{"id":11509,"date":"2022-07-07T11:30:00","date_gmt":"2022-07-07T09:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dezernat-zukunft.org\/?p=11509"},"modified":"2023-06-06T16:19:52","modified_gmt":"2023-06-06T14:19:52","slug":"das-anti-fragmentierungstool-des-eurosystems-verstaendlich-erklaert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dezernatzukunft.org\/en\/das-anti-fragmentierungstool-des-eurosystems-verstaendlich-erklaert\/","title":{"rendered":"Das Anti-Fragmentierungstool des Eurosystems \u2013 verst\u00e4ndlich erkl\u00e4rt"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-normal-font-size\"><strong><a href=\"mailto:max.krahe@dezernatzukunft.org\">Florian Kern<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n<p class=\"executivesum\" style=\"border-left: 8px solid #ee6174; text-align: left;\">Der EZB-Rat hat am 15. Juni 2022 die Einf\u00fchrung eines neuen Anti-Fragmentierungstools angek\u00fcndigt, um einem weiteren Anstieg \u201efundamental nicht gerechtfertigter\u201c Zinsaufschl\u00e4ge f\u00fcr Staatsanleihen einiger Mitgliedsstaaten vorzubeugen. Warum besteht Handlungsbedarf? Was unterscheidet ein solches Tool von den bisherigen Ankaufprogrammen? Darf das Eurosystem (EZB und Nationale Zentralbanken) \u00fcberhaupt eingreifen? Was meint der EZB-Rat mit \u201efundamental nicht gerechtfertigten Zinsaufschl\u00e4gen\u201c und welche Probleme entstehen durch die Abgrenzung? Wir kl\u00e4ren auf und beantworten die h\u00e4ufigsten Fragen.<\/p>\n<h4><strong>Kontext<\/strong><\/h4>\n<p>Das Eurosystem steuert kurz- und langfristige Zinsen, um damit die aggregierte Nachfrage und letztlich das Preisniveau in der Eurozone zu beeinflussen. Je niedriger die Zinsen f\u00fcr kurz- und langfristige Kredite und je g\u00fcnstiger es f\u00fcr private Akteure wird, Ausgaben zu finanzieren, desto expansiver ist die geldpolitische Ausrichtung. Da sich viele Marktteilnehmer nicht am Markt f\u00fcr \u00dcbernachtkredite finanzieren, sondern \u00fcber l\u00e4ngere Laufzeiten, sind auch die l\u00e4ngerfristigen Zinsen relevant f\u00fcr die Kosten von Finanzierungen.<\/p>\n<p>L\u00e4ngerfristige Zinsen wiederum h\u00e4ngen stark von den Erwartungen kurzfristiger Zinsen ab. In einer Lehrbuch-Welt ohne Risikopr\u00e4mien w\u00fcrden die Marktzinsen f\u00fcr 10-Jahre immer den aktuellen Erwartungen f\u00fcr die durchschnittlichen Kurzfristzinsen \u00fcber 10 Jahre entsprechen.<\/p>\n<p>In der Realit\u00e4t konnten Investoren aber zumindest bis zur Finanzkrise Pr\u00e4mien f\u00fcr die \u00dcbernahme des Risikos erzielen, dass die Zinsen sich doch anders entwickeln als heute erwartet. Die langfristigen Marktzinsen lagen also \u00fcber den reinen Zinserwartungen. Die Differenz zwischen den Zinserwartungen und den Marktzinsen nennt man die \u201eLaufzeitpr\u00e4mie\u201c. Ob es f\u00fcr die \u00dcbernahme des Zins\u00e4nderungsrisikos eine (Laufzeit-) Pr\u00e4mie gibt, h\u00e4ngt aber \u2013 wie immer in der Marktwirtschaft \u2013 von Angebot und Nachfrage ab (hier: von Angebot und Nachfrage nach langfristigen Finanzierungen). Beispiel: Wenn der Bundestag morgen etwa ein Gesetz beschl\u00f6sse, das Arbeitnehmer zum Abschluss von Riestervertr\u00e4gen verpflichtet, w\u00fcrde mehr Kapital bereitstehen, das langfristig angelegt werden muss \u2013 die Nachfrage nach langfristigen Finanzierungen w\u00fcrde steigen, und im Ergebnis w\u00e4re mit eher fallenden Laufzeitpr\u00e4mien an den Finanzm\u00e4rkten zu rechnen. W\u00fcrde der Bundestag hingegen die Grunderwerbsteuer f\u00fcr 1 Jahr aussetzen, d\u00fcrfte es einen Run auf Immobilienkredite und damit wiederum erh\u00f6hte Nachfrage nach langfristigen Finanzierungen geben, und die Laufzeitpr\u00e4mien w\u00fcrden steigen. Abbildung 1 zeigt zur Veranschaulichung die puren (und nicht am Markt beobachtbaren) Zinserwartungen, die Marktzinsen<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a> sowie die Laufzeitpr\u00e4mie (LP) als deren Differenz.