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26. Februar 2026
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Hanna Merki

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Fachtexte

Das Bildungsfinanzgeflecht

2 min Lesezeit
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Hanna Merki, Dr. Florian Schuster-Johnson

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Deutschland investiert zu wenig in Bildung – diese Diagnose ist seit Jahren bekannt. Dennoch sinkt die Bildungsqualität und die Investitionsbedarfe steigen. Dieses Papier zeigt: Die Ursachen liegen weniger in mangelnder Einsicht, sondern in den zersplitterten Finanzstrukturen selbst.

Wir analysieren die Finanzströme im Bildungs- und Betreuungssystem im Detail. Dadurch wird sichtbar: Ausgaben für Personal und Qualität werden überwiegend von Ländern und Kommunen getragen, während sich der Bund vor allem punktuell und meist befristet beteiligt – etwa über Umsatzsteueranteile oder Sondervermögen. Bei den Investitionen ist die Lastenverteilung noch klarer: Sie liegen zu großen Teilen auf kommunaler Ebene, also genau dort, wo die fiskalischen Spielräume aktuell am stärksten eingeschränkt sind.

Unser zentraler Befund ist entsprechend: Die Unterfinanzierung ist hausgemacht und resultiert aus einem komplexen Bildungsfinanzgeflecht. Zudem fallen die größten Finanzbedarfe in die Verantwortung der Kommunen. Durch Rekorddefizite und Haushaltsnotlagen können diese sie nicht stemmen. Für unsere künftige Arbeit skizzieren wir daher erste Ideen für einen gesamtstaatlichen Finanzierungsmechanismus, der vor allem den Bund stärker in die Verantwortung nimmt.

Warum haben wir dieses Papier geschrieben?

Wir wollen verstehen, warum Bildung in Deutschland trotz breitem politischen Konsens strukturell unterfinanziert bleibt. Statt die Debatte um einzelne Programme oder Ausgabenhöhen zu führen, analysieren wir die zugrunde liegende Finanzierungsarchitektur. Uns geht es darum, die Geldflüsse zwischen Bund, Ländern und Kommunen systematisch zu vermessen und sichtbar zu machen, wo finanzielle Lasten tatsächlich anfallen. So lässt sich erklären, warum Investitionsrückstände, Qualitätsdefizite und fiskalische Spannungen im Bildungssystem nicht zufällig entstehen, sondern strukturell angelegt sind.

Was haben wir gelernt?

Die Analyse zeigt: Bildungsfinanzierung ist in einem komplexen Bildungsfinanzgeflecht zwischen Bund, Ländern und Kommunen geregelt, das regional sehr unterschiedlich ausgestaltet ist. Entscheidungen und Finanzierung fallen häufig auseinander. Besonders die Kommunen tragen einen erheblichen Teil der Investitions- und Betriebslasten, insbesondere in der frühkindlichen Bildung. Zugleich entstehen die größten finanziellen Mehrbedarfe auf kommunaler Ebene, während deren fiskalische Spielräume stark eingeschränkt sind. Kurzfristige Programme und befristete Finanzierungsinstrumente des Bundes schaffen zwar punktuelle Entlastung, ersetzen jedoch keine strukturell verlässliche Finanzierung. Wenn beste Bildung das Ziel ist, müssen auch die Kosten gerecht verteilt werden.


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