-starker-staat-krisen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Tagung der Akademie f\u00fcr Politische Bildung Tutzing \u00fcber die Rolle des Staates: \u201eJenseits von Neoliberalismus und Neodirigismus\u201c<\/a> am 15.&nbsp;und 16.07. hat Philippa erkl\u00e4rt, wie die Industriepolitik der Zukunft aussehen k\u00f6nnte (oder zumindest sollte).<\/li>\n<li>Am 17.07. hat Philippa in <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=3mIu0ZfV0ps&amp;ab_channel=JacobinMagazin\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Jacobin Talks<\/a> f\u00fcr eine aktive und progressive Finanzpolitik geworben.<\/li>\n<li>Am 19.07. hat Friedrich Merz \u2013 beziehungsweise sein Alter Ego in der Satiresendung <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20220817112112\/https:\/\/www.zdf.de\/comedy\/die-anstalt\/die-anstalt-clip-5-210.html\">Die Anstalt<\/a> \u2013 unter anderem auf Grundlage dreier Geldbriefe den Zusammenhang zwischen Verschuldung und Inflation erkl\u00e4rt. Wieso es am Ende zu einem Moonwalk kam seht Ihr in dem verlinkten Clip.<\/li>\n<li>Am 20.07. argumentiert Philippa in der <a href=\"https:\/\/www.ft.com\/content\/1a6db30a-18d1-49bb-bd21-ab839b219f39\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Financial Times<\/a>, dass die Regierungen der Eurozone wesentlich mehr tun k\u00f6nnten, um zu vermeiden, dass sich die EZB in politisch und rechtlich gef\u00e4hrliche Fahrwasser begeben muss.<\/li>\n<li>Am 20.07. um 17:30 Uhr haben Florian Kern und Philipp Orphal in einem Q&amp;A \u00f6konomische und rechtliche Fragen zum erwarteten Anti-Fragmentierungstool der EZB beantwortet.<\/li>\n<li>Am 23.07. erz\u00e4hlt Philippa im Podcast <a href=\"https:\/\/wohlstandfueralle.podigee.io\/episodes\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wohlstand f\u00fcr Alle<\/a> von ihren Erfahrungen in der Entwicklungshilfe bei der Weltbank, \u00fcber sich und \u00fcber das Dezernat.<\/li>\n<li>Der im <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20240107170240\/https:\/\/www.bundesregierung.de\/resource\/blob\/974430\/1990812\/04221173eef9a6720059cc353d759a2b\/2021-12-10-koav2021-data.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Koalitionsvertrag<\/a> (S.&nbsp;161) beschlossene Review der Konjunkturkomponente ist in vollem Gang. In diesem Kontext hat das BMWK (Bundesministeriums f\u00fcr Wirtschaft und Klimaschutz) zur Einsendung von Vorschl\u00e4gen zur \u00dcberarbeitung des Verfahrens zur Berechnung des Produktionspotenzials <a href=\"https:\/\/www.bmwk.de\/Redaktion\/DE\/Dossier\/produktionspotenzial.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">aufgerufen<\/a>. Deadline ist bereits am 15.&nbsp;August, allerdings werden auch maximal zwei Seiten gefordert. Lasst das BMWK nicht im Stich!<\/li>\n<li>Pola wird in der <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2022\/30\/gleichstellung-frauen-arbeitsmarkt-care-arbeit\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ZEIT<\/a> zur \u00f6konomischen Notwendigkeit einer h\u00f6heren Frauenerwerbst\u00e4tigkeit zitiert.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"executivesum\" style=\"border-left: 8px solid #ee6174; text-align: center;\"><em>Der&nbsp;<strong>Geldbrief<\/strong> ist unser Newsletter zu aktuellen Fragen der Geldpolitik und der Finanzm\u00e4rkte. \u00dcber Feedback und Anregungen freuen wir uns und erbitten deren Zusendung an philipp.orphal<\/em><em>[at]dezernatzukunft.org<\/em><\/p>\n<hr>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am heutigen Donnerstag (21. Juli 2022) trifft sich das oberste Entscheidungsgremium des Eurosystems, der EZB-Rat, um \u00fcber eine Zinserh\u00f6hung und einen m\u00f6glichen Einsatz eines sogenannten Anti-Fragmentierungstools (AFT) zu entscheiden. Mit einem AFT k\u00f6nnte das Eurosystem daf\u00fcr sorgen, dass die Zinsen f\u00fcr Staatsanleihen in der Eurozone nicht zu stark auseinander laufen (s. dazu unseren Geldbrief #24 vom 07.07.). Schon zur Hochphase der Eurokrise hatte das Eurosystem ein letztlich nie eingesetztes Programm (Outright Monetary Transactions, OMT) angek\u00fcndigt, das ebenfalls daf\u00fcr sorgen sollte, dass Zinsen nicht zu stark voneinander abweichen. Das OMT zog bereits einige Klagen auf sich, bei welchen die Kl\u00e4ger argumentierten, das Eurosystem w\u00fcrde sein Mandat \u00fcberreizen und rechtswidrig handeln. Auch gegen den f\u00fcr heute erwarteten Transmission Protection Mechanism (das wird nach Presseberichten der Name des AFT sein) ist erneut mit Klagen zu rechnen. Wir haben daher ein FAQ \u00fcber die wesentlichen rechtlichen Fragen zusammengestellt, die im Kontext eines AFT aufgeworfen werden.<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":12674,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":"","_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[161],"tags":[147,174,5,183,60,152],"class_list":["post-12447","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-geldbrief-en","tag-europa","tag-europe","tag-geldpolitik","tag-government-bonds","tag-monetary-policy","tag-staatsanleihen"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v26.8 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Rechtliche Fragen rund um einen Transmission Protection Mechanism: FAQ - Dezernat Zukunft<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Institut f\u00fcr Makrofinanzen\" \/>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/rechtliche-fragen-rund-um-einen-transmission-protection-mechanism-faq\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_US\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Rechtliche Fragen rund um einen Transmission Protection Mechanism: FAQ - 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