<\/p>\n<p><strong>Abbildung 1:<\/strong> Marktimplizite Zinserwartungen aus Overnight-Indexed-Swaps (OIS) und reine Zinserwartungen ohne Laufzeitpr\u00e4mie<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-11457 aligncenter\" src=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-1-300x225.png\" alt=\"\" width=\"749\" height=\"562\" srcset=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-1-300x225.png 300w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-1-1024x769.png 1024w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-1-768x576.png 768w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-1-1536x1153.png 1536w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-1-100x75.png 100w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-1-1184x889.png 1184w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-1.png 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 749px) 100vw, 749px\" \/><\/p>\n<p>Mit Ankaufprogrammen k\u00f6nnen Zentralbanken auf Angebot und Nachfrage nach langfristigen Krediten einwirken. Wenn das Eurosystem eine langfristige Anleihe kauft, erh\u00f6ht es die Nachfrage nach langfristigen Anlagem\u00f6glichkeiten, was zu einer Senkung der Laufzeitpr\u00e4mie beitr\u00e4gt. Da die Laufzeitpr\u00e4mie genau wie die \u201eechten Zinserwartungen\u201c nicht am Markt abgelesen werden kann, kann man jedoch nicht pr\u00e4zise sagen, wie gro\u00df dieser Effekt tats\u00e4chlich ist. Aber nur weil man die Wirkung einer bestimmten Ma\u00dfnahme nicht pr\u00e4zise quantifizieren kann, hei\u00dft das noch nicht, dass sie nicht existiert. Die Bundesbank wagte sich auch 2019 an eine Sch\u00e4tzung der Wirkung von Anleihel\u00e4ufen auf die Laufzeitpr\u00e4mie: Sie sch\u00e4tzt, dass 10-j\u00e4hrige Kredite in Euro im Jahr 2019 0,6 Prozent billiger waren, als sie ohne Ankaufprogramme gewesen w\u00e4ren.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a> Abbildung 2 zeigt zur Veranschaulichung zus\u00e4tzlich zu den Zinserwartungen und den Marktzinsen auch die hypothetischen Marktzinsen, wie sie unter Annahme der Bundesbank-Sch\u00e4tzung von 2019 liegen w\u00fcrden.<\/p>\n<p><strong>Abbildung 2:<\/strong> Wie Ankaufprogramm auf die langfristigen Zinsen wirken&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-11483  aligncenter\" src=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-2-1-300x248.png\" alt=\"\" width=\"751\" height=\"621\" srcset=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-2-1-300x248.png 300w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-2-1-1024x845.png 1024w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-2-1-768x634.png 768w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-2-1-1536x1268.png 1536w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-2-1-100x83.png 100w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-2-1-1184x978.png 1184w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-2-1.png 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 751px) 100vw, 751px\" \/><\/p>\n<p>Die in Abbildung 2 gezeigte Differenz zwischen den langfristigen Zinsen (dargestellt durch die OIS-Kurve) und den gesch\u00e4tzten langfristigen Zinsen ohne Ankaufprogramme (\u201eex-QE\u201c, also \u201eohne Quantitative Easing\u201c) zeigt dann auch eine Sch\u00e4tzung des Effekts, den die Ankaufprogramme haben. Bis Ende 2021 war dieser Effekt auch durchaus gew\u00fcnscht: Das Eurosystem wollte mit niedrigeren langfristigen Zinsen (durch niedrigere Laufzeitpr\u00e4mien) auf eine h\u00f6here Nachfrage hinwirken. Aktuell plant das Eurosystem jedoch eine restriktivere geldpolitische Ausrichtung, um das Mandat der Preisstabilit\u00e4t zu verfolgen. Mit einer solchen Ausrichtung w\u00e4re es aber nicht vereinbar, wenn das Eurosystem mit Ankaufprogrammen die Nachfrage nach langfristigen Anleihen weiter unterst\u00fctzen und damit Druck auf Laufzeitpr\u00e4mien aus\u00fcben w\u00fcrde. Ein neues allgemeines Ankaufprogramm ist daher solange ausgeschlossen, wie das Eurosystem nicht allgemein eine lockerere geldpolitische Ausrichtung f\u00fcr angemessen erachtet.<\/p>\n<h4><strong>Anti-Fragmentierungsk\u00e4ufe haben eine andere Zielsetzung<\/strong><\/h4>\n<p>Das aktuell zur Debatte stehende Anti-Fragmentierungstool des Eurosystems hat jedoch eine andere Sto\u00dfrichtung. Es geht nicht darum, die allgemeine und in der Zinskurve zum Ausdruck kommende geldpolitische Ausrichtung zu lockern, sondern einen Anstieg der Zinsaufschl\u00e4ge in einzelnen Mitgliedsstaaten zu verhindern. Abbildung 3 zeigt den Unterschied. <a href=\"https:\/\/www.ecb.europa.eu\/press\/key\/date\/2021\/html\/ecb.sp210225~7e2955b6e5.en.html\">Da Staatsanleihezinsen mit den Zinsen f\u00fcr andere Finanzierungen im jeweiligen Mitgliedsstaat korrelieren<\/a>, w\u00fcrden weiter steigende Zinsen in Italien dazu f\u00fchren, dass die Nachfrage dort wesentlich st\u00e4rker ged\u00e4mpft wird als in anderen Teilen der W\u00e4hrungsunion. Die Folge w\u00e4re eine Geldpolitik, die in Deutschland f\u00fcr zu hohe Inflation und in Italien f\u00fcr zu niedrige Inflation sorgt, die mit niedrigerem Wachstum und zu hoher Arbeitslosigkeit einhergeht.<\/p>\n<p><strong>Abbildung 3<\/strong>: Unterschied zwischen Spreadbegrenzung und Laufzeitpr\u00e4mienkompression<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-11490  aligncenter\" src=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-3-1-300x221.png\" alt=\"\" width=\"751\" height=\"553\" srcset=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-3-1-300x221.png 300w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-3-1-1024x754.png 1024w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-3-1-768x565.png 768w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-3-1-1536x1131.png 1536w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-3-1-100x74.png 100w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-3-1-1184x872.png 1184w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-3-1.png 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 751px) 100vw, 751px\" \/><\/p>\n<h4><strong>Marktdisziplin vs. Fiskalische Koordination<\/strong><\/h4>\n<p>Schon bei der Gr\u00fcndung der W\u00e4hrungsunion war den Beteiligten klar, dass in einer W\u00e4hrungsunion spillover-Effekte nationaler Fiskalpolitiken zu erwarten sind. Grunds\u00e4tzlich gibt es zwei M\u00f6glichkeiten, diese spillover-Effekte zu adressieren: Mittels Marktdisziplin, also der Hoffnung, dass eine zu expansive Fiskalpolitik am Markt zu h\u00f6heren Risikopr\u00e4mien f\u00fchrt, oder mit fiskalischer Koordination, bei der sich die Mitgliedsstaaten an gemeinsam formulierte Regeln zur Fiskalpolitik halten.<\/p>\n<p>Der Delors-Report, der die Phasen bis zur Finalisierung der W\u00e4hrungsunion beschrieb, sah dabei auch \u201eto some extent\u201c eine disziplinierende Wirkung der Finanzm\u00e4rkte vor. Gleichzeitig war auch den Gr\u00fcndungsm\u00fcttern und -v\u00e4tern des Euro klar, dass Finanzm\u00e4rkte sich nicht als zentrales Disziplinierungstool eignen, da sie oft erst sp\u00e4t und dann auf drastische Weise Signale anzeigen. Deshalb erkannte der Report, dass die Mitgliedsstaaten einer W\u00e4hrungsunion \u201epolicy constraints\u201c akzeptieren, sich also in ihrer Fiskalpolitik miteinander koordinieren m\u00fcssten.<\/p>\n<p><strong>Abbildung 4:<\/strong> Ausschnitt aus dem <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/economy_finance\/publications\/pages\/publication6161_en.pdf\">Delors-Report:<\/a><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-11463 aligncenter\" src=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-4-300x143.png\" alt=\"\" width=\"751\" height=\"358\" srcset=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-4-300x143.png 300w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-4-1024x489.png 1024w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-4-768x367.png 768w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-4-1536x734.png 1536w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-4-100x48.png 100w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-4-1184x565.png 1184w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-4.png 1763w\" sizes=\"auto, (max-width: 751px) 100vw, 751px\" \/><\/p>\n<p>Wenn das Eurosystem nun mit einem Anti-Fragmentierungstool die Wirkung von Marktdisziplin einschr\u00e4nkt, erscheint es daher angemessen, dies nur dann zu tun, wenn die entsprechenden Mitgliedsstaaten sich wie vorgesehen an fiskalische Koordination halten. Eine M\u00f6glichkeit w\u00e4re, als eine Bedingung f\u00fcr Ank\u00e4ufe die Abwesenheit eines Verfahrens \u00fcber ein exzessives Defizit bei der Europ\u00e4ischen Kommission festzulegen.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a> Ein gut designtes Anti-Fragmentierungstool w\u00fcrde bei funktionierender fiskalischer Koordination wie das Elektronische Stabilit\u00e4tsprogramm (ESP) eines PKW wirken und nur dann eingreifen, wenn pl\u00f6tzliche und unerwartete Ausrei\u00dfer passieren. Im Regelfall w\u00fcrde es jedoch nicht greifen, sodass keine umfangreichen Ank\u00e4ufe im Rahmen des Tools zu erwarten w\u00e4ren.<\/p>\n<h4><strong>Sterilisierung von Ank\u00e4ufen<\/strong><\/h4>\n<p>Sollten dennoch Anleihek\u00e4ufe als notwendig erachtet und insbesondere langfristige Anleihen gekauft werden, k\u00f6nnte das wie eingangs beschrieben die Laufzeitpr\u00e4mien in der gesamten Eurozone dr\u00fccken. Die Kosten f\u00fcr langfristige Kredite fielen und es k\u00e4me zu einer unerw\u00fcnschten Lockerung der Geldpolitik in anderen Mitgliedsstaaten (anstelle nur eine zu restriktive geldpolitische Ausrichtung in den Mitgliedsstaaten zu verhindern, in denen das Tool greift).<\/p>\n<p>Dieser unerw\u00fcnschten Nebenwirkung von Ank\u00e4ufen kann und muss die EZB aber beikommen, sofern es keine plausiblen Gr\u00fcnde gibt davon auszugehen, dass diese im Rahmen von K\u00e4ufen durch das Tool nicht auftreten. Preisstabilit\u00e4t ist das oberste Ziel Der EZB; sie darf also keine expansive Geldpolitik umsetzen, wenn sie restriktive Geldpolitik f\u00fcr erforderlich h\u00e4lt. Die Wirkungen von Anleihek\u00e4ufen auf die l\u00e4ngerfristigen Zinsen sollten deshalb ausgeglichen, d.h. \u201esterilisiert\u201c werden.<\/p>\n<p>Hierzu hat sie drei Optionen: Erstens, einen fr\u00fcher als geplanten Verkauf von Anleihebest\u00e4nden aus den abgeschlossenen Kaufprogrammen (um so wieder mehr lang laufende Anleihen in Umlauf zu bringen); zweitens, den Abschluss von Zinsswaps mit Finanzmarktteilnehmern (die EZB bietet Marktteilnehmern einen festen Zinssatz f\u00fcr eine l\u00e4ngere Laufzeit und erh\u00e4lt selbst einen variablen); oder drittens, eine Annahme von Termingeldern (also indem sie selbst Gelder f\u00fcr die Laufzeiten annimmt, die sie durch Ank\u00e4ufe aus dem Markt nimmt).<\/p>\n<h4><strong>Fundamentaldaten und wo sie zu finden sind<\/strong><\/h4>\n<p>In ihrer Kommunikation hat die EZB wiederholt betont, dass mit dem Anti-Fragmentierungstool Zinsaufschl\u00e4ge verhindert werden sollen, die sich nicht durch \u00f6konomische Fundamentaldaten erkl\u00e4ren lassen (siehe z.B. <a href=\"https:\/\/www.ecb.europa.eu\/press\/key\/date\/2022\/html\/ecb.sp220628~754ac25107.en.html\">Lagardes Rede in Sintra<\/a>). Zu \u00f6konomischen Fundamentaldaten werden normalerweise Kennziffern wie die Schuldenquote, das Defizit oder das mittelfristig projizierte Wachstum gez\u00e4hlt, wie EZB Vize-Pr\u00e4sident de Guindos <a href=\"https:\/\/www.ecb.europa.eu\/press\/key\/date\/2022\/html\/ecb.sp220704~9f5fc26b43.en.html\">k\u00fcrzlich ausf\u00fchrte<\/a>.<\/p>\n<p>Die EZB versucht nun, mit der Begrenzung auf durch Fundamentaldaten erkl\u00e4rbare Zinsaufschl\u00e4ge, eine m\u00f6glichst objektive Basis f\u00fcr deren Neutralisierung zu finden. Das Problem an der Sache: <a href=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/zinsaufschlaege-sind-das-ergebnis-geld-politischer-entscheidungen\/\">Zinsaufschl\u00e4ge sind prim\u00e4r das Ergebnis (geld-)politischer Entscheidungen<\/a>. Das zeigt sich an den Beispielen USA, Vereinigtes K\u00f6nigreich, Japan, <a href=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/wenn-zentralbanken-zinsen-kontrollieren-bericht-vom-australischen-feldversuch\/\">Australien<\/a> oder Neuseeland: Dort gibt es unabh\u00e4ngig von Schuldenquote und Wachstumsaussichten keine Zinsaufschl\u00e4ge f\u00fcr Staatsanleihen, weil man in diesen Staaten die eigene Staatsanleihe als ausfallrisikofrei definiert. Marktteilnehmer halten es f\u00fcr ausgeschlossen, dass die Zentralbank einen Ausfall des eigenen Staates zulassen w\u00fcrde. Es gilt die <a href=\"https:\/\/www.cnbc.com\/id\/44051683\">Aussage des ehemaligen Fed-Pr\u00e4sidenten Alan Greenspan<\/a>: &#8220;The United States can pay any debt it has because we can always print money to do that. So there is zero probability of default\u201d. Es gibt also kein Ausfall-\u201eRisiko\u201c, f\u00fcr das Aufschl\u00e4ge verlangt werden w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Die Renditen f\u00fcr Staatsanleihen der entsprechenden L\u00e4nder orientieren sich also nur insoweit an Fundamentaldaten, wie diese die Zinserwartungen beeinflussen. H\u00f6here Defizite zum Beispiel erh\u00f6hen die Nachfrage in der Volkswirtschaft. Bei ausgelasteten Kapazit\u00e4ten gehen Finanzmarktteilnehmer daher davon aus, dass h\u00f6here Defizite zu einer \u00dcbernachfrage und h\u00f6heren Inflationserwartungen f\u00fchren, die die Zentralbank mit h\u00f6heren Zinsen beantworten wird. Die h\u00f6heren Zinserwartungen f\u00fchren dann entsprechend zu h\u00f6heren Zinsen f\u00fcr Staatsanleihen. Dabei handelt es sich jedoch nicht um Zinsaufschl\u00e4ge, sondern um einen Anstieg der risikofreien Zinskurve.<\/p>\n<p>In Abwesenheit einer Festlegung, dass Staatsanleihen nicht ausfallen k\u00f6nnen, sind Zinsaufschl\u00e4ge in der Eurozone immer auch ein Gradmesser f\u00fcr den politischen Willen, den Ausfall eines Mitgliedsstaats zuzulassen oder nicht. Aus Fundamentaldaten im engeren Sinne, also etwa der H\u00f6he einer Schuldenquote, lassen sich Zinsaufschl\u00e4ge nicht erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Alternativ zum R\u00fcckgriff auf Fundamentaldaten k\u00f6nnte das Eurosystem zwei Kriterien anlegen:<\/p>\n<ul>\n<li>Ist eine Limitierung der Zinsaufschl\u00e4ge notwendig, um die Transmission der Geldpolitik im Sinne des Mandats sicherzustellen?&nbsp;<\/li>\n<li>Befindet sich der betreffende Staat in einem Excessive Deficit Procedure (Defizitverfahren) und hat der Ministerrat<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><sup>[4]<\/sup><\/a> nicht festgestellt, dass seinen Empfehlungen nicht Folge geleistet wurde (vgl. Artikel 126 Absatz 9 AEUV)?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wird die erste Frage mit Ja und die zweite Frage mit Nein beantwortet, w\u00e4ren die Voraussetzungen f\u00fcr den Einsatz eines Anti-Fragmentierungstools erf\u00fcllt. W\u00e4hrend das erste Kriterium selbsterkl\u00e4rend ist, w\u00fcrde das zweite Kriterium als Anhaltspunkt f\u00fcr nachhaltige Staatsfinanzen und politisches Vertrauen der Mitgliedsstaaten dienen. Ein Defizitverfahren wird vom Ministerrat auf Vorschlag der Europ\u00e4ischen Kommission mit der Feststellung eingeleitet, dass ein \u00fcberm\u00e4\u00dfiges Defizit besteht. W\u00fcrde das Eurosystem Anleihek\u00e4ufe an die Bedingung kn\u00fcpfen, dass f\u00fcr den betreffenden Mitgliedsstaat kein Defizitverfahren l\u00e4uft oder zumindest die Empfehlungen des Rats nach dessen Auffassung hinreichend wirksame Ma\u00dfnahmen ausl\u00f6sen, m\u00fcsste das Eurosystem diese inh\u00e4rent politische Frage nicht selbst beantworten. Gleichzeitig w\u00fcrde das erste Kriterium daf\u00fcr sorgen, dass das Eurosystem nur dann t\u00e4tig wird, wenn ein T\u00e4tigwerden auch im Sinne seines Mandats w\u00e4re.<\/p>\n<p>All das gesagt: Bezieht sich das Eurosystem am Ende doch auf Fundamentaldaten, w\u00fcrden diese ab dem Moment ihrer Bekanntgabe relevant, da mit ihnen eine f\u00fcr die Bepreisung von Anleihen sehr relevante Entscheidung verkn\u00fcpft w\u00e4re. Damit k\u00f6nnte sich allerdings die Ursache-Wirkung-Relation umkehren und die Relevanz der \u201eFundamentaldaten\u201c f\u00fcr die M\u00e4rkte erg\u00e4be sich mehr aus der EZB-Definition als aus ihren Wirkungen auf die Zinserwartungen.<\/p>\n<h4><strong>Warum reicht das OMT-Programm des Eurosystems nicht aus? <\/strong><\/h4>\n<p>Das OMT-Programm des Eurosystems wurde 2012 ins Leben gerufen und kann nur genutzt werden, wenn parallel ein ESM-Programm f\u00fcr das betreffende Land existiert (\u201eParallelit\u00e4t\u201c). Zum damaligen Zeitpunkt bestand noch ein anderes Verst\u00e4ndnis geldpolitischer Wirkungszusammenh\u00e4nge (<a href=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/es-gibt-keine-richtige-geldpolitik-in-der-falschen\/\">das auch in Urteilen des EuGH reflektiert wurde<\/a>) und ein g\u00e4nzlich anderer politischer Kontext. W\u00e4hrend Griechenland als Ausl\u00f6ser der Krise Anfang der 2010er-Jahre Prim\u00e4rdefizite von 10% hatte, sprechen wir aktuell in erster Linie von Italien, das seit <a href=\"https:\/\/jbi.or.at\/italien\/\">Anfang der 1990er Jahre Budgetk\u00fcrzungen wie kein anderes Land vornahm und auch nicht an Strukturreformen sparte<\/a>, wie der am Vienna Institute for Economic Studies t\u00e4tige Philipp Heimberger zeigt. Italien fehlt es also nicht an protestantischer Disziplin und mangelndem Willen, den G\u00fcrtel mal enger zu schnallen, sondern an Wachstum, das trotz Arbeitsmarktreformen nicht eintreten wird, solange ein Austritt aus der Eurozone nicht ausgeschlossen ist und Italien 2 Prozentpunkte h\u00f6here Zinsen als Deutschland zahlt \u2013 denn die Zinsaufschl\u00e4ge Italiens sind nicht nur ein massives Handicap f\u00fcr die italienische Wirtschaft, sondern f\u00fchren auch dazu, dass Italien selbst bei optimistischen Annahmen \u00fcber das k\u00fcnftige Wachstum und Haushaltsdisziplin seine Schuldenquote nicht wird verbessern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Abbildung 5:<\/strong> Projektion der italienischen Schuldenquote<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-11465 aligncenter\" src=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-5-300x229.png\" alt=\"\" width=\"751\" height=\"573\" srcset=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-5-300x229.png 300w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-5-1024x781.png 1024w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-5-768x586.png 768w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-5-1536x1171.png 1536w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-5-100x76.png 100w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-5-1184x903.png 1184w, https:\/\/dezernatzukunft.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abbildung-5.png 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 751px) 100vw, 751px\" \/><\/p>\n<p>Angesichts der enormen geopolitischen Herausforderungen, mit denen sich die Europ\u00e4ische Union aktuell konfrontiert sieht, muss man die Frage stellen, ob es sinnvoll erscheint, dass sich die Staats- und Regierungschefs sowie die Parlamente der Europ\u00e4ischen Union in den n\u00e4chsten Jahren weiter haupts\u00e4chlich damit besch\u00e4ftigen, ob Mario Draghi zu viel Geld ausgibt \u2013 oder ob wir das sehr knappe politische Kapital nicht an anderer Stelle besser einsetzen k\u00f6nnten. Wenn man zum Schluss kommt, das letzteres der Fall ist, sollte sodann \u00fcberlegt werden, ob es innerhalb der Europ\u00e4ischen Vertr\u00e4ge und angesichts des heutigen Verst\u00e4ndnisses geldpolitischer Wirkungszusammenh\u00e4nge M\u00f6glichkeiten gibt, eine Fragmentierung der Finanzierungskonditionen in der Eurozone solange zu verhindern, wie funktionierende fiskalische Koordination sichergestellt ist.<\/p>\n<hr>\n<h4><strong> Fu\u00dfnoten<\/strong><\/h4>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Die in Abbildung 1 gezeigten Marktzinsen werden aus sogenannten Overnight-Indexed Swaps ermittelt (OIS). OIS sind Finanzinstrumente, mit welchen man langfristig fixe Zinsen gegen variable Zinsen tauschen kann. Ein Vertragspartner verpflichtet sich f\u00fcr eine bestimmte Laufzeit die dann g\u00fcltigen variablen Zinsen zu zahlen. Der andere Vertragspartner zahlt \u00fcber die Laufzeit des Vertrags einen zu Beginn festgelegten festen Zinssatz. Der feste Zinssatz entspricht den \u201emarktimpliziten Zinserwartungen\u201c \u00fcber die jeweilige Laufzeit.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.bundesbank.de\/resource\/blob\/831228\/b2b7348d2f0f5d177ce972839cc852cd\/mL\/2020-04-portfolioanpassungen-data.pdf\">Sectoral portfolio adjustments in the euro area during the low interest rate period (bundesbank.de)<\/a>, S.27<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Vgl.: <a href=\"https:\/\/dezernatzukunft.org\/zur-weiterentwicklung-der-europaeischen-fiskalregeln-2\/\">Zur Weiterentwicklung der europ\u00e4ischen Fiskalregeln &#8211; Dezernat Zukunft<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Stimmberechtigt bei der Abstimmung \u00fcber die Feststellung eines \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Defizits sind gem\u00e4\u00df Art. 139 Abs. 4 AEUV nur die Mitgliedsstaaten, deren W\u00e4hrung der Euro ist.<\/p>\n<hr>\n<h4><strong>Medien- und Veranstaltungsbericht 07.07.2022<\/strong><\/h4>\n<ul>\n<li>Jean-Luc Porquet kritisiert im <em>Canard Encha\u00een\u00e9<\/em> einen Beitrag von Max Krah\u00e9 in <em>Politiques de l\u2019interr\u00e8gne \u2013 Chine, pand\u00e9mie, climat<\/em>, in dem er sich f\u00fcr Planung in der Klimatransformation ausspricht.<\/li>\n<li>Anna Mayr zitiert unseren Geldbrief vom 23.6. auf der Titelseite der <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2022\/27\/inflation-ausgleich-olaf-scholz-steuerfreie-einmalzahlung?cid=61825553\">ZEIT vom 30.&nbsp;Juni<\/a>, in dem wir nach dem Ausweg aus der Inflation durch Sparen fragen.<\/li>\n<li>Florian Kern stellte am 28.&nbsp;Juni bei unserem B\u00fcro-Event die Geschichte der Geldmengensteuerung und heutige Konzepte der geldpolitischen Implementierung vor.<\/li>\n<li>Philippa ver\u00f6ffentlichte am 30.&nbsp;Juni zusammen mit Enzo Weber einen Beitrag zu einer Neuen Angebotspolitik in <a href=\"https:\/\/socialeurope.eu\/growing-out-of-inflation-a-new-supply-side-policy\">Social Europe<\/a>.<\/li>\n<li>Pola erkl\u00e4rt im <a href=\"https:\/\/www.politico.eu\/newsletter\/berlin-bulletin\/summit-seasons-over-meet-next-merz-travel-chaos\/\">POLITICO Berlin Bulletin<\/a> vom 1.&nbsp;Juli die dringende Not nach aktuelleren Lohndaten zur Einsch\u00e4tzung der Gefahren einer Lohn-Preis-Spirale.<\/li>\n<li>Philippa wurde am 3.&nbsp;Juli <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/fuenf-fuer-muenchen-haltung-zeigen-gutes-tun-1.5613675\">in der S\u00fcddeutschen<\/a> als eine von \u201eF\u00fcnf f\u00fcr M\u00fcnchen\u201c, die &#8220;Haltung zeigen, Gutes tun\u201c vorgestellt.<\/li>\n<li>Max Krah\u00e9 sprach am 5.&nbsp;Juli mit Marten von Werder \u00fcber den Umgang der Gewerkschaften mit der aktuellen Inflationslage.<\/li>\n<li>Philippa diskutierte <a href=\"https:\/\/happeningnext.com\/event\/wie-sieht-gute-finanzpolitik-in-krisenzeiten-aus-eid3a092qcc4e\">am 6.&nbsp;Juli um 19 Uhr im Lost Weekend in M\u00fcnchen<\/a> mit Clemens Fuest \u00fcber gute Finanzpolitik in Krisenzeiten.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"executivesum\" style=\"border-left: 8px solid #ee6174; text-align: center;\"><em>Der&nbsp;<strong>Geldbrief<\/strong> ist unser Newsletter zu aktuellen Fragen der Geldpolitik und der Finanzm\u00e4rkte. \u00dcber Feedback und Anregungen freuen wir uns und erbitten deren Zusendung an florian.kern<\/em><em>[at]dezernatzukunft.org<\/em><\/p>\n<hr>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der EZB-Rat hat am 15. Juni 2022 die Einf\u00fchrung eines neuen Anti-Fragmentierungstools angek\u00fcndigt, um einem weiteren Anstieg \u201efundamental nicht gerechtfertigter\u201c Zinsaufschl\u00e4ge f\u00fcr Staatsanleihen einiger Mitgliedsstaaten vorzubeugen. Warum besteht Handlungsbedarf? Was unterscheidet ein solches Tool von den bisherigen Ankaufprogrammen? Darf das Eurosystem (EZB und Nationale Zentralbanken) \u00fcberhaupt eingreifen? Was meint der EZB-Rat mit \u201efundamental nicht gerechtfertigten Zinsaufschl\u00e4gen\u201c und welche Probleme entstehen durch die Abgrenzung? 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